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7.12.2018
Vom "schwächlichen" Gartler zum Ehrenvorsitzenden
Kreisverband feiert bisherigen Vorsitzenden Stefan Jetz und vollzieht Beschluss aus der Mitgliederversammlung


Bei der Ehrung: (v.l.) Kreisgeschäftsführer Andreas Baumgartner, Landrat Erwin Schneider, Kreisvorsitzender Clemens Jobst, Ehrenvorsitzender Stefan Jetz, Ehrenvorsitzender Richard Antwerpen sowie Präsident Wolfram Vaitl. −Foto: Huckemeyer


Altötting. "Der ganze große Gartler", sagt Heidi Jetz über ihren Mann Stefan "ist er daheim nicht. Es fehlt ihm die Zeit. Er ist ja ständig unterwegs." Ob der stellvertretende Landrat trotzdem über den grünen Daumen verfügt, konnte bei der Feierstunde, die von Bettina Obermeier musikalisch gestaltet wurde, nicht endgültig geklärt werden. Was aber feststeht: Der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege ernannte auf einer Mitgliederversammlung Stefan Jetz zu seinem Ehrenvorsitzenden. Am Dienstag war es dann im Gasthof Zwölf Apostel soweit: Im Beisein von Wolfram Vaitl, Präsident des Bayerischen Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege, wurde Stefan Jetz die Urkunde überreicht.

Derlei Ehrungen kommen natürlich nicht von ungefähr, erklärte Clemens Jobst, Nachfolger von Jetz auf dem Posten des 1. Vorsitzenden im Kreisverband für Gartenbau und Landespflege, in seiner Ansprache. Aber drehen wir die Zeit um achteinhalb Jahre zurück. Im März 2010 suchte Jobst, damals Kreisfachberater und Geschäftsführer des Kreisverbandes, nach einem neuen Vorsitzenden für die "Gartler". Intern fiel die Wahl längst auf Stefan Jetz, der bis dato von solch einem Ansinnen noch nichts wusste.

Landrat Erwin Schneider meinte damals, er könne sich seinen Stellvertreter gut als Vorsitzenden im Kreisverband vorstellen, doch würde es wahrscheinlich schwierig werden, Stefan Jetz davon zu überzeugen. Dann kam Brigitte Koreck, Schriftführerin des Kreisverbandes, ins Spiel. Nicht nur, aber auch dank ihrer Überredungskunst entschloss sich Stefan Jetz nach anfänglichem Zögern doch als Kandidat für den Posten anzutreten.

Der heute 71-Jährige wurde am 11. März 2010 einstimmig zum Vorsitzenden gewählt wurde. "Seine Bedenken, er sei nicht vom Fach, stellten sich als unbegründet heraus", betonte Jobst und erklärte: "Gerade Jetz’ Kenntnisse im Vereinsrecht und in anderen rechtlichen Angelegenheiten waren dem Kreisverband und den Gartenbauvereinen stets eine große Hilfe." In den vergangenen acht Jahren gab es für Stefan Jetz in seiner Funktion als Vorsitzender einiges zu bewältigen. Clemens Jobst nannte unter anderem zwei bayernweite Wettbewerbe, die Altöttinger Gartentage, verschiedene Infofahrten sowie die Obstausstellung im Landratsamt.

Der neue Ehrenvorsitzende wurde von allen Seiten gelobt. Landrat Erwin Schneider bezeichnete ihn gar als Allzweckwaffe. Präsident Wolfram Vait bedauerte den Amtsverzicht von Jetz, tröstete die Mitglieder der Gartenbauvereine aber mit der Aussage: "Stefan Jetz steht der Gemeinschaft sicherlich auch in Zukunft zur Seite, wenn sein Rat gebraucht wird".

Zum Abschluss der Veranstaltung trat der Geehrte selbst ans Mikrofon und meinte mit einem Augenzwinkern: "Vielen Dank für die Lobesreden. So könnte ich mir direkt meine Beerdigung vorstellen." Was seinen grünen Daumen anbelangt, da hatte Stefan Jetz auch noch eine Anmerkung zu machen: "Ich wollte nach der Schule tatsächlich eine Gärtnerlehre anfangen. Doch der Berufsberater riet mir davon ab. Er befürchtete ich sei zu klein und zu schwächlich für diese schwere Arbeit." So schlug Stefan Jetz halt dann eine völlig andere Laufbahn ein. − huc


24.11.2018
Der Süden hat die Nase vorn
Gartler aus Tyrlaching, Kirchweidach und Halsbach siegen auf Kreisebene bei erstem Kinder- und Jugendwettbewerb des Landesverbands


Mit seinen speziellen Kinder- und Jugendaktionen setzte sich der Tyrlachinger Gartenbauverein vor die Konkurrenz auf Platz eins. −Foto: red

Tyrlaching. Der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege hat sich am ersten landesweiten Kinder- und Jugendwettbewerb 2018 beteiligt. Nach einer ersten Wettbewerbsrunde im Landkreis darf im kommenden Jahr der Tyrlachinger Verein zur überregionalen Preisverleihung im Rahmen der Landesgartenschau nach Wassertrüdingen fahren.

"Streuobst-Vielfalt – Beiß rein" – unter dieses Motto hatte der Landesverband den erstmals veranstalteten Wettbewerb gestellt. Streuobstwiesen stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Biotoptypen. Weil Streuobst im Erwerbsobstbau wenig profitabel erscheint, wird die Streuobstwiese mancherorts vernachlässigt oder anderweitig ersetzt. Doch dieser einzigartige Biotoptyp prägt das örtliche Landschaftsbild und bietet Flora und Fauna die Möglichkeit sich zu entfalten und erhalten zu bleiben. Das gärtnerische Wissen rund ums Streuobst droht verloren zu gehen, wenn es nicht mit der jüngeren Generation geteilt wird, fürchten die Garten- und Obstanbauer. Letzten Endes werde die Jugend einmal entscheiden, welchen Wert diese Flächen für sie einnehmen und ob sie erhalten werden sollen.

Darauf wollte im Rahmen des Wettbewerbs auch der Kreisverband der Gartler mit seinen Ortsvereinen aufmerksam machen. Teilnahmeberechtigt waren Gartenbauvereine mit kinder- und jugendgerechten Aktionen rund um das Streuobst. Bewertet wurden beispielsweise die Anzahl gesammelter Äpfel sowie der daraus gepresste Saft, Aktivitäten rund ums Obstgehölz, Tier- und Pflanzenbestimmung, Fotoprojekte oder Bastelaktionen. Sieben Gartenbauvereine aus dem Landkreis machten mit. Die Entscheidung, wer letztlich die Nase vorn hatte, traf diese Woche eine Jury, bestehend aus aus Kreisvorsitzendem Clemens Jobst, stv. Landrat Stefan Jetz, Brigitte Koreck vom Landratsamt, Kreisjugendringleiter Hubert Krumbachner, Jugendamtsleiter Thomas Köster, Grünen-Kreisrätin Monika Pfriender sowie Kreisfachberater Andreas Baumgartner. Den 1. Platz belegte dabei der Gartenbauverein Tyrlaching, ihn erwartet als Siegerpreis eine große, mobile Saftpresse. Auf die Plätze 2 und 3 kamen Kirchweidach und Halsbach. Als Dankeschön will der Kreisverband im September 2019, nach der Preisverleihung durch den Landesverband in Wassertrüdingen, ein Fest für alle teilnehmenden Gartenbauvereine und Kinder veranstalten. − red

12.11.2018
Kreis-Gartler: Jetz übergibt an Jobst
Der neue Vorsitzende kennt den Verband aus dem Effeff – Lange Jahre Gartenbau-Fachberater und Geschäftsführer

Der scheidende Vorsitzende Stefan Jetz (von rechts) bat die neue Kreis-Führung zum Gruppenfoto: Kassier Georg Keller, Schriftführerin Brigitte Koreck, der neue Kreisgeschäftsführer Andreas Baumgartner, der scheidene Geschäftsführer und gleichzeitig neue Kreisvorsitzende Clemens Jobst sowie die stv. Vorsitzenden Gabriele Hofer und Norbert Häring. −Foto: GBV
Altötting. Vertreter von 24 Gartenbauvereinen des Kreisverbandes waren anwesend bei der Jahreshauptversammlung im Gasthof "Zwölf Apostel" in Altötting am Mittwochabend. Einstimmig haben sie zu ihrem neuen 1. Vorsitzenden Clemens Jobst gewählt. Er hat als Kreisfachberater mit Ablauf des Monats Oktober seinen Ruhestand angetreten. Jetzt übernimmt er den Vorsitz von Stefan Jetz, welcher seit April 2010 dieses Amt inne hatte und nicht mehr kandidierte.

"Ich hätte mir keinen Besseren und Kompetenteren wünschen und vorstellen können" freut sich Stefan Jetz, Jobst sei geradezu prädestiniert, einen so hoch motivierten Verband zu leiten. Nach achteinhalb Jahren habe er, Jetz, sich entschlossen, den Posten in jüngere Hände zu geben. Der scheidende Vorsitzende bekundete seine innige Verbundenheit zu den Gartenbauvereinen und versprach, er werde auch weiterhin immer ein offenes Ohr für den Kreisverband haben.

Altöttings 2. Bürgermeister Wolfgang Sellner, der als Wahlleiter fungierte, würdigte die Tätigkeit der Gartenbauvereine, da sie für die Gesellschaft unverzichtbar seien, denn sie leisteten im Jahreslauf eine immense Arbeit, was allen wieder zugutekomme.

Auch im Amt des zweiten Vorsitzenden gab es einen Wechsel: Für die kommenden vier Jahre übernimmt Gabriele Hofer (GBV Altötting) diesen Posten. Dritter Vorsitzender ist ab sofort Norbert Häring (GBV Hirten-Margarethenberg).

Kreisfachberater Andreas Baumgartner, der zum 1. November zum Leiter des Sachgebiets "Landschaftspflege, Grünordnung und Gartenbau" im Landratsamt bestellt wurde, tritt nun auch das Amt der Geschäftsführung im Kreisverband an. Als nette Geste und symbolische Geschäftsübergabe wurde er von seinem Vorgänger Jobst mit einem Gärtnerspaten bedacht.

Mit einem Blumenstrauß dankte Jobst seiner Kollegin Brigitte Koreck für die 38 Jahre währende vertrauensvolle Zusammenarbeit im Landratsamt. Schriftführerin Brigitte Koreck und Kassier Georg Keller wurden in ihren Ämtern einstimmig bestätigt. Zu Beisitzern wählte die Versammlung Landrat Erwin Schneider, Georg Osl (GBV Kirchweidach), Sigrid Stöckl-Schmidt (GBV Alzgern), Peter Klinger (GBV Töging), Anna Wirnharter (GBV Neuötting), Gerhard Bayerl (GBV Tyrlaching), Johannes Wimmer (GBV Pleiskirchen), Wilhelm Jung (GBV Marktl). Drei ehemalige Beiräte, namentlich Barbara Jüngling, Josef Unterholzner und Franz Köpfelsberger, wurden anerkennend verabschiedet. Kassenprüfer bleiben Helmut Häring und Rudolf Aigner.

Clemens Jobst ließ anhand einer Präsentation die vergangenen vier Jahre Revue passieren, wobei die jährlichen Altöttinger Gartentage, der Tag der offenen Gartentür, der bayernweite Wettbewerb "Unser Friedhof – ein Ort der Würde, Kultur und Natur" (1. Platz Altötting), der Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden" (Preisträger Winhöring), die Aktion "Auch Gewerbe gestalten unsere Städte und Dörfer" sowie die jährlichen achttägigen Informationsreisen als Höhepunkte zu verzeichnen sind.

Kassier Georg Keller zeigte die finanzielle Lage des Kreisverbandes auf, erläuterte die Einnahmen und Ausgaben des vergangenen Jahres und gewährte einen Einblick in die Planrechnung für das Jahr 2019. Demnach verzeichnet der Verband einen Bestand von rund 27000 Euro. Die Buchungsbelege, Rechnungen und Kontoauszüge waren von den Kassenrevisoren Helmut Häring und Rudolf Aigner geprüft worden; sie bescheinigten eine ordnungsgemäße und vollständige Buchführung. Schatzmeister und Vorstandschaft wurden von den anwesenden Mitgliedern einstimmig entlastet.

Zum Abschluss der Versammlung gab Clemens Jobst noch einen Ausblick auf künftige Aktivitäten der Gartler. Beim bayernweiten Kinder-/Jugendwettbewerb "Streuobst-Vielfalt – Beiß rein" des Landesverbandes haben sich sieben Gartenbauvereine beteiligt, demnächst erfolgt die Bewertung durch eine Kommission. Am 30. Juni 2019 wird eine Abschlussfeier im Rahmen des Streuobsttags auf der Gartenschau Wassertrüdingen ausgerichtet.

Mittels der Initiative des Burgkirchner GBV-Vorstandes Franz Eckl wird im dortigen Bürgerzentrum vom 4. bis 31. März 2019 die 27 Bilder umfassende Foto-Ausstellung "Tatort Garten – Ödnis oder Oase" ausgerichtet, die die Kreisgruppe Landshut des Bund Naturschutz dem Gartenbau-Kreisverband Altötting leihweise überlässt.

Bei der Landesgartenschau in Ingolstadt 2020 seien die bayerischen Kreisverbände angesprochen, sich und den Landkreis für eine Woche mit einem Aktionsprogramm (Thema: Gesundheit aus dem Garten) in einem eigenen Pavillon zu präsentieren. "Wir wünschen und hoffen auf eine zahlreiche Beteiligung und Unterstützung unserer Gartenbauvereine", sagte Clemens Jobst.

Die Kreisverbands-Informationsreise führt nach Polen; das Motto von 10. bis 17 Juli 2019: "Faszination Polen – eine Gartenreise zwischen Warthe, Weichsel und Oder". − red
20.10.2018
Vorbildlich gegen die Betonflut

Gartenbau-Kreisverband zeichnet Unternehmen mit Sinn für die Gestaltung ihrer Außenflächen aus.

 


Mit Urkunden und lobenden Worten bedachten die Gartenbau-Verantwortlichen Clemens Jobst (sitzend links), Stefan Jetz (r.) und Gartenbau-Bezirksvorsitzender Michael Luckas, (2.v.r.) die Firmenchefs. −F.: Huckemeyer


Altötting. Was haben eine Hebammenpraxis, ein Seniorenheim und eine Schreinerei gemeinsam? Nun, sie gehören zu den zehn Betrieben, denen diese Woche eine ganz besondere Ehre zuteil wurde. Der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege besitzt nämlich nicht nur den grünen Daumen, sondern auch ein "Adlerauge" wenn es darum geht, gewerbliche Betriebe und Einrichtungen aufzuspüren, die ihre Außenflächen besonders naturnah und eindrucksvoll gestalten. Aus diesem Grund lud Kreisverbandsvorsitzender Stefan Jetz zusammen mit Kreisfachberater Clemens Jobst die Vertreter der einzelnen Betriebe zu einer Feierstunde in den Gasthof Zwölf Apostel ein.

Unter dem Motto "Auch Gewerbe gestalten unsere Städte und Dörfer" hatte Clemens Jobst vor einigen Jahren die Idee, hier Zeichen zu setzen. Dem Asphalt die Stirn zu bieten, werde immer wichtiger, nachdem Zweckbauten allerorten aus dem Boden schießen würden. "Viele Dörfer verlieren dadurch ihr individuelles Aussehen", bedauert Jobst das Bauverhalten. Umso erfreulicher sei es, wenn sich Betriebe nicht nur als Produktionsstätten sehen sondern durch sorgfältige Gestaltung des Außenbereichs zur Verschönerung ihres Ortes beitragen. "Es geht um unsere Heimat, die gepflegt und lebenswert bleiben soll, gerade auch im Hinblick darauf, dass Bayern deutschlandweit die Nummer Eins in Sachen Fremdenverkehrsland ist", betont Clemens Jobst. Außerdem würde sich das Grün der Natur beruhigend auf den Menschen auswirken.

Mitglieder der Gartenbauvereine im Landkreis schwärmten jetzt bereits zum vierten Male aus und meldeten dem Kreisverband Betriebe, die ihrer Ansicht nach mit einer charmanten Außenwirkung punkten können. Das beispielhafte Engagement von zehn Firmen, die der Natur ihren gebührenden Platz einräumen, wurde mit dem Festabend und einer Urkunde belohnt. Clemens Jobst stellte die jeweiligen Geehrten und ihre Betriebe kurz vor. Da sprach er von grünen Oasen, von heimischen Gehölzen und Artenvielfalt sowie von Wildstauden, von einem gut belegten Insektenhotel, aber auch von Gartenteichanlagen, alten Obstbäumen und vielen weiteren Beispielen, die allesamt dazu beitragen würden das Image der einzelnen Städte und Dörfer in gesundem und ansprechendem Maße aufzupolieren.

Kreisverbandsvorsitzender Stefan Jetz überreichte die Urkunden und wies darauf hin, dass Clemens Jobst als Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege Anfang November in den Ruhestand verabschiedet wird. Als sein Nachfolger steht der studierte Landschaftsarchitekt Andreas Baumgartner bereits fest. Die kleine Feierstunde im Gasthof Zwölf Apostel wurde durch Bettina Obermeier an der Zither virtuos und einfühlsam umrahmt. − huc

Die geehrten Firmen:
Werbung und Druck Baumgartner Altötting, STEP-Sigriner Elektronik GmbH Altötting, Baumschule Emmersberger Haiming, Schwanner GmbH Hirten-Margarethenberg, Franz Strasser & Sohn Bau GmbH Kastl, Hebammenpraxis Baumgarten Kastl, Biburger Hebammenpraxis Kirchweidach, Immobilien Strasser Marktl, Schreinerei Ober GmbH & Co KG Neuötting, Schuhmode Joerg Neuötting, R. Diensthuber Maschinenbau Perach, Seniorenheim Toerringhof GmbH & Co KG Töging, Zimmerei Holzbau Grübl GmbH Winhöring.


27.9.2018
So halten sich Apfel und Co. am besten
Beim Einlagern der Früchte gilt es einiges zu beachten – Gartenexperte Clemens Jobst gibt Tipps


Noch hängen die letzten Apfelsorten am Baum. Doch die Ernte liegt in den letzten Zügen. Wer möglichst lange etwas von den Früchten haben will, sollte einen trockenen und kühlen Keller haben. −Foto: Kleiner

 
Altötting. Für Landwirte war es ein schwieriges, mitunter katastrophales Jahr, für Obstbauern und Gartenbesitzer hingegen ein rekordverdächtiges. Egal ob Beeren, Äpfel, Birnen oder Zwetschgen – Büsche und Bäume waren und sind prall behangen. Nun heißt es lagern – aber richtig. Tipps dafür geben Kreisbäuerin Maria Reichenspurner und Clemens Jobst, Sachgebietsleiter des Landratsamtes für Gartenbau, Grünordnung und Landschaftspflege.

Vor allem Äpfel sind über den Winter lagerfähig, wobei man dieses Jahr auch aufpassen muss. Es gab und gibt zwar viele Äpfel, jedoch seien diese durch die lang anhaltende Trockenheit, qualitativ nicht so gut wie sonst und deswegen auch nicht so lange lagerfähig, erklärt Clemens Jobst.

Kreisbäuerin Maria Reichenspurner empfiehlt, Äpfel "kühl und trocken" zu lagern. Clemens Jobst fügt hinzu, dass ein kühler Keller "optimal" sei, wobei man darauf achten müsse, die Äpfel luftdurchlässig und nebeneinander zu lagern. Am besten eigne sich dafür eine "Obststiege", ein luftdurchlässiges Regal, in das die Früchte mit dem Stiel nach unten gelegt werden. Einmal wöchentlich sollte der Bestand kontrolliert werden. Finden sich angefaulte oder beschädigte Äpfel, dann heißt es aussortieren.

Bei der Lagerung empfiehlt sich auch ein genauer Blick auf die jeweilige Sorte. Während manche Äpfel gar nicht fürs Lagern geeignet sind, so etwa der Jakob-Fischer-Apfel, gibt es im Gegenzug auch solche, die erst nach einiger Reifezeit im Keller ihren vollen Geschmack entfalten. Diese "Lageräpfel" sollten Jobst zufolge möglichst unbeschädigt eingelagert werden. Ist die Schale beschädigt, können sich Pilze entwickeln, der Apfel verfault.

Wichtig ist dem Experten nach in diesem Zusammenhang auch, dass Äpfel mit keinem anderen Obst gemeinsam gelagert werden, denn Äpfel strömen das Reifegas Ethylen aus, welches auch den Reifeprozess anderer Früchte beschleunigt.

Wer keinen kalten Keller besitzt kann seine Äpfel Jobst zufolge auch auf einer Folie in einem Lichtschacht oder in der Garage lagern. Auch hier gilt: luftdurchlässig und nicht aufeinander. Wer sich nicht sicher ist, ob und wie lange seine Äpfel haltbar sind, fragt am besten beim örtlichen Gartenbauverein nach.

Bei den Birnen sieht es in Sachen Lagerung meist deutlich schlechter aus. Nur sehr wenige Sorten sind wirklich lagerfähig, etwa die "Gute Graue". Diese wird Clemens Jobst zufolge genauso behandelt wie Äpfel – wobei wie erwähnt beide nicht gemeinsam untergebracht werden sollten. Alternative Methode zum Haltbarmachen von Birnen ist das Einwecken oder aber die Weiterverarbeitung zu Saft oder Kompott.

Auch Kürbisse gibt es dieses Jahr in großer Zahl. Die Feldfrüchte sind weitgehend unkompliziert zu handhaben. Reife Kürbisse können einfach im Keller aufbewahrt werden. Vor allem große Kürbisse sind zur Erntezeit allerdings häufig noch nicht reif genug. Sie sollten an einem warmen, trockenen Ort mit Durchzug ausreifen, rät Jobst. − jm

7.6.2018
Durststrecke: Hitze stresst die Pflanzen
Fachberater Clemens Jobst gibt Tipps in Sachen "Richtig gießen" – Landwirte sehen die Lage "noch halbwegs im grünen Bereich"

Altötting. Alles trocken machte der Mai und auch der Juni verheißt für Gartenbesitzer und Landwirte derzeit nichts Gutes: Zu warm und zu trocken ist es bislang und während die Bauern zunehmend um ihre Ernte bangen, blicken auch Gartler besorgt auf ihre Pflanzen und Bäume. "Es gab die vergangenen Wochen absolut viel zu wenig Wasser", konstatiert Clemens Jobst, Kreisfachberater in Sachen Gartenbau.

Erst der trockene Winter und nun die sommerlichen Temperaturen – "das stresst die Pflanzen". Zumal sie sich eigentlich gerade in der Wachstumsphase befinden, die normalerweise in die milden Monate des Frühlings falle, erklärt Jobst weiter. Und für den Austrieb und den Zuwachs sowie für das Ausbilden der Früchte benötigen die Pflanzen und Bäume viel Wasser. "Und das fehlt." Eine erste Reaktion, die nun bei Obstbäumen zu beobachten sei, ist das Abwerfen der Früchte. Ein Schutzmechanismus in kargen Zeiten. Und die Dürreschäden nehmen von Jahr zu Jahr zu, hat Jobst beobachtet. Wenn sich nicht bald was ändere, sieht er "schlechte Karten" für die Obsternte. Zumal auch der Insektenflug heuer eher gering ausgefallen sei. "Das wird die nächsten Jahre noch dramatisch, wenn das so weiter geht."

Den Hobbygärtnern rät Jobst, regelmäßig zu gießen und gibt einige Tipps in Sachen "richtig wässern":

Grundsätzlich gilt: "Lieber etwas seltener gießen, dafür gscheit", so Jobst. Wer jeden Tag Hortensien, Rosen und Co. wässert, verziehe sie, betont der Fachmann vom Landratsamt. Die Pflanzen bilden nur flache Wurzeln kurz unterhalb der Bodenoberfläche aus und wurzeln nicht in die Tiefe. Wer dann für ein oder zwei Wochen in den Urlaub fährt, riskiert Dürreschäden bei den Pflanzen. Das Wasser aus der Regentonne sei zudem besser zum Gießen geeignet, als das kalte aus dem Hausanschluss.

Gemüsepflanzen in den Abendstunden oder ganz in der Früh gießen. "Auf keinen Fall in der Mittagshitze." Wassertropfen auf den Blättern können wie ein Brennglas fungieren und die Pflanze verbrennen. Selbst wenn Tomaten die Blätter hängen lassen, lieber auf die Abendstunden warten. "Das schaffen die", betont Jobst.

Bäume auf keinen Fall täglich gießen. Lieber einmal die Woche, dann aber großzügig. Drei bis vier Jahre alte Bäume beispielsweise bräuchten fünf bis sechs Gießkannen – ältere Bäume entsprechend mehr. Ab einem gewissen Alter aber sei es nicht mehr sinnvoll, die Bäume zu gießen. "Eine 50 Jahre alte Linde bräuchte 300 bis 400 Liter Wasser", sagt Jobst. Wichtig bei Bäumen: Nicht am Stamm gießen, sondern außerhalb der Baumkrone. Hier befinden sich die fein verästelten Wurzeln.

Noch halbwegs im grünen Bereich sieht Behördenleiter Josef Kobler vom Töginger AELF die Lage der Landwirte. Zwar gebe es aufgrund der zuletzt sehr unterschiedlichen Wetterlagen örtlich angespanntere Situationen, etwa im kiesigen Bereich des Inntals, insgesamt aber habe die Trockenheit noch keine dramatischen Züge angenommen, sagt Kobler. Auch bei der Qualität der Erzeugnisse müssten noch keine größeren Abstriche befürchtet werden – auch wenn auf den gerade erfolgten zweiten Grasschnitt hin das Wachstum auf sich warten lässt. Klar sei aber: "In den nächsten zwei Wochen braucht es ordentlich Regen", sagt Kobler. Andernfalls gehe es an die Substanz.

Gelassen sieht der Wetterlage hingegen Gemüsebauer Josef Steiner entgegen. Der Betreiber des fast 20 Hektar großen Gewächshauskomplexes in Kirchweidach setzt bei der Bewässerung zwar ausschließlich auf Regenwasser, die Sammelbecken habe er allerdings von Anfang an sehr großzügig dimensioniert, sagt er. So stehen für Tomaten, Paprika und Co. insgesamt 80000 Kubikmeter oder 80Millionen Liter Wasser zur Verfügung. Steiner zufolge würde das selbst bei kompletter Trockenheit etwa ein Drittel des Jahres über reichen. Selbst jetzt, nach wochenlanger Durststrecke, sei das für die Paprikapflanzen gedachte Becken noch zur Hälfte voll, das für die Tomaten immerhin zu 35 bis 40 Prozent. "Die nächsten fünf bis sechs Wochen" brauche er sich noch keine großen Gedanken über die Bewässerung machen, sagt Steiner.

Auch Beeren-Spezialist Josef Hausner will nicht jammern. "Ich habe noch nie so früh Erdbeeren gehabt wie dieses Jahr", sagt der Burgkirchner, der sich auch über eine heuer hohe Qualität freut. "Wenn es so viel Sonne gibt, wird viel Zucker eingelagert." Nur ein Manko habe die Hitze: "Bei 30 Grad gehen die Leute lieber ins Schwimmbad als zum Erdbeerpflücken."
− jo/ckl

12.3.2018
"Der Garten hält jung"
Frühjahrsversammlung mit Vortrag und Seminar für Führungskräfte bei den Gartlern

Gastgeber und Funktionäre beim Vorständeseminar und bei der Frühjahrsversammlung des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege Altötting im Bürgerzentrum in Burgkirchen: (von links) Kreisvorsitzender Stefan Jetz, Bürgermeister Johann Krichenbauer, Seminarleiterin vom Landesverband Sabine Zosel, der scheidende Kreisfachberater Clemens Jobst, neuer Kreisfachberater Andreas Baumgartner und Franz Eckl vom gastgebenden Gartenbauverein Burgkirchen. − Fotos: Spielhofer
Gastgeber und Funktionäre beim Vorständeseminar und bei der Frühjahrsversammlung des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege Altötting im Bürgerzentrum in Burgkirchen: (von links) Kreisvorsitzender Stefan Jetz, Bürgermeister Johann Krichenbauer, Seminarleiterin vom Landesverband Sabine Zosel, der scheidende Kreisfachberater Clemens Jobst, neuer Kreisfachberater Andreas Baumgartner und Franz Eckl vom gastgebenden Gartenbauverein Burgkirchen. − Fotos: Spielhofer

Brigitte Koreck vom Landratsamt arbeitet beim Vereins-Gartenblattl mit. Einer der ersten Leser war Richard Antwerpen, Ehrenvorsitzender im Kreisverband.
Brigitte Koreck vom Landratsamt arbeitet beim Vereins-Gartenblattl mit. Einer der ersten Leser war Richard Antwerpen, Ehrenvorsitzender im Kreisverband.

Burgkirchen. Einen lehrreichen und informativen Abend haben am Donnerstag etwa 90 Führungskräfte aus den Gartenbauvereinen im Landkreis Altötting im Bürgerzentrum in Burgkirchen verbracht – eine dreistündige Veranstaltung mit Vorständeseminar vom Landesverband, Vortrag über den gastgebenden Burgkirchner Verein, Frühjahrsversammlung des Kreisverbandes und Präsentation vom neuen Vereins-Gartenblattl.

In seiner Begrüßung zeigte sich Bürgermeister Johann Krichenbauer erfreut, dass diese Veranstaltung der Gartler in Burgkirchen ausgerichtet wurde und stellte die Gemeinde vor. Es gebe zwei Kleingartenanlagen und zwei Gartenbauvereine in Burgkirchen und im Ortsteil Hirten. "Beide Vereine sind sehr aktiv, sie bringen sich mit großem Engagement ins Gemeinschaftsleben ein", lobte Krichenbauer.

Burgkirchens Urgestein Franz Eckl, Chef des örtlichen Gartenbauvereins, referierte unterhaltsam und in astreinem Bairisch über die Historie des Vereins, gegründet im Jahr 1902 als Obstverein Burgkirchen. In Bayern regierte Prinzregent Luitpold. Damals hatte die Gemeinde schon ein paar Jahre einen Bahnanschluss und eine Postagentur. Als im Jahr 1909 die Schule in der heutigen Rupertusstraße gebaut wurde, pflanzte der Verein im Schulgarten verschiedene Obstbäume. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges hatte der Verein zwölf Mitglieder. Es folgte in den 1960er Jahren der Bau der Kleingartenanlage mit Gartenlokal "Ranch" zunächst mit 35 einfachen Gartenlauben. Heute gibt es auf dem Areal 84 verpachtete Kleingärten. Im Laufe der Zeit wuchs der Verein, die Kleingartenanlage erhielt die Bronzemedaille bei einem Bundeswettbewerb. "Der heutige Verein hat 382 Mitglieder, 119 Personen sind zwischen 70 und 80 Jahre alt. Der Garten hält jung", sagte Eckl schmunzelnd. Er wies darauf hin, dass aktuell wegen des Eschentriebsterbens im Ort radikal ausgeholzt werde.

In der Frühjahrsversammlung des Kreisverbandes stellte sich der neue Kreisfachberater Andreas Baumgartner vor. Seit Januar ist er im Dienst im Landratsamt, Anfang November wird er den bisherigen Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege ablösen, der in den Ruhestand geht (die Heimatzeitung berichtete). "Ich weiß, dass ich ein großes Erbe antrete, ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen", sagte er und versprach, jeden Ortsverein zu besuchen.

Der Kassenbericht von Kassier Georg Keller, vorgetragen von Clemens Jobst, hatte für das Jahr 2017 keine Einwände von der Kassenprüfung. Somit konnte die Vorstandschaft einstimmig entlastet werden. Im Haushaltsplan für das Jahr 2018 sind die Zahlen in den Einnahmen und Ausgaben identisch mit dem Vorjahr und somit einstimmig von der Versammlung beschlossen worden.

Seit ein paar Jahren wird vom Kreisverband das Vereins-Gartenblattl herausgebracht. Darin können sich die Gartenbauvereine im Landkreis mit Fotos und Texten präsentieren. "Es ist wieder ein gelungenes Werk. Danke an die Vereine, die mitgemacht haben, die Broschüre mit einer Auflage von 2500 Stück kommt im Landkreis gut an", sagte Kreisvorsitzender Stefan Jetz und erklärte, dass ein solches Werk mit viel Mühen verbunden sei und von drei Mitarbeitern im Landratsamt abgewickelt werde.

Beim Vorständeseminar referierte Sabine Zosel über das Dienstleistungsangebot des Landesverbandes für Gartenbau, über aktuelle Themen und Arbeitsprogramme für die Vereinsarbeit. Im Informationsdienst beispielsweise stehen Werbeflyer, Image-Broschüren, Präsentationsmappen, Verzeichnis mit 185 Fachreferenten und Merkblätter zur Verfügung. Das bisherige Fachblatt des Landesverbandes ist nun umbenannt in "Gärtnerwissen". "In Werbung investieren ist gut für gemeinnützige Vereine", war die Empfehlung der Referentin. Sie informierte über die Präsenz des Landesverbandes in den neuen Medien, über die Erstellung und Pflege einer Homepage für die Ortsvereine, über Versicherungen und über Kinder- und Jugendarbeit in den Vereinen.
− rs

9.3.2018
Der grüne Architekt
Andreas Baumgartner wird der neue Kreisfachberater für Gartenbau – Clemens Jobst geht zum 1. November

Bei ihm ist der Name Programm: Andreas Baumgartner übernimmt Ende des Jahres die Aufgaben von Clemens Jobst, als Kreisfachberater für Gartenbau, Grünordnung und Landschaftspflege am Landratsamt. Der 28-Jährige aus Mühldorf ist studierter Landschaftsarchitekt. − Fotos: Stummer
Bei ihm ist der Name Programm: Andreas Baumgartner übernimmt Ende des Jahres die Aufgaben von Clemens Jobst, als Kreisfachberater für Gartenbau, Grünordnung und Landschaftspflege am Landratsamt. Der 28-Jährige aus Mühldorf ist studierter Landschaftsarchitekt. − Fotos: Stummer

Altötting. Der Landkreis bekommt einen neuen Ansprechpartner in Sachen grüne Fragen. Der langjährige Kreisfachberater für Gartenbau, Grünordnung und Landschaftspflege, Clemens Jobst, geht zwar erst zum 1. November in Ruhestand, sein Nachfolger aber steht bereits jetzt fest. Der 28-jährige Landschaftsarchitekt Andreas Baumgartner tritt in die Fußstapfen und übernimmt Ende des Jahres die Aufgaben von Clemens Jobst. Seit Anfang Januar ist der Mühldorfer im Einsatz und freut sich insbesondere über die lange Einarbeitungszeit, die es ihm ermöglicht, sich in aller Gründlichkeit in den neuen Aufgabenbereich einzuarbeiten. "Das ist nicht selbstverständlich", betont er.

Bereits jetzt übernimmt Andreas Baumgartner verschiedene Aufgaben, hilft bei Anfragen, schlichtet bei Nachbarschaftsstreitigkeiten und besucht derzeit auch Gartenbauverbände, um seine künftigen Ansprechpartner kennenzulernen.

Baumgartner selbst hat in Weihenstephan Landschaftsarchitektur studiert – vielleicht ein wenig inspiriert durch die Leidenschaft seines Vaters, der ein passionierter Gartler ist und sich im Landkreis Mühldorf sehr für den Naturschutz einsetzt. "Vielleicht hat das ein bisschen abgefärbt", überlegt er. Nach dem Studium arbeitete er zunächst in München als Selbständiger in verschiedenen Planungsbüros mit, dann war Baumgartner für eine Gartenbaufirma in Ampfing tätig. Vor allem die Landschaftsarchitektur hat es dem 28-Jährigen angetan. Und genau hier möchte er auch in Zukunft neue Impulse geben.

Denn eine Mischung aus Altbewährtem und der ein oder anderen neuen Idee soll sein Weg in den nächsten Monaten sein. Selbstverständlich werde er an solch bewährten Formaten wie dem Gartenseminar festhalten. "Das wird so gut angenommen, das wird auf jeden Fall weitergeführt", betont er. Aber vielleicht könnte er einen Vortrag über Gartenplanung hinzufügen und insbesondere Privatleuten ein paar Tipps in Sachen Landschaftsarchitektur an die Hand geben und wie man an diese Thematik herangeht, überlegt er. Der Kreisfachberater wird aber auch im Bereich der Freiflächengestaltung tätig. Wird beispielsweise ein Mehrfamilienhaus neu gebaut, überprüft er die Pläne, ob die geplante Bepflanzung, die Abstände und die Einfriedung mit den Bestimmungen übereinstimmen. Auch mit den verschiedenen Verbänden im Landkreis wird er künftig zusammenarbeiten. Vor allem aber will er Ansprechpartner für die Bürger sein. "Man kann mich jederzeit anrufen", betont er. "Ich berate und helfe gern, auch vor Ort Termine sind möglich", wird er nicht müde zu betonen.

Baumgartner freut sich auf die anstehende Arbeit. "Das war immer genau das, was ich machen wollte. So kitschig das vielleicht klingt, aber ich wollte immer mein Zuhause und meine Gegend planen. Und genau das tue ich jetzt."
− jo
Kreisfachberater Andreas Baumgartner ist im Landratsamt Altötting unter 08671/ 502349 zu erreichen.

Reiche Ernte: Clemens Jobst geht Ende des Jahres in Rente.
Reiche Ernte: Clemens Jobst geht Ende des Jahres in Rente


6.3.2018
Vorstände-Seminar für Gartenbau und Landespflege
Burgkirchen. Der Bayerische Landesverband für Gartenbau und Landespflege veranstaltet am Donnerstag, 8. März, ab 18.30 Uhr im Bürgerzentrum Burgkirchen ein Seminar für Vorstände und Mitglieder der Vereinsleitungen im Gartler-Kreisverband Altötting. Themen sind: das Dienstleistungsangebot des Landesverbandes von Arbeitsprogrammen für die Vereinsarbeit bis hin zu Hilfen und Materialien des Landesverbandes etwa bezüglich des Kinder- und Jugendwettbewerbs "Streuobst-Vielfalt – Beiß rein!"; der Einsatz von neuen Medien; der Vortrag von Franz Eckl aus Burgkirchen "Gartenbauvereine einst – jetzt – morgen"; Wichtiges vom Kreisverband Altötting und Vorstellung der 8. Ausgabe des Gartenblattl’s durch Vorsitzenden Stefan Jetz und Geschäftsführer Clemens Jobst.

2.3.2018
Neuer Kreisfachberater stellt sich den Gartlern vor
Burgkirchen. Ein Wechsel steht im Umfeld des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege an: So verabschiedet sich Kreisfachberater Clemens Jobst im Herbst in den Ruhestand. Nachfolger Andreas Baumgartner wird sich am Donnerstag, 8. März, bei der Frühjahrsversammlung des Kreisverbands vorstellen. Daneben stehen der Haushaltsplan fürs laufende Jahr und die Präsentation des Gartenblattls auf dem Plan. Beginn ist um 18.30 Uhr im Bürgerzentrum Burgkirchen.

24.02.2018
Der perfekte Schnitt
18. Altöttinger Gartenseminar: Rund 100 Teilnehmer informierten sich über Baumschnitt und Co.


Der praktische Teil des Gartenseminars ist jedes Jahr wieder äußerst beleibt und bis auf den letzten Platz belegt. − Foto: Trojovsky

Der praktische Teil des Gartenseminars ist jedes Jahr wieder äußerst beleibt und bis auf den letzten Platz belegt. − Foto: Trojovsky


Altötting. Da war wieder der grüne Daumen gefragt: Rund 100 Interessenten nahmen diesen Dienstag und Mittwoch am 18. Altöttinger Gartenseminar unter der Leitung von Clemens Jobst, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege des Landratsamtes Altötting, teil. Die Gartler absolvierten am Vormittag des ersten Seminartages einen theoretischen Teil beim Graminger Weißbräu, bei dem sie über die Pflege verschiedener Baum- und Strauch-Sorten und die unterschiedlichen Baumschnitttechniken sprachen.

Nachmittags durften die Kursteilnehmer ihr erlerntes Wissen in die Tat umsetzten: Die Bäume auf dem Sportplatz des König-Karlmann-Gymnasiums wurden im Praxisteil von den rund 50 Gartlern zurechtgeschnitten und somit wieder in Form gebracht. Dies geschah unter der Aufsicht der Gartenpfleger des Kreisverbandes und Clemens Jobst, der von seinem zukünftigen Nachfolger Andreas Baumgartner tatkräftig unterstützt wurde.

Am zweiten Tag des Seminars ging es in Graming mit verschiedenen Vorträgen weiter. Die erneut zahlreich erschienenen Seminarteilnehmer konnten sich in den vier Vorträgen von unterschiedlichen Referenten über diverse Themen rund um die Natur, den Garten und das Eigenheim informieren.

Hierfür kamen auch Gastreferenten, etwa Jürgen Gastel von der Freiwilligen Feuerwehr Neuötting, der über Gefahren in Haus und Garten informierte und den Teilnehmern im Anschluss noch die Möglichkeit gab, einen simulierten Brand zu löschen. Aber auch die Themen Obstbaumpflege, Pflanzenschutzmittel und Zecke, Fuchsbandwurm und Co. kamen zur Sprache.

"Es ist erstaunlich, wie viele Menschen Interesse zeigen", zieht Clemens Jobst nach den zwei Tagen Resümee und weist darauf hin, dass dies nicht das letzte Gartenseminar gewesen sein wird. 2019 ist wieder im selben Zeitraum ein Seminar geplant, bei dem auch einige der Wunschthemen, die manche Besucher dieses Jahr geäußert haben, behandelt werden.

Wer allerdings Fragen rund um den Garten hat, muss nicht auf das nächste Seminar warten, sondern kann sich jederzeit bei Clemens Jobst und seinen Kollegen unter 08671/502316 im Landratsamt melden. "Wir sind sozusagen das Gartentelefon, das heißt wir beraten die Bürger kostenlos in ihren Fragen rund um den Garten und das Eigenheim", so Jobst.
− ct

Gartentag 21.2.2018 Feuerlöschübung

 

 

 

Gartentag 20.2.2018 Baumschnitt

 

14.02.2018
Gartenseminar am 20. und 21. Februar
Altötting. Das 18. Gartenseminar des Landratsamtes und des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege findet am 20. und 21. Februar beim Graminger Weißbräu statt. Beginn ist am ersten Tag um 8.45 Uhr; dieser steht ganz im Zeichen des richtigen Schnitts. Ab 13 Uhr stehen praktische Schnittübungen im Obstlehrgarten in der Josef-Neumaier-Straße auf dem Programm. Um "Obst für kleine Gärten", Pflanzenschutz im Zeitalter des Buchsbaumzünslers sowie die Themen "Natur erleben ohne Angst" und Sicherheit in Haus und Garten geht es dann am Mittwoch, 21. Februar. Weitere Informationen unter 08671/ 502316 oder via E-Mail an clemens.jobst@lra-aoe.de
− red

20.01.2018
Zwei Tage in Grün
Gartenseminar von 20. bis 21.Februar – Baumschnitt und Pflanzenschutz im Fokus
weitere Bilder zu Zwei Tage in Grün
Altötting. Tipps und Tricks in Sachen Gartenarbeit gibt es Ende Februar wieder: Denn vom 20. bis zum 21. Februar findet das alljährliche Gartenseminar des Landratsamtes und des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege Altötting statt. Das etablierte Seminar geht damit in die 18. Runde. Der erste Tag steht ganz im Zeichen des richtigen Schnitts – egal ob bei Wild- und Ziersträuchern oder den Grundlagen des Obstbaumschnittes, des Erziehungs- oder des Verjüngungsschnittes. So gibt Günter Edelmüller, Gartenpfleger des Kreisverbandes, am Dienstagvormittag, ab 8.45 Uhr, Tipps zu Wild- und Ziersträucher. Clemens Jobst, bei dem die Fäden in Sachen Altöttinger Gartenseminar zusammenlaufen, informiert dann ab 10.15 Uhr über die Grundlagen des Baumschnittes. Nach einer Mittagspause stehen dann ab 13 Uhr die praktischen Schnittübungen im Obstlehrgarten des Landkreises in der Josef-Neumaier-Straße in Altötting auf dem Programm. Unter der Leitung von Kursleiter Clemens Jobst und den Gartenpflegern Günter Edelmüller, Barbara Jüngling und Klaus Wunder gibt es reichlich Informationen über die richtige Vorgehensweise; der Kurs ist auch speziell für Gärtner, Mitarbeiter der kommunalen Bauhöfe und von Gartenpflegebetrieben sowie für Hausmeister von öffentlichen Einrichtungen und Wohnanlagen gedacht. Um "Obst für kleine Gärten" geht es dann am 21. Februar. Sr. Michael Neumüller vom Obstzentrum Hallbergmoos zeigt, wie man auch in kleinen Gärten eine reiche Ernte einfahren kann. "Pflanzenschutz im Zeitalter des Buchsbaumzünslers" wird dann ab 10 Uhr erörtert. Clemens Jobst zeigt die Möglichkeiten auf und was erlaubt ist und was eben nicht. Um das Thema "Natur erleben ohne Angst" geht es dann ab 13 Uhr. Über den vernünftigen Umgang mit Fuchsbandwurm, Zecke Giftpilz und Co. referiert Dr. Ute Künkele aus Petting.

Praktisch wird es dann noch einmal am Nachmittag. Ab 15 Uhr geht es bei Jürgen Gastel von der Freiwilligen Feuerwehr Neuötting um die Sicherheit in Haus und Garten. Hier besteht dann auch die Möglichkeit, ein Handlöschgerät einmal auszuprobieren.

Tagungsort ist am Dienstag und Mittwoch der Gasthof Graminger Weißbräu in Altötting; am Dienstagnachmittag findet der praktische Teil im Obstlehrgarten des Landkreises in der Josef-Neumeier- Straße statt. Weitere Informationen zu dem Gartenseminar gibt es unter 08671/502316 oder unter clemens.jobst@lra-aoe.de.

Für den praktischen Teil rät Clemens Jobst, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespfleger am Landratsamt, wetterfeste Kleidung zu tragen und Baumscheren und -sägen selbst mitzubringen.
− jo

11.11.2017
Mehr Bewusstsein für Ernährung und Natur

Herbstversammlung der Kreis-Gartler – Info-Reise 2018 führt auf die Azoren

Altötting. Rückblick auf 2017, Ausblick auf 2018 und die Präsentation einer ambitionierten Jugendaktion zu den Themen Jugend und Natur standen im Mittelpunkt der Herbstversammlung des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege Altötting im Gasthof "Zwölf Apostel".

Kreisvorsitzender Stefan Jetz berichtete von der Landesverbandstagung, die am 23. September 2017 in Beilngries stattgefunden hatte. Thematisiert wurde dort die Nutzung von Randstreifen an Straßen und Bahnschienen oder Einschleifungen bei Autobahnen und Kreisverkehren, indem versucht werde, die ökologische Artenvielfalt in Form von Insekten und Kleintieren zu erhöhen.

Den "Tag der offenen Gartentür" im Juni nutzten rund 1000 Bürger, um Blicke in 13 gärtnerische Kleinode im Landkreis zu werfen. "Ich hätte schon ein flaues Gefühl im Magen, wenn ich mir vorstelle, dass durch meinen Garten 1000 Leute stapfen", gestand Kreisgeschäftsführer Clemens Jobst. Doch zur Freude aller Gartenbesitzer ging nichts kaputt, da sich die Besucher sehr achtsam durch die kleinen und großen grünen Oasen bewegten. Als Dankeschön gab es für die Gartenbesitzer ein Abendessen vom Kreisverband. Wer beim nächsten Mal 2020 dabei sein will, sollte ein Jahr vorher mit seinen Vorbereitungen beginnen, riet Stefan Jetz.

Der Kreisvorsitzende erläuterte die wichtigsten Termine für das kommende Jahr: Die Frühjahrsversammlung 2018 wird gemeinsam mit dem Vorständeseminar Anfang März 2018 erstmals als Abendveranstaltung stattfinden, ein passendes Lokal wird dafür noch gesucht.

In der Hauptversammlung im November 2018 wird es Neuwahlen geben, erklärte Jetz. Kreisfachberater und Geschäftsführer Clemens Jobst werde kurz davor in den Ruhestand gehen und deshalb liefen gerade die Bewerbungsgespräche für einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin. Es hätten sich Kandidaten aus ganz Deutschland auf die Stellenausschreibung gemeldet.

Für die Aktion "Auch Gewerbe gestaltet unsere Dörfer und Städte" wurden die Ortvorstände gebeten, maximal zwei Gewerbetreibende zu melden. Zuletzt hat der Wettbewerb 2013 stattgefunden. Anmeldeschluss ist Sommer 2018. Die Ausschreibung erfolgt durch den Kreisverband und der Festabend mit Ehrungen ist für Oktober 2018 geplant, erklärte Jobst.

Der Kinder- und Jugendwettbewerb "Streuobst-Vielfalt – beiß rein" hat zum Ziel, Wissen über Streuobst weiterzugeben und erleb- und begreifbar zu machen. "Kinder und Jugendliche müssen verstehen, dass Lebensmittel wertvoll sind", so Jobst. Jeder Gartenbauverein, der Kinder- und Jugendarbeit mache, könne sich über den Kreisverband anmelden. Die Prämierung für den 1. Sieger erfolge erst 2019 durch den Landesverband, wenn dieser seinen 125. Geburtstag feiert.

Seit acht Jahren gibt es das Gartenblattl, welches in Arztpraxen und auch am Landratsamt ausliegt. Es komme bei der Bevölkerung sehr gut an, freuten sich Jobst und Jetz. Beiträge der Ortsvereine würden noch bis 7. Januar 2018 angenommen. Die 18. Altöttinger Gartentage finden im Februar 2018 im Weißbräu Graming statt.

Unter der Leitung des Kreisjugendreferenten Peter Klinger haben vier Teilnehmerinnen an vier Seminartagen (Seminargrundlage: Bewusstseinsbildung für Ernährung und Natur) im April und Mai 2017 die Referentenausbildung zum BEN-Coach erfolgreich absolviert und dürfen sich ab jetzt so nennen und für Gartenbauvereine in Schulen und Kindergärten referieren. Das Konzept dazu wurde im Kreisverband erarbeitet. Es wurde ein Button als äußeres Zeichen dazu entworfen. Ziel ist es, das Bewusstsein der Kinder zu stärken und frühzeitig eine Veränderung von Gewohnheiten durch Wissen und Achtsamkeit einzuleiten, so Klinger. Kinder seien dann die Botschafter, die dieses Wissen auch nach Hause zu ihren Eltern tragen würden.

Hatte im Juni 2017 die Info-Reise in den Norden geführt, wo begeisterte 48 Teilnehmer rund 1 700 Kilometer durch Schweden zurücklegten, stehen im Juni 2018 die Azoren auf dem Plan. Die Vegetation der Azoren sei für Hobbygärtner hochinteressant. Wer bei dieser Info-Reise dabei sein möchte, solle sich sputen, denn es seien nur noch wenige Plätze frei, sagte Jobst.
− cs

14.10.2017
"Der Garten ist der letzte Luxus unserer Tage"

Kreisverband zeichnet Bürger aus, die sich am Tag der offenen Gartentür
beteiligt haben

Gartenbau-Verbandsvorsitzender Stefan Jetz (rechts) zeichnete jene 13 Gartenbesitzerfamilien aus, die beim Tag der offenen Gartentür im Juni dabei waren. − Foto: Kähsmann
Gartenbau-Verbandsvorsitzender Stefan Jetz (rechts) zeichnete jene 13
Gartenbesitzerfamilien aus, die beim Tag der offenen Gartentür im Juni dabei
waren. − Foto: Kähsmann

Winhöring. Seit 1999 findet die Aktion "Tag der offenen Gartentür" am letzten
Sonntag im Juni statt – im Landkreis im Turnus von drei Jahren. Private Gärten
laden dabei zur Besichtigung und zum Dialog zwischen Gartenfreunden ein. Heuer
war es wieder soweit, 13 Gärten öffneten ihre Pforten, deren Besitzer jetzt bei
einer kleinen Feierstunde im Gasthaus Schatz vom Kreisverband für Gartenbau und
Landespflege geehrt wurden.

Bis zu tausend Leute gingen an dem Tag von 10 bis 17 Uhr durch einzelne Gärten,
insgesamt hatten sich an diesem Tage zirka 5000 Interessierte auf den Weg
gemacht. Sie alle zeigten sich durchwegs sehr wissbegierig und nahmen die ein
oder andere Anregung für zu Hause mit, so Clemens Jobst, Geschäftsführer des
Kreisverbandes. Vorsitzender Stefan Jetz sagte, der "Tag der offenen Gartentür"
sei für die Besucher ein Erlebnis, Urlaub und Lehrstunde in einem. Was sich
ihnen präsentierte, war das Ergebnis langjähriger Arbeit, kreativer Ideen und
die Liebe zur Natur. Abseits von Stress und Hektik biete das eigene Stückchen
Land Gestaltungsspielraum und lasse die Gedanken frei werden.

Zu sehen waren, laut Jetz, Kloster-, Bauern-, Natur-, Schreber-, ländliche
Hausgarten, sowie Liebhabergarten mit Pflanzenschwerpunkte wie etwa ein
Palmengarten. Für alle gelte laut Charakterisierung des Schweizer
Landschaftsarchitekten Dieter Kienast: "Der Garten ist der letzte Luxus unserer
Tage, denn er fordert das, was in unserer Gesellschaft am kostbarsten geworden
ist: Zeit, Zuwendung und Raum."

Geehrt mit einer Ehrenurkunde und einem Buchgeschenk wurden: Karin und Reinhard
Rabenseifner, Christa Puppe, Kerstin und Karl Effenberger, Angelika und Peter
Gruber, Gerda und Franz Untermaierhofer, Hermine und Max Schwinghammer, Willi
Seidl, Zen Kloster Eisenbuch, Johann Hüttinger, Christine und Manfred
Blümlhuber, Martha und Günter Richter sowie Franz und Inge Eckl.
− red

26.6.2017
Paradiesische Vielfalt

13 Privatgärten öffneten am gestrigen Sonntag ihre Tore
Christine und Manfred Blümlhuber aus Alzgern nennen einen sehr gepflegten Blumengarten mit Rosen ihr Eigen. Der Bauerngarten ist mit viele Liebe zum Detail angelegt und bietet auch lauschige Plätzchen zum Relaxen. Und auch bei Regen ist er schön. − Fotos: Alfred Kleiner

Christine und Manfred Blümlhuber aus Alzgern nennen einen sehr gepflegten Blumengarten mit Rosen ihr Eigen. Der Bauerngarten ist mit viele Liebe zum Detail angelegt und bietet auch lauschige Plätzchen zum Relaxen. Und auch bei Regen ist er schön. − Fotos: Alfred Kleiner

Kreisvorsitzender Stefan Jetz (7.v.l.) und Kreisfachberater Clemens Jobst (r.) machten sich mit weiteren Gartenbau-Aktiven in den Orten selbst ein Bild von den Angeboten und der Freude der Besucher daran.
Kreisvorsitzender Stefan Jetz (7.v.l.) und Kreisfachberater Clemens Jobst (r.) machten sich mit weiteren Gartenbau-Aktiven in den Orten selbst ein Bild von den Angeboten und der Freude der Besucher daran.

Optimales Gartlerwetter, feucht und warm, herrschte am gestrigen Sonntag im Landkreis Altötting. Das hat perfekt gepasst zum Tag der offenen Gartentür. In 13 Gärten war viel zu sehen und zu entdecken, Gestaltungsanregungen gab es ebenso wie praktische Tipps zum Anbau, zur Pflege und zur Ernte. Paradiesische Zustände konnten entdeckt werden – im Palmengarten etwa oder auf der Aroniaplantage mit angeschlossener Saftkelterei, im üppigen Bauerngarten, wo Gemüse, Salat und Erdbeeren schier aus dem Boden schießen, oder im Wohngarten, in dem sich Mensch, Haustier und Hühner gleichermaßen wohlfühlen. Ein besonderer Anziehungspunkt war auch heuer wieder der Zen-Garten in Eisenbuch. Gartenbau-Kreisfachberater Clemens Jobst zeigte sich höchst zufrieden mit dem Tag der offenen Gartentür. Viele Bürger hätten sich gleich mehrere Gärten angeschaut, auch aus den Nachbarlandkreisen und Österreich seien Interessierte gekommen.
− ecs
Extravagant und originell ist der Knotengarten aus selbstgezogenem Buchs. Ferner bietet der Garten von Angelika und Peter Gruber in Ecking Platz für Hühnerhaltung, Gemüsebeete, Treibhaus und Freisitz.
Extravagant und originell ist der Knotengarten aus selbstgezogenem Buchs. Ferner bietet der Garten von Angelika und Peter Gruber in Ecking Platz für Hühnerhaltung, Gemüsebeete, Treibhaus und Freisitz.
Hans Hüttinger aus Marktlberg baut Aronia-Beeren in seinem Garten an. Daraus produziert er dann in der eigenen Kelterei Saft. Probieren durften die Besucher am Sonntag natürlich auch.
Hans Hüttinger aus Marktlberg baut Aronia-Beeren in seinem Garten an. Daraus produziert er dann in der eigenen Kelterei Saft. Probieren durften die Besucher am Sonntag natürlich auch.
Hans Hüttinger aus Marktlberg baut Aronia-Beeren in seinem Garten an. Daraus produziert er dann in der eigenen Kelterei Saft. Probieren durften die Besucher am Sonntag natürlich auch.

24.6.2017
Landkreis
Tag der offenen Gartentür im Landkreis Altötting: von 10 bis 13 Uhr, Altötting: Karin und Reinhard Rabenseifner, Osterwies 9; Burgkirchen: Edith Baier sowie Franz und Inge Eckl, Birkenweg 2a, Ortsteil Gendorf; Kleingartenanlage mit 84 Parzellen, Schilfkläranlage und Spielplatz vom Gartenbauverein im St. Gertrudweg 1; Neuötting: Christa Puppe, Pfarrer-Leeb-Straße 17; Alzgern: Manfred und Christine Blümlhuber, Öttinger Straße 17; Martha und Günther Richter, Alzgern 2; Erlbach: Zen-Zentrum Eisenbuch, Eisenbuch 7; Marktl: Johann Hüttinger, Besserer 8. Bei der Besichtigung der Anlage für Aroniaanbau kann man sich mit kleinen Brotzeiten, alkoholfreien Getränken (gekühlt), Kaffee und Kuchen stärken, auch auf mitgebrachten Decken (Picknick) in der Wiese. Reischach: Hermine und Max Schwinghammer, Aushofener Straße 9; Reischach/Ortsteil Ecking: Angelika und Peter Gruber in Ecking 61 ½; Willi Seidl, Oberkienberg 48; Gerda und Franz Untermaierhofer; Ecking 62; Reischach/Ortsteil Waldberg: Kerstin und Karl Effenberger, Waldberg 87.

23.6.2017
Kleinod Kleingarten

Gendorfer Schrebergartenanlage des Gartenbauvereins Burgkirchen macht beim Tag der offenen Gartentür mit
Und noch eine Besonderheit kann Gartenbauvereins-Vorsitzender Franz Eckl den Besuchern zeigen: eine Schilfkläranlage. − Fotos: Stummer

Und noch eine Besonderheit kann Gartenbauvereins-Vorsitzender Franz Eckl den Besuchern zeigen: eine Schilfkläranlage. − Fotos: Stummer

Ein Kunstwerk aus über 10000 Getränkeflaschen-Deckeln: Nicht ganz ein Jahr hat der etwas öffentlichkeitsscheue Besitzer dieses Hauses gebraucht, um aus den vielen Plastikkappen ein Bild zu hämmern.
Ein Kunstwerk aus über 10000 Getränkeflaschen-Deckeln: Nicht ganz ein Jahr hat der etwas öffentlichkeitsscheue Besitzer dieses Hauses gebraucht, um aus den vielen Plastikkappen ein Bild zu hämmern.
Burgkirchen. Fast ein Jahr lang hat er Deckel für Deckel hingenagelt. Rund 10000 gelbe, rote, blaue oder grüne Plastikkappen ergeben so ein überdimensionales Bild, das an der Front seines kleinen Gartenhäuschen angebracht ist. Schwäne am See, Blumen und bunte Muster sind auf diese Weise entstanden. Es ist ein farbenfrohes Gesamtkunstwerk, das in seiner Art einmalig im Landkreis sein dürfte. Der fleißige, aber etwas öffentlichkeitsscheue Künstler will seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen, aber am kommenden Sonntag haben Gartenfreunde die Möglichkeit, diese besondere Gartenhütte und die vielen liebevoll dekorierten Gärten drumherum zu besuchen.

Denn die Kleingartenanlage im St. Gertrudweg in Gendorf beteiligt sich heuer am Tag der offenen Gartentür. Und auf 84 Parzellen verteilt zeigt sich: Gartenarbeit ist höchst persönlich, höchst kreativ und höchst verschieden. Keine Parzelle gleicht der anderen; gemein ist ihnen nur eines: Die Liebe zur Natur.

Mittendrin ist Gartenbauverein-Vorsitzender Franz Eckl, der momentan mit der Vorbereitung des großen Tages beschäftigt ist. So soll beispielsweise noch eine große Schautafel angebracht werden, auf der die Schilfpflanzenkläranlage erklärt wird, die das Abwasser reinigt. Auch den kleinen Schaukasten mit den Verrottungszeiten von Müll will er noch mit Infomaterialien füttern. Eindrucksvolle Zahlen hat der Verein darin zusammengesammelt: So erfährt der Betrachter, dass Styropor beispielsweise 6000 Jahre zum Verrotten braucht, eine Plastikflasche 500 Jahre – und auch eine Bananenschale liegt zwei Jahre als Müll herum, bis dass sie verschwindet.
Die vielen liebevollen Details machen jeden einzelnen Schrebergarten zu etwas Besonderem. Besucher dürfen am Sonntag auch mal etwas genauer in Nachbars Garten einen Blick werfen.
Die vielen liebevollen Details machen jeden einzelnen Schrebergarten zu etwas Besonderem. Besucher dürfen am Sonntag auch mal etwas genauer in Nachbars Garten einen Blick werfen.
Der Gartenbauverein Burgkirchen hat sich im Jahr 1902 gegründet und derzeit 391 Mitglieder. Im Jahr 1963 entstand die Kleingartenanlage im St. Gertrudweg in Gendorf . Sie erstreckt sich mittlerweile über eine Fläche von gut 33000 Quadratmetern. Und die Nachfrage ist groß: "Wir haben eine lange Warteliste", sagt Franz Eckl, der übrigens auch mit seinem Privatgarten im Birkenweg 2a am Tag der offenen Gartentür teilnimmt.
− jo


DIE TEILNEHMER
Altötting: Palmengarten mit Zitruspflanzen, Fuchsien und vielen anderen mediterranen Pflanzen von Karin und Reinhard Rabenseifner, Osterwies 9.

Burgkirchen: Siedlungsgarten mit begrünten Dächern und Dachterrasse von Edith Baier sowie Franz und Inge Eckl, Birkenweg 2a im Ortsteil Gendorf; Kleingartenanlage im St. Gertrudweg 1.

Neuötting: 10000 Quadratmeter großer Privatgarten von Christa Puppe, Pfarrer-Leeb-Straße 17.

Alzgern: Hausgarten mit Gemüse-Bauerngarten und vielen Rosen von Manfred und Christine Blümlhuber, Öttinger Straße 17; ländlicher Hausgarten mit ortstypischen Wild- und Zierpflanzen von Martha und Günther Richter, Alzgern 2.

Erlbach: Zen-Zentrum Eisenbuch mit Tempelanlage in original japanischer Gartenästhetik, Eisenbuch 7.

Marktl: Obstgarten mit Kelterei von Johann Hüttinger, Besserer 8.

Reischach: Hausgarten mit einer Vielfalt an Rosen und Stauden von Hermine und Max Schwinghammer, Aushofener Straße 9.

Reischach/Ortsteil Ecking: Garten mit Obstbaumbestand von Angelika und Peter Gruber in Ecking 61 ½; Garten mit Kleintierhaltung geprägt durch zahlreiche sehr alte Rosenstöcke von Willi Seidl, Oberkienberg 48; Bauerngarten für Selbstversorger mit Gewächshaus von Gerda und Franz Untermaierhofer; Ecking 62.

Reischach/Ortsteil Waldberg: Garten der guten Laune von Kerstin und Karl Effenberger, Waldberg 87.

Sämtliche Gärten können von 10 bis 17 Uhr besichtigt werden; weitere Information unter 08671/ 502316.


20.6.2017
Unter Palmen zuhause

Tag der offenen Gartentür: Karin und Reinhard Rabenseifner haben in der Osterwies ein mediterranes Kleinod geschaffen


Altötting. Mittag macht Karin Rabenseifner gerne unter Palmen. Aber während andere erst viele Hunderte Kilometer reisen müssen, fährt die Altöttingerin einfach nur nach Hause, geht in den Garten, legt sich auf die Liege und genießt den mediterranen Ausblick. Karin und Reinhard Rabenseifner haben in den vergangenen Jahren in der Osterwies bei Altötting ein Kleinod der ganz besonderen Art geschaffen.

Denn in ihrem Garten wachsen etwa 40 verschiedene Palmenarten, gedeihen Zitronen, Mandarinen, Blutorangen und Oliven. Blühen Pflanzen, "die es nicht einmal im Botanischen Garten gibt", erzählt Karin Rabenseifner fröhlich und kein bisschen Stolz schwingt in der Stimme mit, wenn sie über die Palmenpracht blickt – denn die wächst nicht von ungefähr.

Viele der Pflanzen haben die beiden selbst gezüchtet, vom Samen her aufgepäppelt und großgezogen. Die beiden Altöttinger sind absolute Exotenliebhaber. "Das war immer das, was wir wollten", erzählt Reinhard Rabenseifner. Die besondere Leidenschaft begann mit einfachen Zimmerpflanzen und kleinen Palmen im Topf. Und als die immer größer wurden, stellte sich irgendwann die Frage: Wohin damit? Nach und nach schufen sie sich so ihren eigenen Palmengarten und entwickelten sich zu Palmenexperten.

"Yucca rostrata, Trithrinax campestris, Trachycarpus wagnerianus." Aus Karin Rabenseifner sprudeln die botanischen Zungenbrecher nur so heraus, wenn sie von den Bäumen und ihren Besonderheiten erzählt. Das Ehepaar bemüht sich jeder Pflanze die Bodenbeschaffenheit anzubieten, die sie auch in ihrer Heimat haben. Und die Mühen zahlen sich aus. Gut fünf Meter hohe Palmen wachsen nun in ihrem Garten, ein üppiges Grün, das aber durchaus Aufwand macht – wenn auch nur zweimal im Jahr. Denn immer im Herbst bekommen die großen Palmen eine Einhausung, die Reinhard Rabenseifner selbst gebaut hat. Infrarotlicht schützt sie vor allzu strenger Kälte. Zudem müssen sämtliche Topfpflanzen in zwei Gewächshäuser geräumt werden – und bei gut und gerne dreihundert Töpfen eine durchaus zeitaufwändige Arbeit. Und im Frühjahr geht es dann wieder los mit dem Rausräumen. Und das Wort Bodenfrost lässt das Ehepaar hektisch werden, wie Karin Rabenseifner lachend erzählt. "Da sind wir schon abends um 21.30 Uhr raus gerannt und haben allzu empfindlichen Pflanzen wieder reingeräumt."
− jo
Im Rahmen des Tags der offenen Gartentür am 25. Juni kann von 10 bis 17 Uhr auch der Garten von Karin und Reinhard Rabenseifner, Osterwies 9 in Altötting besucht werden.

17.6.2017
Der höchst willkommene Blick in Nachbars Garten

Tag der offenen Gartentür am 25. Juni – 13 Gartler aus dem Landkreis beteiligen sich – Mit dabei auch Christa Puppe und ihr Wasserturmgarten

Die vielfältige Gartenkultur im Landkreis können Besucher am Sonntag, 25. Juni, von 10 bis 17 Uhr bei dreizehn Familien kennenlernen, die zum "Tag der offenen Gartentür" einladen. Veranstaltet vom Kreisverband für Gartenbau und Landschafspflege, ist diese Einladung eine gute Gelegenheit zum Austausch unter Hobbygärtnern, zum Fachsimpeln und zur Weitergabe des Pflanzenwissens. Im Vorfeld stellt die Heimatzeitung einige teilnehmende Gärten vor. Heute den "Wasserturmgarten" von Christa Puppe in Neuötting.

Neuötting. Das Areal überragt alles. Nicht nur die Innstadt, sondern auch die Ausmaße eines gängigen Hausgartens. Auf etwa 10000 Quadratmeter – 3000 davon in Hanglage – grünt und blüht es, was das Zeug hält. Dazu kommt beim "Wasserturmgarten", dass er nicht nur die vielfältige Natur repräsentiert – er gleicht vielmehr einem Naturerlebnis.

So lädt der große Schwimmteich zwar zum Baden ein, er enthält aber auch Schätze der Flora und ist zudem Heimstätte einiger Fische. Ein sich daneben winzig ausnehmendes Biotop beherbergt Molche und durch eine aufgehängte Schmetterlingsfalle konnte die Hausherrin von Prof. Josef H. Reichholf erfahren, dass die Artenvielfalt der Falter in ihrem Garten mit der freien Natur mithalten kann. Stichwort Artenvielfalt. Diese beeindruckt natürlich besonders bei den Pflanzen. Der jeweiligen Bodenart angepasst, blühen Rosen, Veilchenblau, Storchenschnabel, Pfingstrosen, Taglilien, Königskerzen, Schusternagerl und, und, und. Dazwischen ziehen immer wieder Kunstwerke die Blicke des Gastes auf sich. Mosaikarbeiten sind die Leidenschaft von Christa Puppe. Sie gestaltete neben Kugeln, Enten und Tischchen beispielsweise auch einen alten Fensterrahmen aus. Und, wenn sie auch keine gelernte Schreinerin ist, doch auch die Gartenmöbel rund um den Schwimmteich sind von ihrer Hand. Ein Wasserspiel und Werke aus dem Stahlsymposium von Riedersbach sind weitere Hingucker. Als neueste Errungenschaft wurde ein altes Gartenhäuschen "herausgeputzt" und mit einer Küche ausgestattet, um so Besucher besser bewirten zu können. Der Clou dabei wird eine Komposttoilette.

Der Garten wird in dritter Generation von der Familie Gratzl/Puppe bewirtschaftet. Christa Puppe und ihr Lebensgefährte Gunter Strebel haben aus dem Garten in den letzten 10 Jahren mit enormen Zeitaufwand und immenser Pflege das gemacht, was beim "Tag der offenen Gartentüre" zu bewundern ist. Entstanden aus einer ehemaligen Landwirtschaft mit Streuobstwiese liegt der Schwerpunkt des Areals, das mit vielen Sitzplätzen ausgestattet ist, neben Blühpflanzen bei ausdauernden Stauden und interessanten Gehölzen. Doch Arbeit sieht Christa Puppe nicht hinter ihrem Prachtgarten. "Das ist Hobby. So als würden andere zum Sport gehen", sagt sie dazu.

Teilnehmer
Altötting: Palmengarten mit Zitruspflanzen, Fuchsien und vielen anderen mediterranen Pflanzen von Karin und Reinhard Rabenseifner, Osterwies 9.

Burgkirchen: Siedlungsgarten mit begrünten Dächern und Dachterrasse von Edith Baier sowie Franz und Inge Eckl, Birkenweg 2a im Ortsteil Gendorf; Kleingartenanlage mit 84 Parzellen, Schilfkläranlage und Spielplatz vom Gartenbauverein im St. Gertrudweg 1.

Neuötting: 10000 Quadratmeter großer Privatgarten von Christa Puppe, Pfarrer-Leeb-Straße 17.

Alzgern: Hausgarten mit Gemüse-Bauerngarten und vielen Rosen von Manfred und Christine Blümlhuber, Öttinger Straße 17; ländlicher Hausgarten mit ortstypischen Wild- und Zierpflanzen von Martha und Günther Richter, Alzgern 2.

Erlbach: Zen-Zentrum Eisenbuch mit Tempelanlage in original japanischer Gartenästhetik, Eisenbuch 7.

Marktl: Obstgarten mit Kelterei von Johann Hüttinger, Besserer 8.

Reischach: Hausgarten mit einer Vielfalt an Rosen und Stauden von Hermine und Max Schwinghammer, Aushofener Straße 9.

Reischach/Ortsteil Ecking: Garten mit Obstbaumbestand von Angelika und Peter Gruber in Ecking 61 ½; Garten mit Kleintierhaltung geprägt durch zahlreiche sehr alte Rosenstöcke von Willi Seidl, Oberkienberg 48; Bauerngarten für Selbstversorger mit Gewächshaus von Gerda und Franz Untermaierhofer; Ecking 62.

Reischach/Ortsteil Waldberg: Garten der guten Laune von Kerstin und Karl Effenberger, Waldberg 87.

Sämtliche Gärten können von 10 bis 17 Uhr besichtigt werden; weitere Information unter 08671/ 502316.

Petra Kähsmann

6.6.2017


Raupenbekämpfung unter Hochdruck


Der Buchsbaumzünsler macht den Gärtnern heuer noch mehr zu schaffen als in den Vorjahren

Altötting. "Es war im vergangenen Jahr schon schlimm", sagt Clemens Jobst. "Aber heuer explodiert der Befall geradezu." Der Kreisfachberater für Gartenbau und Landschaftskultur im Landratsamt Altötting spricht vom Buchsbaumzünsler. "Gärtners liebstes Kind", nennt Jobst den Schädling süffisant. Denn der Zünsler stellt jeden Gartenbesitzer, der einen Buchs sein Eigen nennt, vor große Herausforderungen.

Ganz harmlos sieht er aus, der zarte weiße Falter mit den braun geränderten Flügeln. Doch wer ihn im heimischen Buchs entdeckt, sollte gewarnt sein. Der Schädling, der mutmaßlich über Ostasien nach Deutschland eingeschleppt wurde, kann verheerende Schäden an den Pflanzen anrichten. Der Falter legt seine Eier an den Blättern des Buchsbaums ab, aus denen dann die Raupen schlüpfen – mit sehr großem Appetit. Die grünen Tierchen mit den schwarzen Punkten, die bis zu fünf Zentimeter lang werden, knabbern erst die Blätter der Buchsbäume ab und machen sich dann daran, auch die Rinde der Äste abzufressen. In Rekordgeschwindigkeit werden so aus üppig grünen Buchsbäumen kahle Pflanzengerippe. Diese sterben nicht zwangsläufig ab, wenn sie einmal befallen wurden, sagt Clemens Jobst. "Sie treiben auch wieder aus." Doch machen sich die Raupen immer wieder über eine Pflanze her – von Frühjahr bis Herbst wächst etwa alle zwei Monate eine neue Zünsler-Generation heran – schwächt dies den Buchs auf Dauer so sehr, dass er den Schädlingen nichts mehr entgegen setzen kann.

Doch es gibt Hoffnung für die Gartenbesitzer. Zwei neue Schädlingsbekämpfungsmittel seien jüngst für Hobbygärtner freigegeben worden, weiß Clemens Jobst. Angewendet werden sollten sie abends, empfiehlt der Pflanzenfachmann. Dabei sollte der befallene Buchs nicht nur oberflächlich behandelt, sondern "richtig eingewässert werden". Denn die Gespinste, in denen sich die gefräßigen Raupen verbergen, sitzen im Inneren des Gehölzes. Das Pflanzenschutzmittel werde daher am Besten mit einer Spritze in den Buchs eingebracht. Hilfreich sei es ebenfalls, mit einem Hochdruckreiniger die Gespinste samt Raupen aus dem Buchs zu spülen, gibt Jobst einen weiteren Tipp. Eine Folie, unter den Pflanzen ausgelegt, sollte die Tiere auffangen. Und wohin dann mit den Raupen? Kleinere Mengen könnten – gut verpackt – über den Restmüll entsorgt werden, sagt der Gartenfachmann. Größere Mengen sollten die Gartenbesitzer dagegen zu einer örtlichen Kompostieranlage bringen, wo die Überbleibsel der Schädlinge bei mindestens 70 Grad vernichtet werden. Nicht angeraten ist es laut Jobst dagegen, die Raupen auf den eigenen Kompost zu werfen oder Pflanzenreste zur Grüngutsammelstelle zu bringen, "wo sie wochenlang herumliegen". Bei angenehmen 25 Grad Außentemperatur nämlich vermehrten sich die Tiere ungestört – und schon bald flatterten viele junge Falter davon, auf der Suche nach frischem Buchs zur Eiablage.
− gam
Tipps für den Umgang mit dem Buchsbaumzünsler und insbesondere Hinweise auf für Hobbygärtner zugelassene Spritzmittel gibt es bei Clemens Jobst im Landratsamt, 08671/502316.

 

Bis zu fünf Zentimeter messen die Raupen des Zünslers. Nach den Blättern machen sie sich auch über die Rinde her, Pflanzen können dann absterben. − Foto: dpa
Bis zu fünf Zentimeter messen die Raupen des Zünslers. Nach den Blättern machen sie sich auch über die Rinde her, Pflanzen können dann absterben. − Foto: dpa

 

Altötting | 06.06.2017 | 06:00 Uhr
Wegen Kälte-Schäden: Bei der Obsternte droht heuer der Totalausfall

von Gaby Mayer
Wessen Apfelbäume nicht schon infolge des späten Frosteinbruches aufgegeben hatten, den könnten jetzt noch Schädlinge und Pilzkrankheiten ereilen. Besonders letztere gibt es heuer vermehrt. − F.: dpa
Wessen Apfelbäume nicht schon infolge des späten Frosteinbruches aufgegeben hatten, den könnten jetzt noch Schädlinge und Pilzkrankheiten ereilen. Besonders letztere gibt es heuer vermehrt. − F.: dpa

Erst standen die Apfelbäume in voller Blüte, dann kam der Frost. Obstbauern und Gartenbesitzer im Landkreis Altötting müssen sich in diesem Jahr auf eine bescheidene Ernte einstellen, zu groß sind die Kälte-Schäden. Die Landwirte hingegen schauen der Getreide- und Maisernte recht optimistisch entgegen.

Clemens Jobst, Kreisfachberater für Gartenbau und Landschaftskultur im Landratsamt Altötting, hat es am eigenen Leib erfahren: Seine Obstbäume – Kirschen, Äpfel und Birnen gibt es in seinem Garten – versprachen im Frühjahr eine gute Ernte. "Wunderschön hat der Apfelbaum geblüht", berichtet Jobst. Doch dann kam Ende April der Kälteeinbruch, nahezu alle Blüten erfroren. Mit diesem Schicksal ist der Gartenfachmann nicht alleine. Mit Ernteeinbußen von rund 90 Prozent müssen die Obstbauern im Kreis heuer rechnen, schätzt Jobst, bei der Mehrheit wird das Saften und Einlagern der Früchte also ausfallen. Glück hat nur der, dessen Bäume erst nach dem Frost blühten oder die in besonders geschützten Lagen stehen.

Einen Strich durch die Rechnung könnten ihnen allerdings auch jetzt noch Schädlinge oder Pilzkrankheiten machen. Besonders letztere gibt es derzeit verstärkt, berichtet Clemens Jobst. Der feuchte April und die darauf folgende Wärme ließen Pilze, die beispielsweise die Schrotschusskrankheit verursachen können – befallenes Laub wirkt dabei wie von Schrotkugeln durchlöchert – bestens gedeihen.

18.03.2017
Dieser Lausbua feiert heute seinen 70. Geburtstag

Weggefährten: "Ihn bringt so leicht nichts aus der Ruhe" – Auflösung auf Seite 20
Eigentlich wollte er Gärtner werden, stattdessen ist er heute der zweite Mann im Landkreis. − Foto: privat
Eigentlich wollte er Gärtner werden, stattdessen ist er heute der zweite Mann im Landkreis. − Foto: privat

Altötting. Für Landrat Erwin Schneider ist er der politische Ziehvater gewesen, Burghausens Bürgermeister Hans Steindl bezeichnet den heutigen Jubilar und sich selbst lachend als den "Altbestand im Landkreis. Wir beide halten seit 1972 wacker die Fahne der Kommunalpolitik in die Höhe." Und auch Clemens Jobst, Kreisfachberater in Sachen Pflanzen und Bäume, kennt ihn bestens: "Man könnte sich keinen besseren Kreisvorsitzenden für die Gartler vorstellen", sagt er. "Alles was er macht, macht er hundertprozentig." Unkompliziert und zuverlässig sei er, sagt Jobst. Bürgermeister Steindl hebt noch das ausgeglichene Naturell hervor. "Ihn bringt so leicht nichts aus der Ruhe." Ja, ihm sei etwas väterlich-gemütliches zueigen, so die einhellige Meinung der Weggefährten. Vielleicht ist es auch der gestutzte Bart, der ihm auch schon den Spitznamen "Nikolaus" einbrachte – damals beim Wahlkampf 1994.

Der derart gelobte Jubilar, dessen Name erst auf Seite 20 dieser Ausgabe aufgelöst wird, feiert am heutigen Samstag seinen 70. Geburtstag und bezeichnet sich selbst als jemanden, der "wenn ich etwas mache, dann mache ich es mit der ganzen Hand". Und das ist viel: Er saß von 1986 bis 2004 im Bayerischen Landtag, er war Stadtrat in Altötting, zweiter Bürgermeister des Wallfahrtsortes, Ort- und Kreisvorsitzender der CSU, seit 1972 sitzt er im Kreistag, engagiert sich im Gartenbauverein, dessen Kreisvorsitzender er zudem ist, er ist Mitglied in zahlreichen Vereinen in Altötting und Umgebung und seit 2002 stellvertretender Landrat des Landkreises. Er organisiert Wallfahrten – Liederbücher selbstverständlich inklusive. Interessiert sich für Heimatgeschichte und engagiert sich in der Pfarrei. Seine überregionale Medienpräsenz aber ist einem Verein geschuldet, zu dem er eher durch einen Zufall kam: dem Verband der Königstreuen, dessen Vorsitzender er ebenfalls ist.

"Wir hatten damals einen König-Ludwig-Stammtisch", erzählt er. Eigentlich nur ein Spaß unter Freunden, die sicher gehen wollten, dass man sich nicht aus den Augen verliert. Eines Tages kam aber der Verband der Königstreuen auf den Altöttinger zu und fragte ihn, ob er angesichts des passenden Stammtisches nicht das Patriotentreffen für den Verband organisieren könne. Er konnte – inklusive König-Ludwig-Kutsche, Bierzelt und mehr. Das Halbscharige war noch nie das Seine.

Er sei niemand, der ruhige dasitze und die Hände in den Schoße lege, sagt der seit heute 70-Jährige von sich. Selbst wenn er mal einen freien Tag habe – ganz ohne Termine, dann "würde ich wahrscheinlich in den Garten gehen und weiterarbeiten." Stets habe er eine Aufgabe gehabt, oft bis tief in die Nacht am Schreibtisch gesessen. Waren es zu Landtagszeiten noch bis 60-Stunden-Wochen, so sind es heute trotz Ruhestand noch gut und gerne 40 Stunden in der Woche. "Aber ich mache es gerne."

Der Mann mit dem gestutzten Bart ist in Unterschlottham, damals noch Gemeinde Kastl, aufgewachsen. "Und eigentlich wollte ich Gartler werden." Ein Berufswunsch, den ihm der Berufsberater damals ausredete. Er solle lieber noch weiter zur Schule gehen. Also tat er wie geheißen, wurde schließlich Rechtspfleger, ging hinaus in die Großstadt – und kam dann doch wieder in seine Heimat. "Es gibt kein Einfamilienhaus, das näher am Kapellplatz liegt, als meines", sagt er und die Freude darüber ist ihm anzusehen. Der Glaube spielte stets eine große Rolle in seinem Leben. "Nein, er war stets Mittelpunkt", verbessert er. Noch heute geht er einmal die Woche spät nachts, von Mitternacht bis 1 Uhr, in die Andachtskapelle zum Beten. "Es gibt mit Ruhe", sagt er. Und Kraft für die vielen Aufgaben, die tagsüber auf ihn warten.
− jo


18.03.2017
Stefan Jetz ist der Jubilar

 

Die meisten werden es erraten haben: Stefan Jetz, stellvertretender Landrats des Landkreises, ist der Lausbua auf Seite 19. − Foto: Stummer
Die meisten werden es erraten haben: Stefan Jetz, stellvertretender Landrats des Landkreises, ist der Lausbua auf Seite 19. − Foto: Stummer

Altötting. Gleich eine ganze Festwoche steht nun Stefan Jetz bevor: Der Kommunalpoltiker aus Altötting feiert am heutigen Samstag seinen 70. Geburtstag und statt einem großen Fest hat er seine Einladungen über die nächsten Tage verteilt (siehe auch Seite 19). "So hat man viel mehr Zeit für den einzelnen", findet er. Noch bis Freitag ziehen sich die Feierlichkeiten hin.

Das Wochenende ist engen Weggefährten, Freunden und vor allem seiner Familie reserviert. Der zweifache Vater ist mittlerweile auch vierfacher Opa und die Zeit mit den Kleinen ist ihm wichtig. "Sie wollen auch was von ihrem Opa."

Langsam, ganz langsam versucht Stefan Jetz die Fülle der Aufgaben etwas zurückzufahren, "Man wird ja nicht jünger", sagt der Träger Bayerischen Verdienstordens schmunzelnd. Aber auf einen Schlag aufhören, das mag er nicht. Das Politische liegt in seiner Familie: Auch sein Großvater, sein Vater und seine Brüder sind oder waren in der Kommunalpolitik aktiv. Da, wo er lebt, etwas mitzugestalten, das sei stets seine Motivation gewesen.
− jo


15.03.2017
14 Gärten gewähren Einblick

Am 25. Juni ist wieder "Tag der offenen Gartentür" – Kreisverband will Kinder- und Jugendbildung forcieren

 

Auch das Zen-Zentrum in Eisenbuch bei Erlbach wird am 25. Juni wieder mit dabei sein beim "Tag der offenen Gartentür". − Foto: Stummer
Auch das Zen-Zentrum in Eisenbuch bei Erlbach wird am 25. Juni wieder mit dabei sein beim "Tag der offenen Gartentür". − Foto: Stummer

Altötting. Nach mehrjähriger Pause ist es heuer wieder soweit: Der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege lädt zum Tag der offenen Gartentür. 14 Gärten können dabei am 25. Juni besichtigt werden, wie Geschäftsführer Clemens Jobst bei der Kreisversammlung im Altöttinger "Zwölf Apostel" mitteilte.

Zugänglich sind Jobst zufolge in Altötting ein Palmengarten in der Osterwies, in Neuötting ein 10000 Quadratmeter großer Stadtgarten, drei Siedlungsgärten in Alzgern, ein Hausgarten und die Kleingartenanlage in Burgkirchen, fünf Gärten in und um Reischach, in Erlbach das Zen-Zentrum Eisenbuch und in Marktl der Besserer-Hof mit Aronia-Anbau. Flyer und Plakate sollen noch an die Gartenbauvereine herausgegeben werden, so Jobst, damit entsprechende Werbung für die Aktion gemacht werden kann.

Zur Kreisversammlung konnte Vorsitzender Stefan Jetz die Vorsitzenden von 22 Vereinen der insgesamt 25 Ortsvereine begrüßen. Ihnen stellte er nochmal den Kooperationsvertrag zwischen dem Kreisverband und der Südostbayernbahn vor, dank dessen die Mitglieder der Gartenbauvereine des Landkreises ab 1. April das Südostbayernticket zu günstigeren Preisen bekommen (Anzeiger berichtete). Bedingung ist dabei Jetz zufolge, dass einer der Bahnreisenden einen gültigen Mitgliederausweis des Landesverbandes vorweisen kann.

Kassier Georg Keller präsentierte den Finanzbericht 2016 mit einem Plus von 3305 Euro, resultierend aus der Mitgliedsbeitragserhöhung durch den Landesverband. Kassenrevisor Helmut Häring bescheinigte eine sorgfältige und vollständige Buchführung. Dem folgte die einstimmige Entlastung von Schatzmeister und Vorstandschaft. Für das laufende Jahr plant Keller mit 1500 Euro an Ausgaben für die Ausbildung von Kinder- und Jugendreferenten. In diesem Zusammenhang will Kreisjugendreferent Peter Klinger ein Seminar zum Themenbereich "Umwelt" und "Gesunde Kost" abhalten, bei dem die Betreuer der Ortsvereine geschult werden sollen. Ziel ist, durch regelmäßige, bewusstseinsbildende Referate an Schulen und Kindergärten Kinder, Eltern, Erziehende und Interessierte für die Vereine zu gewinnen. In vier Nachmittagsschulungen sollen auf Themen wie "Umwelt (Wasser, Quell des Lebens)", "Saisonfrüchte (Erdbeeren, Spargel, Rhabarber etc.)", "der ideale Pausensnack", "Gemüse aus der Region", "Zucker, die süße Droge" und "Lebensräume der Natur" eingegangen werden.

Geschäftsführer Jobst gab bekannt, dass beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden" Winhöring zum Bezirksentscheid angemeldet wurde und die Bewertungskommission am 27. Juni um 12 Uhr in Winhöring zu einer zweieinhalbstündigen Besichtigung eintrifft. Erfreut zeigte sich Jobst angesichts des mit 130 Teilnehmern erneut ausgebuchten Altöttinger Gartenseminars.

Am Ende der Veranstaltung präsentierte Jetz das neue Gartenblattl des Kreisverbandes. In einer Auflage von 2500 Stück in Hochglanz stellen der Kreisverband und 21 Vereine vor, was sie im vergangenen Jahr geleistet und heuer geplant haben. Das Gartenblattl liegt im Landratsamt, in den Sparkassen und bei den örtlichen Gartenbauvereinen auf.
− red

09.03.2017
Gartler fahren günstiger

Eine Kooperation mit der SOB beschert den Vereinsmitgliedern ein spürbar günstigeres Südostbayern-Ticket

Von Mühldorf aus reicht das SOB-Netz bis München, Landshut, Passau, Rosenheim und Salzburg. Innerhalb dieses Radius können Nutzer des Südostbayern-Tickets einen Tag lang beliebig viel Zug fahren. − Foto: Kleiner
Von Mühldorf aus reicht das SOB-Netz bis München, Landshut, Passau, Rosenheim und Salzburg. Innerhalb dieses Radius können Nutzer des Südostbayern-Tickets einen Tag lang beliebig viel Zug fahren. − Foto: Kleiner

Altötting. Gartenbauer und Zug? Auf den ersten Blick ist da kein direkter Zusammenhang zu sehen. Doch gerade die Gartler im Landkreis sind es, die künftig spürbar günstiger mit der Südostbayernbahn fahren dürfen. Möglich macht das ein Kooperationsvertrag, den Kreisvorsitzender Stefan Jetz mit dem Mühldorfer Bahnableger geschlossen hat.

Konkret besagt die Vereinbarung, dass Mitglieder eines Gartenbauvereins aus dem Landkreis in Zukunft weniger für das sogenannte Südostbayern-Ticket zahlen müssen. Der dem Bayernticket ähnliche Fahrschein kostet normalerweise 18 Euro für den ersten Reisenden und fünf Euro für jeden Mitfahrer über 14 Jahre.

Für die Gartler hingegen entfällt ab 1. April die Zusatzgebühr für den Mitfahrer. Damit können für 18 Euro künftig zwei Erwachsene einen Tag lang im gesamten SOB hin- und herfahren. Erst ab dem dritten Mitfahrer sind fünf Euro fällig. Das normalerweise auf fünf Personen beschränkte Ticket wird dank der Kooperation um einen Mitfahrer erweitert, sprich: Für 38 Euro können nicht wie sonst üblich fünf, sondern sechs Personen über 14 Jahre fahren. Dabei müssen die Mitfahrer nicht ebenfalls Mitglieder in einem Gartenbauverein sein. Es reicht, wenn sich einer in der Gruppe entsprechend ausweisen kann und sein Name auf dem Ticket steht.

Gültig ist das Südostbayern-Ticket im gesamten Netz der SOB, also von Mühldorf aus nach München, Rosenheim, Landshut, Passau und Simbach. Ebenso können damit Salzburg und Ruhpolding angefahren werden, so wie das auch beim Bayernticket der Fall ist. Anders als mit diesem dürfen allerdings nicht die Münchner MVV-Systeme, etwa die S-Bahn, genutzt werden. Um den frühmorgendlichen Pendlerverkehr profitträchtiger halten zu können, gilt das Südostbayern-Ticket wochentags erst ab 9 Uhr. Am Wochenende entfällt diese Einschränkung.

Dass ausgerechnet die Mitglieder der Gartenbauvereine im Landkreis in den Genuss der Vergünstigung kommen, hat Vorsitzendem Stefan Jetz zufolge mit einem Vorstoß der Südostbayernbahn zu tun. Das Unternehmen sei auf ihn zugekommen. Die Vereinbarung gelte vorerst für ein Jahr, wobei er hoffe, dass sie verlängert wird, so Jetz, der die Modalität gestern Abend auch bei der Jahresversammlung des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege vorstellen wollte.

Bei der SOB selbst schließt man dergleichen nicht aus. Die Kooperation sei fürs erste für eine einjährige Testphase ausgelegt, heißt es bei der Mühldorfer Bahntochter, wo man von einer "Win-Win-Situation" spricht: günstige Tickets für die eine, Werbung und eine höhere Auslastung für die andere Seite. Entsprechend soll die Kooperation auch nicht auf die Gartenbauer beschränkt bleiben. Fünf Vereinbarungen sind für den Anfang geplant. Partner sind unter anderem mehrere Gewerkschaften, Gespräche gibt es auch mit der AOK. Generell sei man für weitere Angebote offen, so die SOB-Aussage – doch müsse auch klar sein, dass die Vergünstigungen begrenzt sind.
− ckl

 

09.03.2017 | 05:00 Uhr
Gartler sparen beim Bahnfahren

Eine Kooperation mit der SOB beschert den Vereinsmitgliedern ein spürbar günstigeres Südostbayern-Ticket
Altötting. Gartenbauer und Zug? Auf den ersten Blick ist da kein direkter Zusammenhang zu sehen. Doch gerade die Gartler im Landkreis sind es, die künftig spürbar günstiger mit der Südostbayernbahn fahren dürfen. Möglich macht das ein Kooperationsvertrag, den Kreisvorsitzender Stefan Jetz mit dem Mühldorfer Bahnableger geschlossen hat.

Konkret besagt die Vereinbarung, dass Mitglieder eines Gartenbauvereins aus dem Landkreis in Zukunft weniger für das sogenannte Südostbayern-Ticket zahlen müssen. Der dem Bayernticket ähnliche Fahrschein kostet normalerweise 18 Euro für den ersten Reisenden und fünf Euro für jeden Mitfahrer über 14 Jahre.

Für die Gartler hingegen entfällt ab 1. April die Zusatzgebühr für den Mitfahrer. Damit können für 18 Euro künftig zwei Erwachsene einen Tag lang im gesamten SOB-Netz hin- und herfahren. Erst ab dem dritten Mitfahrer sind fünf Euro fällig. Das normalerweise auf fünf Personen beschränkte Ticket wird dank der Kooperation um einen Mitfahrer erweitert, sprich: Für 38 Euro können nicht wie sonst üblich fünf, sondern sechs Personen über 14 Jahre fahren. Dabei müssen die Mitfahrer nicht ebenfalls Mitglieder in einem Gartenbauverein sein. Es reicht, wenn sich einer in der Gruppe entsprechend ausweisen kann und sein Name auf dem Ticket steht.

Gültig ist das Südostbayern-Ticket im gesamten Netz der SOB, also von Mühldorf aus nach München, Rosenheim, Landshut, Passau und Simbach. Ebenso können damit Salzburg und Ruhpolding angefahren werden, so wie das auch beim Bayernticket der Fall ist. Anders als mit diesem dürfen allerdings nicht die Münchner MVV-Systeme, etwa die S-Bahn, genutzt werden. Um den frühmorgendlichen Pendlerverkehr profitträchtiger halten zu können, gilt das Südostbayern-Ticket wochentags erst ab 9 Uhr. Am Wochenende entfällt diese Einschränkung.

Dass ausgerechnet die Mitglieder der Gartenbauvereine im Landkreis in den Genuss der Vergünstigung kommen, hat Vorsitzendem Stefan Jetz zufolge mit einem Vorstoß der Südostbayernbahn zu tun. Das Unternehmen sei auf ihn zugekommen. Die Vereinbarung gelte vorerst für ein Jahr, wobei er hoffe, dass sie verlängert wird, so Jetz, der die Modalitäten gestern Abend auch in der Jahresversammlung des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege vorstellen wollte.

Bei der Südostbayernbahn selbst schließt man dergleichen nicht aus. Die Kooperation sei fürs erste für eine einjährige Testphase ausgelegt, heißt es bei der Mühldorfer Bahntochter, wo man von einer "Win-Win-Situation" spricht: günstige Tickets für die eine, Werbung und eine höhere Auslastung für die andere Seite. Entsprechend soll die Kooperation auch nicht auf die Gartenbauer beschränkt bleiben. Fünf Vereinbarungen sind für den Anfang geplant. Partner sind unter anderem mehrere Gewerkschaften, Gespräche gibt es auch mit der AOK. Generell sei man für weitere Angebote offen, so die SOB. Doch müsse auch klar sein, dass die Vergünstigungen begrenzt sind.
− ckl

07.03.2017
KREISNACHRICHTEN
Gartler beschäftigen sich mit Tag der offenen Gartentür
Altötting. Um den Bezirksentscheid zum Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" geht es am morgigen Mittwoch, 8. März, bei der Jahresversammlung des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege. Ab 19.30 Uhr geht es im Altöttinger Gasthof "Zwölf Apostel" desweiteren um den Haushaltsplan für 2017, den Tag der offenen Gartentür sowie um die Jugendarbeit. Außerdem wird das neue Gartenblattl vorgestellt und verteilt.

24.02.2017
"Allein die Dosis macht ein Gift"

130 Teilnehmer beim 17. Altöttinger Gartenseminar – "Beide Tage waren sehr gut besucht"
Seit Jahren ein gefragtes Angebot: Die Seminare, die Kreisfachberater Clemens Jobst organisiert, waren heuer ausgebucht. Insbesondere der praktische Teil am Dienstag ist stets beliebt. − Fotos: Stummer
Seit Jahren ein gefragtes Angebot: Die Seminare, die Kreisfachberater Clemens Jobst organisiert, waren heuer ausgebucht. Insbesondere der praktische Teil am Dienstag ist stets beliebt. − Fotos: Stummer

Gartenbauingenieur Gerhard Kraus aus Rosenheim informierte in Sachen Giftpflanzen.
Gartenbauingenieur Gerhard Kraus aus Rosenheim informierte in Sachen Giftpflanzen.

Altötting. 17 Mal schon hat Clemens Jobst, Kreisfachberater in Sachen Pflanzen und Bäume, das alljährliche Gartenseminar organisiert. Und ein Ende ist nicht in Sicht: Denn das Seminar, das heuer am 21. und 22. Februar stattfand, zieht Hobbygärtner, Bauhofmitarbeiter, Hausmeister und mehr gleichermaßen an. "Heuer haben wir direkt Leuten absagen müssen", erzählt Jobst. Es gab deutlich mehr Anfragen als Plätze, vor allem für den praktischen Teil am Dienstag. Im Obstlehrgarten des Landkreises vis-à-vis zum König-Karlmann-Gymnasium wird dann direkt an Baum und Strauch Hand angelegt und der Zuschnitt ganz praktisch geübt.

Gut besucht waren aber auch die Vorträge am Mittwoch. Wespen- und Bienenfachmann Karl Lipp referierte zum Thema "Wildbienen als Indikator für eine intakte Umwelt", Claudia Bruns, psychologische Astrologin aus Emmerting erklärte den Zuhörern die Vorgehensweise, wenn man nach den Mondphasen gärtnern möchte; ganz praktische Tipps in Sachen Sicherheit gab es von Kriminalhauptkommissar a.D. Günter Völker. Er hatte das Thema "Schutz vor Kriminalität – Schutz im Haus und Garten" auf den Seminarplan gesetzt. Den Abschluss machte schließlich Gartenbauingenieur Gerhard Kraus. Er war zum Thema "Giftpflanzen im Haus, im Garten und im öffentlichen Grün" geladen worden. Grundsätzlich gelte der bekannte Satz des mittelalterlichen Arztes Paracelsus "Allein die Dosis macht ein Gift" , betonte Kraus. Speziell im Umgriff von Kindergärten oder Spielplätzen gebe es aber durchaus einige Bäume und Sträucher, von deren Anpflanzung er abrate. Dazu zählen: Goldregen, Pfaffenhütchen, Stechpalme, Seidelbast und Eibe. Insbesondere die auffallenden Früchte seien für kleine Kinder allzu verlockend. "Deswegen ist es sinnvoll, Kindergärten und Kitas von solchen Giftpflanzen freizuhalten." Ansonsten gelte es, Kindern so früh wie möglich, den richtigen Umgang mit der Natur beizubringen. Im Vergiftungsfall sollte sofort Kontakt zur Giftinformationszentrale aufgenommen werden, betonte Kraus. Der Giftnotruf München ist unter 089/19240 zu erreichen; sollten erste Vergiftungserscheinungen auftreten, gehören die Kinder in ärztliche Behandlung und wenn möglich sollten Teile der verdächtigen Pflanze gleich mitgebracht werden.

"Fast jeder hat giftige Pflanzen im Garten", betonte Kraus, denn auch Liguster, Rosskastanie, Efeu, Maiglöckchen oder Oleander gehören zu den Giftpflanzen. Umso wichtiger sei der richtige Umgang mit ihnen. Bei anderen Pflanzen wiederum seien nur Teile giftig, aber das müsse man eben wissen, so Kraus. Als Beispiel hierfür nannte er die Kartoffel: So schmackhaft die Knolle sei – alle oberirdischen Teile sind giftig.

Auch 2018 soll es wieder ein Gartenseminar geben, erklärt Clemens Jobst. Solange die Nachfrage derart hoch ist, macht er weiter. "Ich bin sehr positiv überrascht und es freut mich einfach."
− jo


21.2.2017

Fotos vom ersten Gartentag am 21.2.2017

 

 

 

 

 

 

 

 


18.02.2017
Den Garten richtig richten
Altötting. Zwei Tage lang dreht sich beim Gartenseminar des Landratsamtes wieder alles ums heimische Grün. Am 21. und 22. Februar rücken Mitarbeiter des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege und die Naturschutzbehörde des Landratsamtes wieder mit Gartenschere und Säge aus und geben Tipps in Sachen "der richtige Schnitt". Denn nur dann erwartet den Gartler eine ertragreiche Ernte. Die Nachfrage hinsichtlich des Seminars ist groß und so sind die Plätze für den Dienstag bereits vergeben. "Hier müssen wir Interessenten schon absagen", bedauert Kreisfachberater Clemens Jobst (Bild). Über 100 Anmeldungen hat er bereits für den Dienstag, am Mittwoch jedoch können noch wissensdurstige Gartler hinzukommen.
Klarer Schwerpunkt des ersten Tages ist am Dienstag, 21. Februar, das richtige Schneiden der Pflanzen, wobei heuer nicht nur Privatgärten im Fokus der Organisatoren stehen, sondern auch Straßenbäume und solche in Wohnanlagen. Neben Kreisfachberater Jobst wird auch Gartenpfleger Günter Edelmüller ab 8.30 Uhr in wechselnden Vorträgen erklären, wie Wild- und Ziersträucher passend geschnitten werden und welche Grundlagen es beim Obstbaumschnitt braucht. Am Nachmittag geht es im Obstlehrgang ans Praktische. Am Mittwoch, 22. Februar, stehen zunächst Wildbienen und eine bienenfreundliche Gestaltung des Gartens auf dem Programm. Später wird Astrologin Claudia Bruns vom Gärtnern nach Mondphasen erzählen, am frühen Nachmittag dann Kriminalhauptkommissar a.D. Günter Völker über den Schutz von Haus und Garten vor Einbrechern aufklären. Am Nachmittag geht es um Giftpflanzen.
Das Seminar ist wie immer kostenlos und findet im Altöttinger Gasthof "Zwölf Apostel" statt. Anmeldung beim Landratsamt unter 08671/502316 bzw. per E-Mail an clemens.jobst@lra-aoe.de.

− red/F.: Archiv jo

25.01.2017
Den Garten richtig richten
Altötting. Sträuchern und Bäumen rücken der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege und die Naturschutzbehörde des Landratsamtes Ende Februar wieder auf den Leib. Beim 17. Gartenseminar dreht sich zwei Tage lang wieder alles ums heimische Grün.
Klarer Schwerpunkt des ersten Tages ist am Dienstag, 21. Februar, das richtige Schneiden der Pflanzen, wobei heuer nicht nur Privatgärten im Fokus der Organisatoren stehen, sondern auch Straßenbäume und solche in Wohnanlagen. Neben Kreisfachberater Clemens Jobst (Bild) wird auch Gartenpfleger Günter Edelmüller ab 8.30 Uhr in wechselnden Vorträgen erklären, wie Wild- und Ziersträucher passend geschnitten werden und welche Grundlagen es beim Obstbaumschnitt braucht. Am Nachmittag geht es im Obstlehrgang ans Praktische. Am Mittwoch, 22. Februar, stehen zunächst Wildbienen und eine bienenfreundliche Gestaltung des Gartens auf dem Programm. Später wird Astrologin Claudia Bruns vom Gärtnern nach Mondphasen erzählen, am frühen Nachmittag dann Kriminalhauptkommissar a.D. Günter Völker über den Schutz von Haus und Garten vor Einbrechern aufklären. Am Nachmittag geht es um Giftpflanzen.


Das Seminar ist wie immer kostenlos und findet im Altöttinger Gasthof "Zwölf Apostel" statt. Anmeldung beim Landratsamt unter 08671/502316 bzw. per E-Mail an clemens.jobst@lra-aoe.de.
− red/F.: Archiv jo

12.11.2016
Gartler schicken Winhöring ins Rennen

Teilnahme am Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" − Tag der offenen Gartentür am 25. Juni
Jugendbeauftragte Peter Klinger nutzte das Treffen auf Kreisebene, um für eine intensive Jugendarbeit zu werben. − Foto: Becker
Jugendbeauftragte Peter Klinger nutzte das Treffen auf Kreisebene, um für eine intensive Jugendarbeit zu werben. − Foto: Becker

Altötting. Drei zentrale Anliegen werden die Gartler des Kreisverbandes im kommenden Jahr beschäftigen: Winhörings Teilnahme am Bezirksentscheid "Unser Dorf soll schöner werden – unser Dorf hat Zukunft", der"Tag der offenen Gartentür" am 25. Juni 2017 und der weitere Ausbau der Jugendarbeit. Das wurde bei der Herbstversammlung des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege am vergangenen Mittwoch im Gasthof Zwölf Apostel in Altötting deutlich, zu der über 50 Mitglieder der örtlichen Gartenbauvereine gekommen waren.

Ausbau der Jugendarbeit zentrales Anliegen
Einen Großteil der Sitzung nahmen die Beratungen hinsichtlich Winhörings Wettbewerbsteilnahme ein. Bei einer Ortsbegehung und Prüfung des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege, an der auch die Abteilungen Hochbau und Naturschutz des Landratsamtes beteiligt waren, kam heraus, dass Winhöring gute Chancen haben könnte. "Es geht nicht nur darum, dass die öffentlichen Grünanlagen und die Gärten gut aussehen", erklärte Stefan Jetz, stellvertretender Landrat und Vorsitzender des Kreisverbandes. Für den Wettbewerb, der seit 1961 veranstaltet wird, spielt auch eine Rolle, wie es mit der Versorgungslage durch Geschäfte des täglichen Bedarfs, mit Medizinern und Apotheken oder auch mit der Anbindung an den ÖPNV aussieht. "Es geht darum dass die Orte eine nachhaltige Entwicklung nachweisen", so Kreisgeschäftsführer Clemens Jobst. Da habe sich nach Ansicht der Verantwortlichen im Landratsamt Winhöring gut positioniert, wie man auch in der Broschüre der Gemeinde sehen kann, sodass man eine Bewerbung für den Bezirksentscheid befürwortet.

Ein zweiter Themenschwerpunkt war der "Tag der offenen Gartentür" am 25. Juni 2017. Im dreijährigen Wechsel mit den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land besuchen "Gartler" aus den Landkreisen hierfür einander gegenseitig und blicken hinter die privaten Gartentüren. Die teilnehmenden Gärten für das kommende Jahr stehen bereits fest, darunter ein "Palmengarten" in Altötting, ein Grundstück in Neuötting, mehrere Gärten in Alzgern und Reischach sowie der "ZEN-Klostergarten" in Erlbach und der Aroniabauer in Marktl.

Jugendbeauftragter Peter Klinger nutzte das Treffen auf Kreisebene, um für eine intensivere Jugendarbeit zu werben: 13 der insgesamt 25 Mitgliedsvereine haben bereits eigene Jugendabteilungen, die anderen könnten nun den bayernweiten Jugendwettbewerb 2018 "Streuobst-Vielfalt, beiß rein" zum Anlass nehmen, ihre Jugendarbeit zu intensivieren. Hierzu stellte der Jugendbeauftragte Klinger ein Konzept vor.

Dabei verwies er auch auf das Jubiläum des Landesverbandes, der im Jahr 2019 sein 100-jähriges Bestehen feiern wird: Um das Jubiläum auch für die hiesigen Vereine zu nutzen, will sich der Jugendbeauftragte Peter Klinger um eine rege Teilnahme der Regionalverbände an dem Jugendwettbewerb
"Streuobst-Vielfalt, beiß rein"
"Streuobst-Vielfalt, beiß rein" bemühen. Dessen Sieger soll dann auf dem Jubiläum des Landesverbandes gekürt werden. Klinger plant nun mit Unterstützung des Kreisverbandes eine Schulung für bis zu zehn interessierte Mitglieder auf die Beine zu stellen, bei der sich die Teilnehmer zu Jugendreferenten ausbilden lassen können. Schulungsinhalte sind sowohl fachlicher, wie auch organisatorischer Natur, damit die Ortsvereine beispielsweise an den Schulen Informationsveranstaltungen anbieten können.

"Es sollte überall an den Kindergärten und Schulen jährlich wiederkehrende Informationsveranstaltungen geben, bei denen es um Bewusstseinsbildung für Natur und Umwelt bei unseren jungen Mitmenschen geht", so Klinger. Es wäre im Sinne des Kreisvorstandes, wenn sich aufgrund dieser Aktivitäten dann in den Ortsvereinen auch lebendige Jugendgruppen bilden würden, die dann idealerweise erfolgreich am Jugendwettbewerb 2018 teilnehmen können.
− pbj

08.11.2016
KREISNACHRICHTEN
Herbstversammlung der Kreis-Gartler

Altötting. Die Herbstversammlung des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege findet am Mittwoch, 9. November, ab 19.30 Uhr im Gasthaus Zwölf Apostel in Altötting, Bruder-Konrad-Platz 2-4, statt. Themen sind die Landesverbandstagung im September in Nördlingen, der Tag der offenen Gartentür am 25. Juni 2017 im Landkreis Altötting, die Wettbewerbe "Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden" sowie "Streuobst-Vielfalt – Beiß rein", das Vereins-Gartenblattl, die 17. Altöttinger Gartentage sowie ein Bericht über die Schottland-Reise und ein Ausblick auf die Info-Reise 2017 nach Schweden.

21.09.2016
Wohin mit dem Fallobst?

Die Obsternte fällt heuer nur mäßig aus – Was nicht direkt verwertet wird, ist immer noch gut fürs Entsaften
Äpfel der Sorte "Berner Rosenapfel" präsentiert Kreisfachberater Clemens Jobst hier im Obstlehrgarten neben dem Sportgelände des König-Karlmann-Gymnasiums. 1990 wurden dort 50 alte Sorten gepflanzt. − Foto: Blech
Äpfel der Sorte "Berner Rosenapfel" präsentiert Kreisfachberater Clemens Jobst hier im Obstlehrgarten neben dem Sportgelände des König-Karlmann-Gymnasiums. 1990 wurden dort 50 alte Sorten gepflanzt. − Foto: Blech

Altötting/Mehring. Auch wenn die Temperaturen bis vor kurzem noch nicht an den Herbst denken ließen, so ist die Obsternte bereits in vollem Gange. Allzu viel versprechen sollte man sich davon heuer allerdings nicht, erklärt Clemens Jobst, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Altötting.

Keine Obstsorte ist ihm zufolge dieses Jahr besonders ergiebig gewesen. Manche Apfelsorten hätten ganz ausgesetzt und insgesamt sei die Ernte sowohl in Vielfalt als auch in Ertrag unterdurchschnittlich. Dies ist insofern weniger schwerwiegend, als im Landkreis Altötting kaum Erwerbsobstbau betrieben wird. Als Gründe für die mäßige Ernte führt Jobst zum einen den trockenen Frühling sowie die mangelhafte Befruchtung wegen geringen Insektenfluges an; besorgniserregend sei insbesondere, dass er sehr wenige Bienen gesichtet habe. Darüber hinaus habe Blütenfrost gerade den Kirschen geschadet.
In der eigenen Packpresse in Mehring kümmert sich der örtliche Gartenbauverein um die Bestände seiner Mitglieder. Nach dem Pressen wird der Saft in einen Großbehälter gepumpt und pasteurisiert. − Foto: Wimmer
In der eigenen Packpresse in Mehring kümmert sich der örtliche Gartenbauverein um die Bestände seiner Mitglieder. Nach dem Pressen wird der Saft in einen Großbehälter gepumpt und pasteurisiert. − Foto: Wimmer

Zudem haben Jobst zufolge starke Regenfälle während des Vegetationshauptschubs von Ende April bis Anfang Juli, wenn Blätter und Blüten üppig sprießen, Pilz- und Schädlingsbefall begünstigt, gerade weil die Baumkronen angesichts der Regenfrequenz nicht vollständig trocknen konnten und Pilzsporen unter solchen Bedingungen prächtig gediehen. Immerhin sieht er die Einbußen beim Erwerbsobstbau nicht ganz so gravierend, da dort Pflanzenschutzwarndienst und Pflanzenschutzmittel vor den schlimmsten Ernteeinbrüchen bewahren.

Denjenigen, die trotz einer insgesamt eher wenig zufriedenstellenden Ernte nicht wissen, was sie mit ihrem Fallobst anfangen sollen, rät Jobst, eine private Kelterei, wie sie die Firma Pölz in Garching betreibt, oder die Obstpressen beispielsweise der Gartenbauvereine von Kastl, Mehring, Tüßling oder Winhöring aufzusuchen, um Saft aus den garteneigenen Früchten zu gewinnen. Jedoch stehen die Obstpressen in der Regel nur Vereinsmitgliedern zur Verfügung. Most wird in Winhöring ebenfalls hergestellt, jedoch nur für das vereinseigene Mostfest. Im Landkreis gebe es keine Mostereien, an die man sich als Privatperson wenden kann. Allerdings mahnt Gartenfachmann Jobst zur Vorsicht: Da einige Bäume bereits frühzeitig ihre Früchte abwerfen, so dass diese zum Teil eine Woche lang herumliegen, sind diese aufgrund von Pilz- und Schädlingsbefall zur Weiterverarbeitung unbrauchbar.

Wie das Saftpressen von Obst vonstatten geht, weiß Maria Eimannsberger vom Gartenbauverein Mehring, in deren Hof die vereinseigene Packpresse steht: Das Obst wird in eine dafür vorgesehene Mühle gefüllt und zerkleinert – geeignet für die Mehringer Saftpresse sind Äpfel, Birnen und Quitten; für Weintrauben bräuchte der Verein eine andere Mühle. Der Brei wird auf Tücher verteilt und diese dann zusammengeschlagen, gleichsam eingepackt – daher die Bezeichnung "Packpresse". Die Pakete werden sodann aufeinandergeschichtet und in die hydraulische Presse befördert. Danach wird der Saft in einem Pasteurisiergerät auf 83 Grad Celsius erhitzt und im Anschluss in Tüten abgepackt, in denen er mindestens sechs Monate haltbar ist. Aus einem Zentner Äpfel oder Birnen lassen sich so etwa 30 Liter Saft gewinnen. Die Rückstände aus dem Pressverfahren gehen dann in die Wildfütterung.
− wb

21.07.2016
Mangelerscheinungen bei Obstbäumen

Clemens Jobst berät in Gartenfragen
Nicht immer sind Schädlinge oder Pilzkrankheiten die Ursache für braune Blätter – auch Kaliummangel kann der Grund sein. − F.: Kummer
Nicht immer sind Schädlinge oder Pilzkrankheiten die Ursache für braune Blätter – auch Kaliummangel kann der Grund sein. − F.: Kummer

Altötting. Warum nur werden die Blätter seiner beiden Apfelbäume jetzt schon braun? Diese Frage stellte sich Anzeiger-Leser Otto Kummer. Clemens Jobst, Experte in Sachen Garten beim Landratsamt Altötting stellt hierzu fest: "Nicht immer sind Schädlinge oder Pilzkrankheiten die Ursache für braune Blätter."

Die braunen Blätter hier sind nicht von Pilzkrankheiten oder Schädlingen hervorgerufen worden, sondern die Ursache liegt in der Ernährung der Bäume. "Wir Gartenbesitzer wissen genau, wenn wir im Gemüsegarten gute und qualitativ hochwertige Ernten haben wollen, wir entsprechend den Bedürfnissen der Kulturen Nährstoffe in Form von Dünger in den Boden geben müssen. Diese Regel ist im Gemüsegarten jedem bekannt", betont Jobst.

Und auch bei Obstbäumen ist eine gute und gesunde Ernte vom ausgewogenen Nährstoffangebot abhängig. Braunverfärbende Blätter können Anzeichen von Pilzbefall sein, zeigen aber auch Missstände in der Nährstoffver-sorgung an.

"Hier ist Kaliummangel zu sehen", erklärt Jobst weiter. Dieser beginne zuerst an mittleren und älteren Blättern. An den Blatträndern und an der Blattspitze zeigen sich dann sogenannte Chlorosen, die später in Nekrosen – also braunes bis rotbraunes, abgestorbenes Pflanzengewebe – übergehen. Der Kaliumgehalt in der Pflanze ist zusammen mit dem Stickstoff der höchste aller Nährstoffe. Kalium reguliert den Innendruck der Zellen. Damit spielt es eine zentrale Rolle für den Wasserhaushalt der Pflanze. Ein stärkerer Kaliummangel äußert sich deshalb oft in Form einer "Welketracht", die Blätter hängen schlapp herab. Neben der Frostresistenz steigert Kalium auch die Festigkeit des Gewebes und damit die Standfestigkeit sowie die Widerstandskraft gegen Schaderreger. Ein Mangel bewirkt außerdem bei Obst und Gemüse eine Verschlechterung des Geschmacks und der Haltbarkeit.

Zahlreiche Bodenuntersuchungen bayernweit zeigen, dass Gemüsegärten oft sehr hohe Gehalte an Kalium aufweisen, bei Obstbäumen und Beerenobst dagegen kommen niedrige bzw. zu geringe Gehalte deutlich häufiger vor. Die Folgen von heißen Sommern aber auch ein zu starker Fruchtbehang bei Jungbäumen kann diese Mangelerscheinung noch begünstigen. Bei Jungbäumen, die einen zu starken Behang haben, sollte man grundsätzlich den Fruchtbehang ausdünnen.

Eine starke Mangelerscheinung lässt sich durch eine Düngung (40 – 60 g pro qm) mit Azet VitalKali oder gleichwertigem Dünger beheben. Dieser organische Kaliumdünger wird schnell aufgenommen und die Pflanze erholt sich sichtbar. Sinnvoll wäre aber, zuvor eine Bodenuntersuchung durchzuführen, in dem der Boden auf alle Hauptnährstoffe durchleuchtet wird.
− red

10.06.2016
Noch weitgehend im grünen Bereich

Neben Wiesen und Raps steht auch das Getreide gut im Saft. Die ausgiebigen Regenfälle der vergangenen Wochen haben ihm nicht geschadet. Gewisse Abstriche gibt es bislang nur beim Mais. − F.: Kleiner
Trotz Sonnenmangel und Unwettern können Landwirte und Hobbygärtner bislang zufrieden sein mit dem Jahresverlauf

Neben Wiesen und Raps steht auch das Getreide gut im Saft. Die ausgiebigen Regenfälle der vergangenen Wochen haben ihm nicht geschadet. Gewisse Abstriche gibt es bislang nur beim Mais. − F.: Kleiner

Altötting. Ein paar Tage Sonne – dann war’s das auch schon wieder in Sachen Sommer. Weil die warme Jahreszeit heuer so gar nicht recht in die Gänge kommen will und ein Unwetter das nächste jagt, fürchtet so mancher Gartenbesitzer schon um Ernte und Bestand. Wirklichen Grund zur Sorge aber gibt es bislang nicht, wie Nachfragen bei den Experten zeigen.

"Bislang sieht es eigentlich ganz zufriedenstellend aus", sagt Clemens Jobst, Kreisfachberater für Gartenbau und Landschaftskultur. So sehr der Regen der vergangenen Wochen auch Badefreunde nervt – für die Pflanzen kommt er Jobst zufolge weitgehend recht. "Zu Jahresbeginn hätte er sogar noch etwas früher einsetzen können."

Einen leichten Dämpfer hat der bisherigen Bilanz der späte Frost Ende April beschert. In Teilen des Landkreises fiel nochmals Schnee, dazu herrschten nachts Minustemperaturen. Das hat sich auch bei einigen Pflanzen bemerkbar gemacht. "Bei manchem Nussbaum oder auch bei freistehenden Pfirsichen und Aprikosen gibt es Frostschäden", erklärt Clemens Jobst.

Und auch der Fruchtbehang fällt mitunter etwas mau aus. "Die Blüte war super, aber es waren stellenweise kaum Insekten unterwegs", sagt der Gartenexperte. Betroffen sind neben Kirsche und Zwetschge auch Apfelbäume. Wobei sich Jobst zufolge im Landkreis ein sehr unterschiedliches Bild ergibt. Es gebe auch Bereiche, wo genügend Insekten unterwegs gewesen seien.

Auch deswegen ist es seiner Meinung nach für eine wirkliche Ernteprognose noch zu früh. "Da muss man noch abwarten. Es kann noch einiges passieren." Positiv sei bislang jedenfalls die Schädlingsentwicklung – mit Ausnahme des Buchsbaumzünslers, der mittlerweile im ganzen Landkreis wütet (siehe Kasten). Was Gartenbesitzer Jobst zufolge derzeit tun können ist, die Pflanzen regelmäßig auf Pilze oder Schädlingsbefall zu untersuchen, um notfalls frühzeitig eingreifen zu können.

Entspannt sieht man die Lage beim Töginger Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten – zumindest in der Landwirtschaftsabteilung. Zwischendurch habe es zwar einen leichten Mangel an Regen gegeben, zuletzt aber sei die Wassermenge mehr als ausreichend gewesen , erklärt Pflanzenbau-Fachmann Dr. Bernhard Hübner. Dass Schnee und Frost über den Winter einmal mehr nahezu ausgefallen sind, hat sich vor allem beim Wintergetreide bemerkbar gemacht. Die Bestände seien "überdimensional gut", die Qualität dagegen "eher schlechter" – oder anders erklärt: "viele Körner, aber eher kleine."

Was Krankheiten und Schädlinge angeht, sieht es Hübner für den landwirtschaftlichen Bereich ähnlich positiv wie Jobst für den Garten. Und in Bezug auf den späten Frost können die Landwirte Hübner zufolge etwas gelassener sein. Beim Raps sei die Blüte bereits abgeschlossen gewesen, und der Mais sei infolge der Kälte zwar stellenweise etwas gelblich und auch länger im Boden gewesen, aber dass es größere Verluste gegeben habe, habe er nicht gehört. "Er hat auf jeden Fall das Wasser gekriegt, dass er braucht", sagt der AELF-Mitarbeiter.

Noch ein Dritter sieht die bisherige Lage weitgehend gelassen: Anton Föggl, Kreisobmann des Bauernverbandes. Zwar beurteilt er die Lage beim Mais etwas negativer als das beim AELF der Fall ist, das Wachstum sei mittlerweile deutlich hinter dem sonstigen Zeitplan, doch sei der Mais grundsätzlich eine Pflanze, die einiges wegstecken könne, so Föggl. Zufrieden ist er, was die sonstigen Pflanzen angeht, Getreide und Gras etwa. "Da kann sich heuer keiner beschweren", sagt der BBV-Obmann, der jetzt zunächst auf trockenes Wetter hofft, um die durchnässten Areale zu trocknen, und dann auf schwülwarmes – am besten tagsüber sonnig und nachts der eine oder andere Regenschauer.
− ckl

10.06.2016
DER BUCHSBAUMZÜNSLER: Schrecken der Gartenbesitzer

 

Vor einigen Jahren vermutlich aus Asien eingeschleppt, verbreitet sich der Buchsbaumzünsler rasant. − Foto: Jobst

Vor einigen Jahren vermutlich aus Asien eingeschleppt, verbreitet sich der Buchsbaumzünsler rasant. − Foto: JobstVor einigen Jahren vermutlich aus Asien eingeschleppt, verbreitet sich der Buchsbaumzünsler rasant. − Foto: Jobst


Altötting. Seit langem ziert der Buchsbaum die Gärten. Heuer allerdings sind seine Besitzer in Sorge. Grund ist ein Schädling, der in diesem Jahr deutlich verstärkt und nahezu im gesamten Landkreis auftritt: der Buchsbaumzünsler (lat. Cydalima perspectalis). Was es mit ihm auf sich hat, erklärt Kreisfachberater Clemens Jobst vom Landratsamt.

Ihm zufolge handelt es sich um einen Falter, weiß mit schwarzem Muster und braunen Außenrändern an den Vorderflügeln, der seine Eier an den äußeren Blättern des Buchsbaums ablegt. Daraus schlüpfen grüne, schwarz gepunktete Raupen, die bis zu fünf Zentimeter lang werden können und erst die Blätter und anschließend sogar die Rinde an den Ästen fressen. Dabei können die Pflanzenteile des Buchsbaums oberhalb der Fraßstelle absterben. Stark befallene Pflanzen sehen meist beige-gelblich aus, haben wenige Blätter, dafür häufig Nester mit eingesponnenen Raupen.

Der Falter, der nur ca. acht Tage lebt und vermutlich vor einigen Jahren aus Ostasien eingeschleppt wurde, sitzt vornehmlich an der Unterseite der Blätter. Bei guten klimatischen Bedingungen entsteht von Frühjahr bis Spätsommer etwa alle zwei Monate eine neue Generation. Ein Falter kann bis zu 150 Eier ablegen. Die letzte Generation überwintert zwischen den Blättern und Ästen in einem Kokon aus verklebten Blättern und Spinnweben. Dieser Umstand erschwert Jobst zufolge auch die Bekämpfung der Schädlinge.

Der Befall beginnt meist an den unteren Ästen. Erst bei fortschreitendem Befall wird auch das Innere der Pflanze geschädigt. Wegen der dicht bewachsenen Äste und der Verzweigung ist es allerdings schwierig, einen Befall frühzeitig zu erkennen.

Betroffen sind vor allem die in Deutschland beheimateten Arten "Gewöhnlicher Buchsbaum" (Buxus sempervirens) und der seltener vorkommende "Kleinblättrige Buchsbaum" (Buxus microhylla). Ein befallener Baum stirbt nicht zwangsläufig ab, sondern kann sich durchaus wieder erholen, sofern er ansonsten gesund ist und die Nährstoff- und Wasserversorgung gewährleistet ist.

Jobst zufolge sind die Erfahrungen in der Bekämpfung des Buchsbaumzünslers noch gering. Das rechtzeitige Erkennen des Befalls sei die Grundlage einer erfolgreichen Bekämpfung. Daher empfiehlt er, im Frühjahr die Buchsbäume regelmäßig zu inspizieren, wobei Pheromonfallen unterstützend verwendet werden können.

Der Hobbygärtner sollte bei Befall die Schädlinge zuerst per Hand absammeln. Ist der Befall großflächiger, so könne man die Buchsbäume mit einem Hochdruckreiniger abspritzen, wobei die Spritzdüse in den Buchsbaum hineingehalten werden müsse. Durch Auslegen einer Folie könne man das Eindringen der abgeschwemmten Schädlinge ins Erdreich verhindern. Insektizide hätten sich als eher weniger erfolgreich herausgestellt. Die für den Hausgarten zugelassenen Präparate seien meist nur von geringer Wirkung. Keinesfalls sollten sie vorbeugend angewendet werden, sondern erst bei Befall und dann unbedingt bis in das Zentrum der Pflanze hinein.

Ist der Buchsbaum bereits stark geschädigt, kann ein starker Rückschnitt das Gehölz noch vor dem endgültigen Absterben bewahren. Im kommenden Jahr müsse dann allerdings peinlichst genau darauf geachtet werden, dass kein neuer Befall auftritt. Ansonsten sei der Baum nicht mehr zu retten.

Nur in Extremfällen sollten Buchsbäume Jobst zufolge gerodet werden. Falls es allerdings doch dazu kommt, rät der Fachmann, die abgeschnittenen Pflanzen luftdicht zu verpacken und in den Müll zu geben oder zu verbrennen – um eine weitere Verbreitung des Schädlings zu verhindern.
− red

05.03.2016
Geheime Gärten entdecken

Kreisverband für Gartenbau und Landespflege richten 2017 wieder "Tag der Offenen Gartentür" aus
2017 können sich Pflanzenliebhaber beim "Tag der Offenen Gartentür" wieder Inspirationen für die Gestaltung und Bepflanzung des eigenen Gartens holen. Erste Infos dazu gab es am Mittwoch von Geschäftsführer Clemens Jobst (kleines Bild rechts) und Vorsitzendem Stefan Jetz (links). − Fotos: Preißler
Altötting. Über ein Jahr ist es noch hin bis zum "Tag der Offenen Gartentür" – am 25. Juni 2017. Ab sofort können sich jedoch schon Interessierte, die ihren Garten für Besucher öffnen möchten, beim Kreisverband für Gartenbau und Landespflege am Landratsamt melden. Diese lange Vorlaufzeit brauche es, so Geschäftsführer Clemens Jobst bei der Frühjahrshauptversammlung am Mittwoch, um ein abwechslungsreiches Programm zusammenstellen zu können.

Vorsitzender Stefan Jetz freut sich schon auf diese Veranstaltung, die alle drei Jahre im Landkreis Altötting stattfindet: "Jedes Mal, wenn ich einen fremden Garten besuche, lerne ich wieder etwas dazu", sagte er am Mittwoch. Die Kreisvorstandschaft hofft auf tatkräftige Unterstützung der Ortsverbände bei der Akquise von Gartenrefugien im Landkreis. "Von der fernöstlichen Zen-Anlage bis zum traditionellen Bauerngarten ist alles erwünscht", betonte Clemens Jobst vor den rund 80 Vertretern der Gartenvereine. Die Vielfalt bei der Gestaltung und die Tatsache, dass diese Grünanlagen normalerweise nicht zugänglich sind, machen den "Tag der Offenen Gartentür" für Pflanzenliebhaber umso interessanter.



2017 können sich Pflanzenliebhaber beim "Tag der Offenen Gartentür" wieder Inspirationen für die Gestaltung und Bepflanzung des eigenen Gartens holen. Erste Infos dazu gab es am Mittwoch von Geschäftsführer Clemens Jobst (kleines Bild rechts) und Vorsitzendem Stefan Jetz (links). − Fotos: Preißler

In einer zweiten Sache wendet sich der Gartenbau-Kreisverband an die Ortsvereine: Das Staatministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten lobt zum 26. Mal den Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden" aus. Angesprochen sind die Kommunen im Freistaat, Projekte ins Leben zu rufen, die das Dorfleben erhalten und das Zusammenleben auf zukunftsfähige Beine stellen. Gemeinden mit bis zu 3000 Einwohnern sind teilnahmeberechtigt. Der Wettbewerb startet heuer auf Kreisebene und durchläuft bis 2019 die Bewertungsstufen auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene. Der Kreisverband für Gartenbau ruft die Ortsvereine auf, Gemeinderäte und Bürgermeister zu mobilisieren, das eigene Dorf für den Wettbewerb bis 1. Juni beim Landratsamt anzumelden.

Vorsitzender Stefan Jetz zeigte sich im Gasthaus "Zwölf Apostel" sehr zufrieden über die Rekordbeteiligung an den 16. Altöttinger Gartentagen Ende Februar

(Anzeiger berichtete). "Selbst aus Österreich kommen die Leute", berichtete Geschäftsführer Clemens Jobst den Orts-Vorständen in einer kurzen Rückschau. Kassier Georg Keller stellte die aktuellen Haushaltszahlen vor. Das Vermögen des Kreisverbandes belief sich zum 31. Dezember 2015 nach Abzug der treuhänderisch verwalteten Reisekosten auf rund 13100 Euro. Ausgaben von rund 6700 stehen Einnahmen von rund 8000 Euro gegenüber.

Einstimmig beschlossen die Anwesenden, zehn Prozent der Mitgliedsbeiträge den freien Rücklagen zuzuführen. Clemens Jobst verlas in Vertretung für die entschuldigten Kassenprüfer Helmut Häring und Rudi Aigner deren Prüfbericht. Dem Schatzmeister wurde eine übersichtliche und sorgfältige Kassenführung bescheinigt. Die Mitglieder entlasteten die Vorstandschaft einstimmig.

Im Haushaltsplan 2016 sind Ausgaben in Höhe von rund 8400 Euro veranschlagt. Georg Keller rechnet mit Einnahmen von rund 9300 Euro, so dass die Vorstandschaft Mehreinnahmen von 900 Euro erwartet.

1000 Euro hatte der Kreisverband bereits 2015 an Ausgaben eingeplant für die Ausbildung von neuen Jugendleiterin in den Ortsverbänden. Dieser Betrag ist jedoch nicht abgerufen worden. Stefan Jetz appellierte, 2016 diese Gelegenheit zu nutzen und damit in die eigene Nachwuchsarbeit zu investieren. Die Ausbildung zum Jugendleiter umfasst drei Wochenendkurse in einem Umweltzentrum sowie einen großen Erste-Hilfe-Kurs.

Jugendreferent Peter Klinger wird 2016 das Thema "Wasser" in den Mittelpunkt der Nachwuchsarbeit rücken. Geplant sind Aktionen in den Schulen und Kindergärten, um bereits bei Kindern das Bewusstsein zu schärfen, wie wichtig sauberes Wasser für den Menschen und die Natur ist.
− kp

 

27.02.2016
"Das Grundwasser verzeiht nicht"

Im Fokus des 16. Altöttinger Gartenseminars: Der richtige Einsatz chemischer Helfer zum Schutz von Boden und Wasser

von Maria Christoph

Auf den richtigen Schnitt kommt es an: Die Seminarteilnehmer bei der Praxis. − Foto: Häring
Auf den richtigen Schnitt kommt es an: Die Seminarteilnehmer bei der Praxis. − Foto: Häring

Altötting. Nicht nur für Hobby- und Berufsgärtner ist er das A und O: Der Boden ist die zentrale Lebensgrundlage für Pflanzen, Tiere und Menschen. "Böden sind kostbarste Güter der Menschheit, die es zu schützen gilt", heißt es in der Bodencharta des Europarat. Ausgleichskörper, Filter, Puffer gegen Schadstoffe und Nährstoffspeicher, der Boden ist ein Multi-Tasking-Genie. Beim 16. Altöttinger Gartenseminar rufen Helmut Kronawitter und Thomas Lantenhammer vom Wasserwirtschaftsamt Traunstein daher zu besonderen Sorgfalt im Umgang mit der "chemischen Keule", Dünge- und Pflanzenschutzmitteln auf, um den Boden gesund zu halten.

Organisiert wurde die zweitägige Fortbildung vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt und unter der Leitung von Kreisfachberater Clemens Jobst. Kreisvorsitzender und stellvertretender Landrat Stefan Jetz eröffnete die Veranstaltung am 23. Februar im Gasthaus "12 Apostel". Mit Regenjacken, warmen Schuhen und dem richtigen Gartenwerkzeug ausgerüstet, folgte auf jede Theoriestunde direkt die Praxis für die Seminarteilnehmer.

Der Grenzwert liegt bei 50 mg Nitrat pro Liter
Am Eröffnungstag drehte sich in Theorie und Praxis alles rund um den "richtigen Schnitt": Worauf müssen Hobby- und professionelle Gärtner bei Wild- und Ziersträuchern oder beim Beschneiden bestimmter Obstbäume achten? Immer häufiger würden Sträucher wahllos auf einer Höhe abrasiert, um anschließend wieder besenartig auszutreiben, doch ein falscher Schnitt bewirkt die schnellere Alterung, erklärt Referent Günter Edelmüller, Gartenpfleger des Kreisverbandes für Gartenbau Traunstein.

Am Folgetag ging es um den Feind aller Gartenliebhaber. Peter Gasteiger von der Klostergärtnerei Gars referierte über die Welt der Schnecken: Eine weltweit in vielen Arten vorkommende, hochintelligente Tierart, die den Hobby- und Berufsgärtner durch ihren nicht zu stillenden Hunger bis zur Weißglut ärgert, so Gasteiger.

Michael Luckas, Vorsitzende des Verbandes, nahm die Teilnehmer mit auf eine Reise in eine Zeit, in der das Wetter nur anhand der genauen Beobachtung von Pflanzen, Tieren, Wind und Wolken eingeschätzt werden konnte. Die rechtzeitige Ernte sicherte das Überleben, entschied über den Hunger der Familie. Daraus können Gärtner auch heute noch lernen, erklärt Luckas. Die eigenen Beobachtungen sind auch heute nicht zu vernachlässigen, denn regionales Wetter unterscheidet sich oftmals von der angekündigten Großwetterlage.

Bald ist wieder Sommer und Zeit für Beet- und Balkonpflanzen. Udo Freitag, Gärtnermeister aus Trostberg, gab Profi-Tipps für Einkauf, Verwendung und Pflege der verschiedenen Pflanzenarten, die laut Freitag nicht nur für Garten, Balkon und Friedhof geeignet sind, sondern auch in Repräsentationsflächen, wie Verkehrskreisel und öffentlichen Blumenbeeten verwendet werden können.

"Schützen kann man nur, was man kennt", sagt Helmut Kronawitter. Der Vortrag des Hydrologen Kronawitter rundete die 16. Altöttinger Gartentage am Mittwochnachmittag ab. "Die Erde hält schützend ihre Hand über Boden und Untergrund", dazu gehört auch das Grundwasser. Früher galt die Dünge-Regel "viel hilft viel"., Ein Trugschluss, erklärt Kronawitter, Pflanzenschutzmittel könnten zwar im Oberboden verarbeitet werden, aber mit dem Sickerwasser ins Grundwasser und somit in das Trinkwasser gelangen. Können sie nicht abgebaut werden, sickern sie in den Boden oder werden abgespült. Und: "Das Grundwasser verzeiht nicht und hat ein langes Gedächtnis."

Beim Gewässerschutz spielen Mineralsalze, wie Nitrat-Stickstoff durch Streuabbau und Phosphat, eine wichtige Rolle. Nitrat, der Hauptpflanzennährstoff, kann aber im Boden nicht gespeichert werden und wird bei entsprechenden Bedingungen in das Grundwasser ausgewaschen. Es sei daher "geachtet und geächtet", erklärt Kronawitter. Im Boden darf der Anteil den Trinkwassergrenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter nicht übersteigen. Wie jeder dazu beitragen kann, sei nicht allzu schwer, erklärt Kronawitter: Düngen je nach Nährstoffgehalt, den richtigen Zeitpunkt der Düngung abwarten, vorzugsweise organische Dünger und Kompost verwenden, für einen guten Hummusgehalt im Boden sorgen und mulchen. Am wichtigsten bleibe jedoch die Regeln: "Immer zuerst den gesunden Menschenverstand walten lassen", sagt Kronawitter.

"Schädigungen vermeiden"
Nur vier bis fünf Prozent der bayerischen Landesfläche sind Wasserschutzgebiete, das Problem seien vor allem wirtschaftliche Interessen der Landwirte, sagt Kronawitter. "Jeder kann Schädigung vermeiden und einen Beitrag zum Grundwasserschutz leisten", sagt Kronawitter, da etwa zwanzig Prozent der Pflanzenschutzmittel auf Verkehrsflächen, öffentlichen Flächen, Industrieflächen und privaten Gärten aufgefunden werden. Die Belastung des Trinkwassers im Landkreis Altötting und seinen Gemeinden weckte das Interesse der Teilnehmer. Schirmherr Clemens Jobst plädiert an jeden Gartler alle zwei bis drei Jahre den eigenen Gemüsegarten untersuchen zu lassen und so den Schadstoffgehalt im Grundwasser möglichst zu reduzieren.

27.02.2016
Jahrestreffen der Gartler
Altötting. Mit dem Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" und dem Tag der offenen Gartentür 2017 beschäftigt sich der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege bei seiner Jahresversammlung am Mittwoch, 2. März. Daneben wird ab 19.30 Uhr im Gasthof "Zwölf Apostel" das neue "Gartenblattl" vorgestellt.

 

23.2.2016
Fotos vom Baumschnitt beim Gartentag 2016

 

 

 

 

 

19.02.2016
Gartenseminar widmet sich Zuschnitt und Wetterprognose

Jetzt noch Anmeldemöglichkeit für zweitägigen Kurs in der kommenden Woche

Altötting. Mit seinem Gartenseminar startet der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege in die "Freiluftsaison". Die zweitägige Veranstaltung findet am Dienstag und Mittwoch, 23. und 24. Februar, jeweils ab 8.30 Uhr im Gasthaus "Zwölf Apostel" statt. Am ersten Tag geht es ausschließlich um das Thema Baum- und Strauchschnitt an Wild- und Ziersträuchern ebenso wie an Obstbäumen und an Bäumen im öffentlichen Bereich. Nachmittags ab 13 Uhr werden unter Leitung von Clemens Jobst, Günter Edelmüller, Barbara Jüngling und Klaus Wunder im Obstlehrgarten an der Josef-Neumeier-Straße praktische Schnittübungen gemacht. Werkzeug ist mitzubringen.

Thematisch breiter gefächert ist der zweite Seminartag. Um 8.30 Uhr geht es los mit Tipps zur Schneckenbekämpfung und dann weiter mit Hinweisen zur eigenen Wetterprognose auf der Basis von altem Wissen. Ab 13 Uhr werden Neuheiten und Bewährtes für die Beet- und Balkonpflanzensaison präsentiert. Ab 14.45 Uhr geht es um den Schutz von Grund- und Trinkwasser bei der Pflege von Grünflächen.
− ecs


26.1.2016
Gartenseminar: Von Baumschnitt bis Grundwasserschutz
Altötting. Mit seinem Gartenseminar startet der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege heuer zum 16. Mal in die "Freiluftsaison". Die zweitägige Veranstaltung findet am Dienstag und Mittwoch, 23. und 24. Februar, jeweils ab 8.30 Uhr im Gasthaus "Zwölf Apostel" in Altötting statt.

Nach der Begrüßung durch Kreisvorsitzenden Stefan Jetz und Kreisfachberater Clemens Jobst geht es am ersten Tag ausschließlich um das Thema Baum- und Strauchschnitt an Wild- und Ziersträuchern ebenso wie an Obstbäumen oder an Bäumen im öffentlichen Bereich. Nachmittags ab 13 Uhr werden unter Leitung von Clemens Jobst, Günter Edelmüller, Barbara Jüngling und Klaus Wunder im Obstlehrgarten des Landkreises an der Josef-Neumeier-Straße in Altötting praktische Schnittübungen gemacht. Werkzeug ist mitzubringen.

Thematisch breiter gefächert ist dann der zweite Seminartag, Mittwoch, 24. Februar: Um 8.30 Uhr geht es los mit Tipps zur Schneckenbekämpfung und dann weiter mit Hinweisen zur eigenen Wetterprognose auf der Basis von altem Wissen. Ab 13 Uhr werden Neuheiten und Bewährtes für die bevorstehende Beet- und Balkonpflanzensaison präsentiert und ab 14.45 Uhr geht es um den Schutz von Grund- und Trinkwasser bei der Pflege von privaten und öffentlichen Grünflächen.
− ecs

21.11.2015
Bronze für die Nummer 1

Friedhofswettbewerb: Altötting siegt vor Haiming und Burgkirchen

Gut gelaunte Preisträger: Landespräsident Wolfram Vaitl (links) beglückwünschte die Bürgermeister Johann Krichenbauer (Burgkirchen), Wolfgang Beier (Haiming) und Herbert Hofauer (Altötting) zu den ersten drei Plätzen im Friedhofswettbewerb. Kreisverbandsvorsitzender Stefan Jetz (2. von rechts) und stellvertretender Bezirksvorsitzender Thomas Janschek (rechts) schlossen sich der Gratulation an. − Foto: Preißler
Gut gelaunte Preisträger: Landespräsident Wolfram Vaitl (links) beglückwünschte die Bürgermeister Johann Krichenbauer (Burgkirchen), Wolfgang Beier (Haiming) und Herbert Hofauer (Altötting) zu den ersten drei Plätzen im Friedhofswettbewerb. Kreisverbandsvorsitzender Stefan Jetz (2. von rechts) und stellvertretender Bezirksvorsitzender Thomas Janschek (rechts) schlossen sich der Gratulation an. − Foto: Preißler

Haiming. Mit einem Festabend hat der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Altötting den Erfolg beim landesweit ausgelobten Wettbewerb "Unser Friedhof – Ort der Würde, Kultur und Natur" besiegelt. Der Altöttinger Parkfriedhof in Schlottham ist als schönste Ruhestätte für Verstorbene mit einer Bronzeplakette ausgezeichnet worden, dahinter liegen der historische Kirchenfriedhof in Haiming und die Grabanlage an der Oberen Terrasse in Burgkirchen.

Rund 140 Gäste fanden sich am Mittwoch zur Feierstunde im Saal der Gastwirtschaft "Unterer Wirt" in Haiming ein. Unter ihnen waren die 16 Friedhofsträger mit den dazu gehörenden Ortsvereinen für Obst- und Gartenbau. Kreisvorsitzender Stefan Jetz dankte allen Teilnehmern für ihr Mitmachen. Für Jetz ist die stolze Zahl der Anmeldungen ein Beweis dafür, dass "den Gemeinden die Friedhofskultur am Herzen liegt". Für den Kreisverband, so Geschäftsführer Clemens Jobst, war der Wettbewerb Anlass, sich mit der Gestaltung der Grabanlagen bewusst auseinander zu setzen. Alle Teilnehmer erhielten aus den Händen von Wolfram Vaitl, Landespräsident für Gartenbau und Landespflege, eine Urkunde.

Die Friedhofskultur ist einem großen Wandel unterworfen. Dafür spricht die steigende Zahl der Feuerbestattungen, die laut Landesverband mittlerweile mehr als die Hälfte aller Beisetzungen ausmachen. Landespräsident Vaitl sprach sich dafür aus, am Ort der letzten Ruhestätte eine gewisse Freiheit in der Gestaltung zuzulassen, damit der Friedhof auch zukünftig Spiegelbild einer Gemeinde bleibe.

Stellvertretender Bezirksvorsitzender Thomas Janschek referierte über die "Symbolik der Pflanzen zwischen Leben und Tod". Der Haiminger Theaterverein empfing anschließend die Festgäste im "Königlich Bayerischen Amtsgericht" auf der Anklagebank. Gastgeber Wolfgang Beier, Bürgermeister von Haiming, erinnerte in seinem Grußwort zuvor an die lange Theatertradition im örtlichen Obst- und Gartenbauverein. Bereits das Premierenstück "Der Fährmann von Haunreit" vor 25 Jahren hatte das Spiel vom Leben und Sterben thematisiert. Heute zeigt die Bronzefigur des Fährmanns, die den Tod verkörpert, Richtung Kirchenfriedhof und erinnert die Lebenden, dass auch sie einmal dorthin müssen.
− kp

14.11.2015
Ruhe sanft im Grünen

Kreisverband für Gartenbau richtet Festabend für Friedhofs-Wettbewerb aus

Kunstvoll geschmiedete Eisenkreuze prägen den "Altenheimfriedhof" in Haiming. Hier wurden früher Knechte und Mägde bestattet, die keine Verwandtschaft mehr hatten. Nicht zuletzt dieser Besonderheit hat der Haiminger Friedhof seinen 2. Platz beim Wettbewerb "Unser Friedhof" zu verdanken. − Foto: Preißler
Kunstvoll geschmiedete Eisenkreuze prägen den "Altenheimfriedhof" in Haiming. Hier wurden früher Knechte und Mägde bestattet, die keine Verwandtschaft mehr hatten. Nicht zuletzt dieser Besonderheit hat der Haiminger Friedhof seinen 2. Platz beim Wettbewerb "Unser Friedhof" zu verdanken. − Foto: Preißler

Altötting/Haiming. Mit einem Festabend in Haiming ehrt der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege am 18. November die Preisträger des Wettbewerbs "Unser Friedhof – Ort der Würde, Kultur und Natur" auf Landkreisebene. Der Landesverband hatte in Kooperation mit den Kreisverbänden zur Teilnahme aufgerufen. Eine Fachjury kürte, wie berichtet, den Altöttinger Parkfriedhof in Schlottham zur schönsten letzten Ruhestätte, dahinter folgen der Friedhof Haiming und die Anlage an der Oberen Terrasse in Burgkirchen.

Clemens Jobst, Geschäftsführer des Kreisverbands, stellte den Delegationen aus den Obst- und Gartenbauvereinen bei der Jahresherbstversammlung am Mittwochabend das Programm des Festabends vor. Die Friedhofsträger, die am Wettbewerb teilgenommen haben, werden mit einer Urkunde ausgezeichnet. Gartenexperte Thomas Janscheck hält einen Vortrag zur "Symbolik der Pflanzen zwischen Leben und Tod". Beginn ist um 19.30 Uhr im Gasthof "Unterer Wirt".

Vor einem Jahr hatte der Gartenbau-Kreisverband die Mitgliedsvereine aufgerufen, in den Gemeinden und Pfarreien für die Teilnahme am Wettbewerb zu werben. 16 kommunale und kirchliche Friedhofsträger meldeten sich an. Im Vergleich zu anderen Landkreisen sei dies eine stattliche Zahl, bilanzierte Geschäftsführer Jobst. Die würdevolle Gestaltung, eine artenreiche Bepflanzung, aber auch die Einbeziehung neuer Bestattungsformen zählte Vorsitzender Stefan Jetz als Entscheidungskriterien für das Urteil der Jury auf.

Zusammen mit Altöttings Altbürgermeister Richard Antwerpen hatte Jetz die Auszeichnung für den erstplatzierten Parkfriedhof aus den Händen von Staatsministerin Ulrike Scharf entgegen genommen (Anzeiger berichtete). Vergangenes Wochenende hatte dann Wolfram Vaitl, Präsident des Landesverbandes, der Haiminger Delegation mit Bürgermeister Wolfgang Beier, Michael Zauner und Elisabeth Reseneder in München die Ehrenurkunde für den zweiten Platz überreicht. Die Ehrung für Platz drei erhält die Burgkirchner Delegation beim anstehenden Festabend.

Konrad Mühlbacher, Vorsitzender des Haiminger Ortsvereins, blickte in der Versammlung auf den Blumenkorso zum 125-jährigen Vereinsbestehen zurück. Tausende Besucher hatten sich, wie berichtet, Ende August an den Motivwagen beteiligt. Viele Helfer im Ort sowie umliegende Gartenbauvereine, die beim Blumenkorso mit marschiert waren, hätten dieses Jubiläum zu einem "unvergesslichen Erlebnis" werden lassen, so Kreisvorsitzender Jetz.

Arbeitskreis für die Jugendarbeit
Jugendreferent Peter Klinger legte den Vorständen der Ortsvereine die Nachwuchsarbeit ans Herz. Er stellte den rund 80 Zuhörern das Projekt "Gesunde Kost" an der Regenbogenschule in Töging vor, mit dem bereits bei Grundschülern das Bewusstsein für gesunde Ernährung schärfen und Familien bestärken möchte, vermehrt regionale und saisonale Produkte zu kaufen oder im eigenen Garten wieder Gemüse anzubauen. Die Gartenbauvereine könnten mit ähnlichen Angeboten das Interesse der Kinder für die Natur wecken, zeigte sich Klinger überzeugt, und sie möglicherweise für eine Jugendgruppe im örtlichen Verein gewinnen. Für das nächste Jahr wünscht sich Stefan Jetz einen Jugend-Arbeitskreis auf Kreisebene, der die Ortsverbände unterstützt.

Auf der Agenda 2016 steht bereits der Gewässerschutz. Gunter Strebel, Vorsitzender des Ortsvereins Raitenhaslach, regte an, die Mitglieder zu sensibilisieren für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Hausgarten. Jetz versprach, bei den nächsten Altöttinger Gartentagen (23. bis 25. Februar) einen Referenten zu diesem Thema einzuladen.
− kp

 


1. Preis für Parkfriedhof Schlottham

30.09.2015
Am 26. September 2015 nahm Altbürgermeister Richard Antwerpen in Vertretung des Ersten Bürgermeister Herbert Hofauer zusammen mit dem Kreisverbandsvorsitzenden des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege e. V. Obst- und Gartenbauvereine im Landkreis Altötting, Stefan Jetz, bei einer Festveranstaltung des Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege aus der Hand der Bayerischen Ministerin für Umwelt und Verbraucherschutz Ulrike Scharf, MdL, eine Siegerurkunde und ein künstlerisch gestaltetes Bronzerelief entgegen. Die Kreisstadt Altötting konnte mit ihrer Bewerbung im landesweiten Wettbewerb "Unser Friedhof - ein Ort der Würde, Kultur und Natur" den 1. Preis erreichen. Eine besondere Freude ist, dass unser Altbürgermeister Richard Antwerpen diesen Preis entgegennehmen konnte, da er in seiner Zeit als Altöttinger Bürgermeister den Parkfriedhof Schlottham plante und errichtete.

v. links: Stefan Jetz, Kreisvorsitzender des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege e. V. Obst- und Gartenbauvereine im Landkreis Altötting, MdL Ulrike Scharf, Bayerische Ministerin für Umwelt und Verbraucherschutz, Richard Antwerpen, Altbürgermeister der Kreisstadt Altötting und Wolfram Vaitl, Präsident des Landesverbands für Gartenbau und Landespflege.
(Foto: Landesverband für Gartenbau und Landespflege)

21.10.2015
KREISNACHRICHTEN
Blühende Landschaften Thema beim BN
Altötting. Der offene Umweltstammtisch der Kreisgruppe des Bund Naturschutz findet diesen Monat bereits am Freitag, 23. Oktober, statt. Ab 19 Uhr können Interessierte in der Altöttinger Geschäftsstelle (Bahnhofstraße 48) zu sämtlichen Umweltthemen diskutieren, die ihnen auf dem Herzen liegen. Im Mittelpunkt steht dieses Mal das Thema "Blühende Landschaften". In diesem Zusammenhang sind die Kreisgruppe, Gartenbauvereine und Imker auch auf der Suche nach Flächen, die mit bienenfreundlichen Pflanzen bepflanzt werden können. Außerdem wollen die Naturschützer überlegen, wie durch Projekte im Landkreis mehr Bewusstsein für Artenvielfalt geschaffen werden kann.

09.09.2015
Zweiter Frühling
Alzgern. Na hoppala: Äpfel und Blüten gleichzeitig? Was soll das denn, dachten sich Lucas Reil und seine Eltern jetzt beim Blick auf den kleinen Baum, den der 13-jährige Alzgerner im vergangenen Jahr beim Schützenverein gewonnen hat. Saftige Äpfel sind zu Septemberbeginn ja nur normal, aber Blüten? Auch das sei gar nicht so ungewöhnlich, zumindest seit einigen Jahren, sagt Clemens Jobst, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Altötting. Als Ursache nennt er die Aufeinanderfolge von stressigem, weil zu trockenem Sommer und angenehmem Herbstbeginn. "Auf den Hitzestress kommt jetzt wieder Leben in den Baum", erklärt Jobst, der dieses Verhalten auch von anderen Obstbäumen kennt. Gut möglich, dass bei warm-feuchtem Herbstverlauf auch noch Fruchtansätze gebildet werden. Spätestens im Winter aber sei dann Schluss. Da wird’s Jobst zufolge auf jedem Fall zu kalt.

− ckl/Foto: Kleiner

29.08.2015
Hitzestress für die Natur
Landwirte klagen über Ernteausfälle – Bäume werfen bereits das unreife Obst ab
Zuhauf werfen die Obstbäume derzeit ihre noch unreifen Früchte ab, die anhaltende Hitze und vor allem der ausbleibende Regen setzt den Bäume massiv zu, erklärt Clemens Jobst vom Landratsamt. − Foto: Stummer
Zuhauf werfen die Obstbäume derzeit ihre noch unreifen Früchte ab, die anhaltende Hitze und vor allem der ausbleibende Regen setzt den Bäume massiv zu, erklärt Clemens Jobst vom Landratsamt. − Foto: Stummer

Altötting. Auf den ersten Blick sieht alles prächtig aus. Wohin man blickt Bäume voller Obst, eine lichtdurchflutete Wiese – grün und saftig. Erst auf den zweiten Blick fallen die unzähligen, am Boden liegenden Früchte auf. Viel zu klein, um bereits reif zu sein. Wurmstichig, faulend, von Pilzen befallen oder von der Sonne verbrannt. "Der Sommer heuer bedeutet Hitzestress für die Bäume", fasst Clemens Jobst, Fachmann des Landratsamts in Sachen Gartenbau, zusammen. "Es fiel viel zu wenig Regen", erklärt er weiter. Der Sommer 2015 war mit 196 Litern Regen pro Quadratmeter der trockenste in Bayern seit Beginn der Aufzeichnungen, das gab auch der Deutsche Wetterdienstes (DWD) gestern bekannt.

Um der Misere auf den Grund zu gehen, müsse man aber viel früher ansetzen, betont Jobst. So sei bereits der Winter viel zu trocken gewesen, die Bäume seien dann bereits nach Wasser dürstend in den Frühling gegangen, dann kam ein verminderter Insektenflug zur Blütezeit hinzu und nun die anhaltende Trockenperiode im Sommer: "Ein Regenguss zwischendurch reicht nicht", betont Jobst. Allein ein anhaltender Dauerregen könne den Bäumen helfen. Doch der blieb bislang aus. Gerade bei den großen, alten Bäumen, wie beispielsweise auf der Streuobstwiese nahe des König-Karlmann-Gymnasiums, kommt noch ein weiteres Problem hinzu. Im Gegensatz zu den kleineren Niedrigstamm-Bäumen können diese großen Exemplare kaum gewässert werden. "Da müsste man jede Woche 500 bis 600 Liter Wasser hinschütten. Das geht nicht", resümiert Jobst.

Ein Umstand, den beispielsweise Andrea Westenthanner aus Burgkirchen momentan jeden Tag schmerzlich vor Augen geführt bekommt. Zwei bis drei Schubkarren voll Äpfel und Birnen schmeißt die Obstbäuerin momentan jeden Tag weg. "Das Obst ist noch lange nicht reif", sagt sie. Da die Mostbäume nicht gewässert werden können, setzt ihnen die Trockenheit ordentlich zu, eine Konsequenz daraus: Sie schmeißen das Obst ab. Selbst die ganz alten Bäume, deren Wurzeln bis tief in den Boden reichen, haben Probleme. "Eineinhalb Tonnen haben wir bereits weggeschmissen."

Und wenn die Trockenheit nicht das Problem ist, setzen die Wespen und vor allem die eingeschleppten asiatischen Marienkäfer der Ernte zu. Für ihre Edelbrände, die sie in der hauseigenen Brennerei herstellt, hat sie ein Brennrecht für neun Tonnen Obst. "Ob wir die überhaupt heuer ernten ist noch offen."

Mit einem "erheblichen Minderertrag" rechnen auch viele Landwirte. Bereits vergangene Woche hat das Bayerische Landwirtschaftsministerium auf die angespannte Erntelage verwiesen. Ein Trend, den das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Töging auch für den Landkreis Altötting bestätigen kann. "Beim Getreide war es noch nicht so schlimm", sagt Heinz Friedlein im Gespräch mit dem Anzeiger. Und beim Mais hänge viel vom jeweiligen Boden ab; aber bei der Kartoffel- und Zuckerrübenernte steht bereits jetzt fest, dass mit einem Minderertrag von etwa einem Drittel zu rechnen ist. Und auch in Sachen Tierfutter sieht es eher schlecht derzeit aus, schildert Friedlein weiter. "Der vierte und fünfte Schnitt bei der Grassilage ist praktisch ausgefallen", erklärt er. "Es wächst derzeit einfach nix." Wer nicht genug Reserven für die Tiere angelegt hat, wird im Winter zukaufen müssen, prognostiziert der Fachmann und hofft: "Es muss einfach bald mal regnen."

Ein bisschen Geduld ist da aber noch gefragt. Denn laut Wettervorhersage soll es erst ab Mitte nächste Woche kühler und regnerischer werden.
− jo

29.06.2015
Tausende besuchen Törrings Gärten

Das Dorf öffnet am "Tag der offenen Gartentür" seine Tore und Türen

Törring. Als "grüne Oase" präsentierte sich das Dorf Törring im Landkreis Traunstein am Wochenende beim 17. bayerischen "Tag der offenen Gartentür". Rund 60 Gartenbesitzer öffneten ihre in Perfektion angelegten Gärten für die weit mehr als 5000 interessierten Besucher aus den Landkreisen Traunstein, Altötting und Berchtesgadener Land.

Unter dem Motto "Sehen, erleben, genießen" hatte der heuer 90 Jahre bestehende Törringer Gartenbauverein gemeinsam mit dem Kreisverband Traunstein sowie der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt zum Gartentag eingeladen.

Auf einem gemütlichen Spaziergang durch die geschmackvollen Gärten des malerischen Ortes gab es für die hingerissenen Besucher wunderbare Pflanzenarrangements, kreativ gestaltete Wege und Ruhezonen und schillernde Blütenmeere zu genießen.

Ein vielseitiges Rahmenprogramm rundete den Tag ab. So sorgte der entspannte Rundgang durch die grünen Gärten bei herrlichem Sonnenschein für glückliche Gesichter und gute Laune bei den Besuchern.
− end

27.06.2015
"Schnecken sind heuer eine Katastrophe"

Alzgerner fängt 1120 Tiere an einem Abend – Neuöttinger baut Hochbeet mit elektrischem Schneckenschutz

von Johanna Stummer

Altötting. Zwei Drähte, eine Neun-Volt-Batterie und etwas handwerkliches Geschick – das ist Richard Wirnharters Rezept gegen die ausufernde Schneckenplage. Immer wieder machten die gefräßigen Tiere seinem Salat den Garaus, kurzerhand spannte der ehemalige Neuöttinger und mittlerweile in Forstern (Lkr. Erding) lebende Hobbygärtner die Kuperbänder, schloss sie an eine Batterie an und nun hat sein Hochbeet einen elektrischem Schneckenschutz. "Keine Sorge, die Schnecken machen keinen doppelten Rittberger das Beet herunter", wiegelt seine Frau etwaige Einwände von Tierschützern gleich wieder ab. "Sie drehen sich einfach nur um und kriechen das Beet wieder hinunter."

Not macht erfinderisch, dieser Satz gilt heuer ganz besonders hinsichtlich der Schneckenplage. Zu Hunderten bevölkern sie die Gärten, fressen alles ab, was ihnen vor das schleimige Maul kommt und beweisen vor allem eines: Unersättlichkeit. "So schlimm war es das letzte mal Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre", erinnert sich Clemens Jobst, Kreisfachberater in Sachen Garten am Landratsamt Altötting. "Die Schnecken sind heuer eine echte Katastrophe." Der sehr milde Winter und das feuchte Klima der letzten Wochen habe geradezu beste Bedingungen für die Tiere geschaffen. Eine "immense Schneckenplage" sucht nun die Hobbygärtner heim. Deren Allheilmittel wie Salz, Schneckenkorn oder Bier wirken nur punktuell, sagt Jobst. "Sie werden die Schnecken aber nie ganz vertreiben können."

Wo bislang eine Schneckenkornpackung für zwei Jahre hielt, ist manch einer heuer schon bei der dritten Packung angelangt. Ein Alzgerner Gartenbesitzer beispielsweise dreht mittlerweile allabendlich seine Runde durch den Garten. Mit Gartenschere und Taschenlampe bewaffnet macht er den Tieren den Garaus. Rekordausbeute eines Abends: 1120 Stück. Vermutlich von einem nahegelegenen Grünstreifen aus waren die Tiere massenhaft in seinen Garten gekrochen. "Es ist der Wahnsinn", sagt er. Immer wieder kontrolliert er die Grenze, immer wieder wird er fündig.

Clemens Jobst rät zu Gelassenheit und dem punktuellen Einsatz von Schneckenkorn und Co. "Den Kampf gegen die Schnecken werden Sie ohnehin verlieren." Er hofft nun auf einen heißen Sommer und einen sehr kalten Winter. "Dann reguliert sich das von allein." Andernfalls sieht er auch für das kommende Jahr schneckenreiche Zeiten voraus.

Die naturverträglichste Variante ist für Jobst die Haltung von Laufenten. "Die fressen sie einfach weg." Schneckenkorn beinhalte Gefahren für Kleinkinder, Bier locke die Tiere zusätzlich an. Grundsätzlich gilt: Verendete Tiere müssen gleich aus dem Garten entfernt werden. "Sie locken sonst weitere Tiere an." Die kannibalistisch veranlagten Schnecken können so ihren hohen Eiweißbedarf decken.

Auch Richard Wirnharter kämpft weiter gegen die Tiere an. Kleine Rückschläge gab es dennoch: Beim ersten Versuch hielt die Strombarriere, bis die Gurke über den Rand hinauswuchs. Dann nutzten die findigen Tiere die Gurke als Brücke ins Hochbeet – und fraßen wieder alles zusammen. Mittlerweile wird alles hochgebunden – und seit dem "gehört der Salat uns", wie Silke Wirnharter mit einem gewissen Triumph in der Stimme verkündet.

10.06.2015
Auch der Ort zum Trauern darf schön sein

 

Friedhöfe sind nicht nur zum Trauern und Innehalten da. Sie können auch ein attraktiver Spiegel einer Kommune sein, etwa hier der Haiminger Friedhof, der landkreisweit auf dem 2. Platz landete. − F.: Kleiner/Kreisverband
Altötting. "Ein Volk wird danach beurteilt, wie es seine Toten bestattet" – an die 2500 Jahre ist es her, dass der griechische Staatsmann Perikles diesen Satz gesagt haben soll. Bedeutung hat er bis heute, was der landesweite Wettbewerb "Unser Friedhof – ein Ort der Würde, Kultur und Natur" beweist, an dem sich auch 16 Friedhöfe im Landkreis beteiligt haben. Angetan war die Jury von jedem einzelnen, am Ende aber stachen drei Friedhöfe besonders hervor.

Eine achtköpfige Kommission hatte der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege losgeschickt, um die Bewerber für den vom bayerischen Dachverband ausgelobten Wettbewerb unter die Lupe zu nehmen. Unter Leitung von Kreisfachberater Clemens Jobst ging es zwei Tage lang kreuz und quer durch den Landkreis, um ein Bild über die Anstrengungen der Friedhofsträger zu gewinnen, historisch gewachsene Friedhofskultur trotz des steten Wandels so zu erhalten, dass der Charakter der Trauer- und Gedenkstätten ein Spiegelbild der Gemeinden bleibt.

Altötting. "Ein Volk wird danach beurteilt, wie es seine Toten bestattet" – an die 2500 Jahre ist es her, dass der griechische Staatsmann Perikles diesen Satz gesagt haben soll. Bedeutung hat er bis heute, was der landesweite Wettbewerb "Unser Friedhof – ein Ort der Würde, Kultur und Natur" beweist, an dem sich auch 16 Friedhöfe im Landkreis beteiligt haben. Angetan war die Jury von jedem einzelnen, am Ende aber stachen drei Friedhöfe besonders hervor.


Zwei Tage lang ließ sich die Kommission über die 16 teilnehmenden Friedhöfe führen. Angetan zeigten sich die Mitglieder von jedem einzelnen.
Eine achtköpfige Kommission hatte der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege losgeschickt, um die Bewerber für den vom bayerischen Dachverband ausgelobten Wettbewerb unter die Lupe zu nehmen. Unter Leitung von Kreisfachberater Clemens Jobst ging es zwei Tage lang kreuz und quer durch den Landkreis, um ein Bild über die Anstrengungen der Friedhofsträger zu gewinnen, historisch gewachsene Friedhofskultur trotz des steten Wandels so zu erhalten, dass der Charakter der Trauer- und Gedenkstätten ein Spiegelbild der Gemeinden bleibt.

Tatsächlich ist der Wandel unbestreitbar. Während vor 25 Jahren bundesweit die Sarg- oder Erdbestattung im Schnitt noch 80 Prozent aller Fälle ausmachte, ist der Anteil der Urnenbestattungen mittlerweile auf deutlich über 50 Prozent gewachsen. Zusätzlich vermerken die Friedhofsträger, dass vermehrt Gräber aufgelassen werden. Geringere Auslastung, höherer Pflegeaufwand und steigende Kosten sind zu einer echten Herausforderung geworden. Schließlich soll zum einen die Attraktivität eines Friedhofes erhalten bleiben, gleichzeitig aber muss wirtschaftlich gearbeitet werden.

Die Mitglieder der Kommission, die aus Kreisverbandsvorsitzendem Stefan Jetz, Schriftführerin Brigitte Koreck, Landschaftsarchitektin Sylvia Link, Floristin Katharina Bichlmaier, Bestattungsunternehmer Josef Schmidbauer, Steinmetz Jürgen Schmidt und Zierpflanzen- und Friedhofsgärtner Eduard Hoegner bestand, hatten es nicht leicht, die vielschichtigen Friedhöfe, vom kleinen überschaubaren historischen Kirchenfriedhof bis zum großräumigen Wald- oder Parkfriedhof, zu bewerten. Ein vom Landesverband herausgegebener Bewertungskatalog gab Hilfestellung. Lage und Erschließung waren genauso Bewertungskriterien wie die Einfriedung und Eingrünung des Geländes, die Gliederung und die funktionellen Einrichtungen des Friedhofes und die Gestaltung und Pflege der Gräber. Vor allem die zukunftsorientierten Konzepte, Friedhofs- und Gestaltungsvorschriften, der Umgang mit historischen Grabmälern, der Flächenbedarf und neue Bestattungsformen waren maßgebliche Bewertungspunkte.

Einig waren sich die Kommissionsmitglieder, dass alle 16 Friedhöfe mit großem Erfolg am Wettbewerb teilgenommen haben und bei einer Festveranstaltung am 18. November durch den Kreisverband geehrt werden sollen. Auf den ersten Platz hoben sie den "Parkfriedhof Schlottham" der Stadt Altötting. Hierfür gibt es eine Ehrung bei der Landesverbandstagung am 26. September aus den Händen von Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf. Den 2. Platz belegte der Friedhof in Haiming vor dem auf der oberen Terrasse in Burgkirchen.

Sinn des Wettbewerbes ist, sich über das Kulturgut Friedhof Gedanken zu machen. Vor allem in einer Zeit wo die Gesellschaft immer mobiler wird und Geburtsort und Wohnort oft weit voneinander liegen, was sich meist in der Gestaltung und Pflege der Gräber auswirkt.
− red


30.04.2015
Voll in der Blüte

Experten für Garten, Landwirtschaft und Forst resümieren über das bisherige
Vegetationsjahr

Altötting. "Momentan sind wir nicht schlecht dran", fasst Rupert Thaler,
Pflanzenberater des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Töging,
zusammen. Für die Natur sei es ein ganz normales Jahr. Momentan stehe der Raps
in voller Blüte und mittlerweile sollte der Mais größtenteils ausgesät sein.
Und wenn die Niederschlagsmenge passt, dann dürfte es ein gutes Jahr für die
Landwirtschaft werden.

Auch Clemens Jobst, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege am
Landratsamt Altötting, ist mit dem Frühjahr weitestgehend zufrieden. "Alle
Obstbäume blühen momentan", sagt er. Auch die Forsythie stehe voll in der
Blüte. Aber auch wenn es gerade feucht genug ist und alles zum richtigen
Zeitpunkt und im richtigen Tempo wächst, ist es für Jobst aber dennoch kein
perfektes Jahr für den heimischen Garten. Im Februar und März habe es große
Trockenperioden gegeben. Aber seit dem starken Regen am vorvergangenen Freitag
sei nur mehr wenig Niederschlag gefallen. Für Jobst setzt sich damit ein Trend
fort, der schon letztes Jahr der Natur das Leben schwer gemacht hat. Es ist zu
trocken. "Lange Trockenperioden bedeuten Stress für die Pflanzen", sagt er.

Rupert Thaler relativiert das für die Landwirtschaft: "In den vier Monaten
zusammengenommen gab es ein Niederschlagsdefizit, sonst aber nicht." Natürlich
brauche es auch für die Landwirtschaft regelmäßige Niederschläge, aber bisher
sei alles ganz normal gelaufen, sagt Thaler.

Die Garten- und Landespflege hat außerdem noch mit einem Winter mit zu wenig
Frost zu kämpfen, was jetzt die Ansiedlung von Schädlingen begünstigt. Auch
hier zeichnet sich ein Trend ab, denn das immer trockenere Wetter lockt
Schädlinge aus dem asiatischen Raum an, denen unserer Pflanzen nicht gewachsen
sind. "Der Hobbygärtner erkennt die Schädlinge erst, wenn es zu spät ist",
gibt Jobst zu bedenken.

Für den Forst ist das Jahr noch nicht so gut verlaufen. Sturm Niklas hat hier
anders als bei den heimischen Blühpflanzen und in der Landwirtschaft große
Schäden angerichtet. "Bäume die rum liegen sind ein gefundenes Fressen für
Borkenkäfer", sagt Forstdirektor Dr. Martin Kennel, der Leiter der
Forstbehörde am Amt für Landwirtschaft und Forsten in Töging. Darum empfiehlt
Kennel, die Sturmschäden zu beseitigen um dem Borkenkäfer, der vor allem auf
das beschädigtes Holz aus ist, den Nährboden zu entziehen. Das rät auch
Clemens Jobst den Gartenbesitzern, denn bei kaputten Ästen ist der Besitzer in
der Verkehrssicherheitspflicht und muss für Schäden, die dadurch entstehen,
aufkommen.

Weitere Probleme, mit denen der Forst zu kämpfen hat, sind das
Eschentriebsterben, Verbissschäden im Wald und die Waldbrandgefahr. "Momentan
haben wir eine mittlere Gefährdungsstufe", sagt Dr. Martin Kennel. Wie sich
die Waldbrandgefahr aber weiter entwickelt, hängt immer auch von der momentan
Wettersituation ab, sagt er. Jobst nennt als ideales Wetter für die Natur
eines, bei dem sich Trocken- mit Nässeperioden abwechseln. Wenn es einmal
regnet, sollte es das in Maßen tut, damit es keine großen Temperaturstürze
gibt. Ob es das heuer geben wird, kann keiner der Experten sagen, denn alles,
was über drei Tage Vorhersage hinausgehe, so Jost, sei reine Spekulation.
− pfj

In sattem Grün zeigt sich aktuell der Landkreis. Für die Landwirte gibt es
genügend zu tun, so hier in Haiming. Nur an Niederschlag mangelt es noch. −
Fotos: Kleiner

Die Obstbaumblüte hat ihren Höhepunkt erreicht. Wie hier in Wanghausen gleich
jenseits der Grenze und mit direktem Blick auf die Burghauser Burg, stehen
Apfel-, Kirsch- und Birnbäume überall in voller Blüte.

10.04.2015
Der Friedhof als preiswürdiger Kulturraum

Bewerbung für Wettbewerb noch bis 20. April

Friedhöfe sind nicht nur Ruhestätte der Verstorbenen, sondern Orte regionaler Trauerkultur – so wie hier der Altöttinger Michaelifriedhof.

Friedhöfe sind nicht nur Ruhestätte der Verstorbenen, sondern Orte regionaler Trauerkultur – so wie hier der Altöttinger Michaelifriedhof.


Altötting. Der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege beteiligt sich an einem landesweiten Wettbewerb, der gut gestaltete Friedhöfe als Kulturräume von besonderer Bedeutung für Dörfer und Städte würdigt.

Friedhöfe sind symbolträchtige Orte, die eine regional verankerte Trauerkultur bergen. Der Landesverband für Gartenbau und Landespflege hat mit Unterstützung der Kreisfachberatungen den Wettbewerb ausgelobt, der positive Beispiele der Friedhofsgestaltung herausstellen und Impulse zur Nachahmung geben will. Gerade weil die Kommunen zunehmend vor der Herausforderung stehen, neue Bestattungsformen stimmig in die Gestaltung ihrer gewachsenen Friedhofskultur zu integrieren, ist es ein Anliegen, gute Konzepte zu würdigen.

Der Wettbewerb richtet sich an die Träger kommunaler oder kirchlicher Friedhöfe. Sie können sich beim Kreisverband bewerben. Eine Fachkommission wird die Anlagen im Zeitraum von 20. bis 21. Mai besuchen und nach einem Kriterienkatalog bewerten. Im Mittelpunkt stehen Fragen zur Konzeption des Friedhofs, seinen Grünstrukturen, dem Umgang mit historischer Substanz bis hin zur Gestaltung der einzelnen Grabstellen.

Bis Ende Juni sollen die Ergebnisse feststehen. Staatsministerin Ulrike Scharf wird die bestplatzierten Beispiele am 26. September in Triesdorf, Landkreis Ansbach, mit einer Staatsurkunde und einem Bronzerelief auszeichnen. Den 2. Platz verleiht der Bezirksverband, den 3. Platz sowie alle weiteren Anerkennungen der Kreisverband.

Mit der bayernweiten Initiative möchte der Landesverband beispielhafte Möglichkeiten für einen sensiblen Umgang mit der Friedhofsentwicklung aufzeigen, die sowohl einem respektvollen Eingehen auf die Bedürfnisse der Hinterbliebenen als auch den lokalen Prägungen der Friedhöfe gerecht werden. Anmeldung ist bis spätestens 20. April bei der Geschäftsstelle des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege im Landratsamt Altötting möglich.
− red/Foto: Kleiner


30.03.2015
Monika Prinz und ihre Crew
Erlbach. Das sind die neuen Führungskräfte des Bezirksverbandes Oberbayern für Gartenbau und Landschaftspflege – wir berichteten. Sie stellten sich im Bambusgarten des "ZEN-Klosters" in Eisenbuch bei Erlbach unserem Fotografen (von links): Schriftführerin Susanne Loidl, die neu gewählte Geschäftsführerin Monika Prinz, Vorstandsmitglied Harald Lorenz, Bezirks- und Landespräsident Wolfram Vaitl, Vorstandsmitglied Rudolf Kratzer, 2. Vorsitzender Thomas Janschek und Schatzmeister


27.03.2015
Neue Gartenbau-Chefin aus Rosenheim

Aktion "Bayern blüht": Oberbayerische Bezirkstagung in Eisenbuch – Anzahl der Ortsverbände hat abgenommen

Erlbach. "Bayern blüht", heißt das neue Motto der bayerischen Gartenbauvereine. Bei der ordentlichen Mitgliederversammlung im ZEN-Zentrum in Eisenbuch bei Erlbach (Lkr. Altötting) hat die Bezirksleitung die Werbekampagne den rund 50 Delegierten aller oberbayerischen Kreisverbände vorgestellt. Die Verantwortlichen konnten über eine rege Tätigkeit des Verbandes, sowie über gesunde Finanzen berichten. Zur neuen Geschäftsführerin hat die Versammlung Frau Monika Prinz aus Rosenheim gewählt.

Der Präsident des oberbayerischen Verbandes für Gartenbau und Landschaftspflege, Wolfram Vaitl, der zugleich auch Präsident des Landesverbandes ist, konnte auch Gäste aus Tirol und Vorarlberg begrüßen. Er bedauerte, dass die Anzahl der Ortsverbände zwar abgenommen habe, jedoch sei die Mitgliederzahl deutlich angestiegen, was in der Werbung von Jungmitgliedern beruhe.

Werbung mit Flyern, Stickern und Bannern
Die neue Werbekampagne der gärtnerischen Verbände "Bayern blüht" wird mit Flyern, Stickern und Bannern unterstützt. Vaitl forderte die Anwesenden zu bezirksübergreifendem Denken auf, Ideen und Informationen anderer Bezirksverbände sollen geprüft und eingebracht werden. Er bedauerte, dass spezielle Schulungen für neue Vereinsfunktionäre wenig Akzeptanz finden.

Altöttings Landrat Erwin Schneider stellte Erlbach als "streng katholische Gemeinde vor, die jedoch das ZEN-Kloster in jeder Weise akzeptiert". Er bedauerte, dass bei vielen jungen Menschen der Bezug zur Natur nicht mehr bestehe. Deshalb würdige er die Arbeit der Gartenbauvereine, die eine Verbindung zur Natur herstellen, zeigen und lehren. Somit würden diese Verbände einen wichtigen Beitrag zur ländlichen Kulturgeschichte leisten.

Der stellvertretende Vorsitzende Thomas Janschek berichtete über die Jugendarbeit des Verbandes: in 102 Ortsgruppen besitzen derzeit 3378 Kinder einen "Flori-Ausweis". Mit Memory-Spielen, Exkursionen und speziellen "Lernkisten" soll Kindern die Zusammenhänge in der Natur begreifbar gemacht werden. Die "BayWa-Stiftung" unterstützt die Verbände bei der Anlage von Schulgärten oder ähnlichen Projekten.

Zum Thema "Heimat aktiv gestalten" berichtete Vorstandsmitglied Harald Lorenz über Gartenbauprojekte für Jugend, Schulen und Familien. "Gefühle und Erlebnisse in der Jugend haben bleibenden Wert". Wenn diese auch zwischenzeitlich im "Backfischalter" verloren gehen, so leben sie doch später meist wieder auf. Er lobte dabei die Kooperation in der Jugendarbeit mit den österreichischen Verbänden in Tirol und Vorarlberg.

Rudolf Kratzer, ebenfalls Vorstandsmitglied, kündigte für 2016 einen Wettbewerb an, bei dem Obst- und Gartenbauvereine öffentlichen Verkehrsraum gestalten sollen. Dabei soll die Gestaltung von Alleen, Verkehrsinseln oder Kreisverkehren nach farblicher Abstimmung, optischem Eindruck, sozialen Aspekten und Pflegeaufwand bewertet werden. Wichtig dabei sei jedoch die Absprache mit den zuständigen Behörden.

Bereits zum 17. Mal erfolgt bayernweit am 28. Juni der "Tag der offenen Gartentür", wie die neue Leiterin dieses Projektes, Dagmar Kübler, mitteilte. Bei der Werbung soll auf den Flyern der Bezirksverband besser zur Geltung kommen.

Rücklagen derzeitbei 88300 Euro
Über gesunde Finanzen des Bezirksverbandes Oberbayern konnte Schatzmeister Josef Jäckel berichten. Die Einnahmen betrugen im vergangenen Jahr rund 43000 Euro, wovon rund 37000 Euro aus Beitragseinnahmen stammten. Die Ausgaben für diverse Anschaffungen, Verwaltungs- und Reisekosten, Veranstaltungen und Jugendförderung bezifferte er mit rund 26000 Euro, so dass 17000 Euro den Rücklagen zugeführt werden können. Diese belaufen sich derzeit auf 88300 Euro. Diese Rücklage sei sehr wichtig, um die Ausgaben für die nächste Landesgartenschau bestreiten zu können.

Als Alternative zu traditionellen Blumenschmuck-Wettbewerben stellte der Kreisverband Rosenheim einen Wettbewerb für "bienenfreundliche Gärten" vor. Dabei sollen "Futtergärten für Bienen" mit einer Auswahl aus 120 verschiedenen Blumen und unterschiedlichen Blütezeiten bewertet werden.
− hok
Im Bambusgarten des "ZEN-Klosters" in Eisenbuch bei Erlbach präsentieren sich die Führungskräfte des Bezirksverbandes Oberbayern für Gartenbau und Landschaftspflege (von links): Schriftführerin Susanne Loidl, die neu gewählte Geschäftsführerin Monika Prinz, Vorstandsmitglied Harald Lorenz, Bezirks- und Landespräsident Wolfram Vaitl, Vorstandsmitglied Rudolf Kratzer, 2. Vorsitzender Thomas Janschek und Schatzmeister Josef Jäckel. − Foto: hok
Im Bambusgarten des "ZEN-Klosters" in Eisenbuch bei Erlbach präsentieren sich die Führungskräfte des Bezirksverbandes Oberbayern für Gartenbau und Landschaftspflege (von links): Schriftführerin Susanne Loidl, die neu gewählte Geschäftsführerin Monika Prinz, Vorstandsmitglied Harald Lorenz, Bezirks- und Landespräsident Wolfram Vaitl, Vorstandsmitglied Rudolf Kratzer, 2. Vorsitzender Thomas Janschek und Schatzmeister Josef Jäckel. − Foto: hok

20.03.2015
Bezirks-Gartler tagen in Eisenbuch
Erlbach. Der Bezirksverband Oberbayern für Gartenbau und Landespflege trifft sich am morgigen Samstag, 21. März, um 9.30 Uhr zur Mitgliederversammlung im Zen-Zentrum in Eisenbuch. Neben den Tätigkeitsberichten der Vorstandschaft und den Haushaltsberatungen steht auch die Neuwahl der Vorstandschaft auf der Tagesordnung. Beschlossen wird die Bezirksversammlung mit einer Führung durch das Zen-Zentrum.

19.03.2015
Bunt und vielfältig: Das neue Gartenblattl ist da
Altötting. Ein bunter Strauß an Themen wird im neuen Gartenblattl des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege präsentiert; seit 2011 gibt es diese Vereinszeitschrift, in der über die Aktivitäten der Gartler im Landkreis berichtet wird.

Kreisvorsitzender Stefan Jetz stellt in seinem Grußwort eingangs das vielfältige Engagement der Vereine heraus, verbunden mit dem Appell, schon die Kinder für die Natur zu sensibilisieren und ihnen Gelegenheit zu bieten, sich spielerisch im eigenen Garten oder eben im Verein einzubringen.

Zwei große Themen werden in der Rückschau behandelt: Die Informationsreise nach Südengland im Juli 2014, bei der die Teilnehmer den Charme Großbritanniens hautnah erleben durften und der Tag der offenen Gartentür im Juni 2014, bei dem trotz suboptimalem Wetter Tausende die heimische Gartenkultur erlebten.

Detailliert betrachtet wird im Gartenblattl auch die Jahresaktion 2015, in deren Mittelpunkt die Friedhöfe als Orte der Würde, Kultur und Natur stehen. Und natürlich bekommen auch die Ortsverbände einen Platz im Heft, um sich zu präsentieren.
− ecs
Das Gartenblattl gibt es ab sofort kostenlos im Landratsamt, in den Verkehrsbüros Altötting und Burghausen, in den Sparkassenfilialen sowie bei den Gartenbauvereinen.

07.03.2015
Gesucht: der schönste Friedhof

Gartenbauer nehmen am Wettbewerb "Unser Friedhof – Ort der Würde, Kultur und Natur" teil

Altötting. An keinem anderen Ort trifft die Welt der Lebenden so unmittelbar auf die der Toten wie am Friedhof. Die alternative Bestattung unter einem Baum – in sogenannten Friedwäldern – ist laut katholischer Kirche im Zunehmen. Die ewige Ruhestätte auf geweihtem Boden, ob im Sarg oder in der Urne, ob anonym auf einem Gräberfeld oder in der pompösen Familiengruft, bleibt dem Einzelnen überlassen. Die Trends hin zur individuellen Beisetzung oder zur namenlosen Bestattung spiegeln sich in den Friedhöfen wider. Für eine würdevolle Gestaltung der Beisetzungsorte setzt sich der Altöttinger Gartenbau-Kreisverband ein. Vorsitzender Stefan Jetz hat die Gemeinden und Pfarreien in der Jahreshauptversammlung am Mittwoch im Gasthaus Zwölf Apostel in Altötting zur Mitwirkung am Wettbewerb "Unser Friedhof – Ort der Würde, Kultur und Natur" des Bayerischen Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege aufgerufen.

Für ältere Menschen gehört die Pflege des Familiengrabes zum Alltag, so wie auf dem Friedhof in Marktl. Geschäftsführer Clemens Jobst (linkes Bild) warb auf der Kreisversammlung bei den Vertretern der Gartenbau-Ortsvereine um breite Teilnahme am Friedhofswettbewerb 2015. − Foto: Preißler

Für ältere Menschen gehört die Pflege des Familiengrabes zum Alltag, so wie auf dem Friedhof in Marktl. Geschäftsführer Clemens Jobst (linkes Bild) warb auf der Kreisversammlung bei den Vertretern der Gartenbau-Ortsvereine um breite Teilnahme am Friedhofswettbewerb 2015. − Foto: Preißler

Fein säuberlich geharkte Reihengräber, die Urnenwand, das kunstvoll geschmückte Steindenkmal: Die äußere Form der letzten Ruhestätte spiegelt zunehmend die Persönlichkeit des Verstorbenen wider. Der Friedhof ist für die Trauernden ein Ort des Gedenkens, der Begegnung und der Erholung. "Leute in München gehen zum Picknicken in die großen Parkfriedhöfe", weiß Clemens Jobst, Geschäftsführer beim Kreisverband, den rund 60 Vertretern der Orts-Gartenbauvereine zu berichten. Äußerlich unterscheiden sich die Beisetzungsorte im Landkreis oft erheblich. Die Umfriedung, die Bepflanzung mit Bäumen und Sträuchern, die Anordnung der Gräber sowie die Wegeführung tragen zum Gesamtbild eines Friedhofes wesentlich bei. Die Pflege und der Erhalt der letzten Ruhestätten, die Einbindung der Anlage in die Umgebung oder auch ein ökologisches Konzept für heimische Tierarten sind Bewertungskriterien, die im bayernweiten Friedhofswettbewerb zählen.


Der Altöttinger Kreisverband hat alle Kommunen und Pfarreien im Landkreis angeschrieben. Diesem Aufruf sind Haiming, Niedergottsau, Reischach, Kastl und Halsbach bereits gefolgt. Bis 20. April noch können sich Friedhofsträger beim Kreisverband für die Teilnahme am Wettbewerb anmelden. Die örtlichen Gartenbauvereine übernehmen eine Schlüsselposition: Sie sollen nach Wunsch der Kreisvorstandschaft in ihrer Gemeinde das Bewusstsein schärfen für einen gut gestalteten Friedhof.

Landkreisweit nimmt eine Wettbewerbs-Jury die ausgewählten Bestattungsorte am 20. und 21. Mai in Augenschein. Stefan Jetz und Clemens Jobst vom Kreisverband sind Mitglieder der Jury, Landschaftsarchitektin Sylvia Link und Floristin Katharina Bichlmeier haben ihre Mitarbeit zugesagt. Ein Steinmetz, ein Bestatter, ein Friedhofsträger, ein Friedhofsgärtner sowie jeweils ein Vertreter aus Politik und Kirche werden das Gremium vervollständigen. Die Ergebnisse meldet die Jury bis zum 26. Juni dem Bayerischen Landesverband für Gartenbau und Landespflege, der dann am 26. September den Landessieger in Triesdorf/Mittelfranken bekannt gibt.

Der Kreisverband selbst richtet für alle Teilnehmer im Landkreis am 17. November eine Feier aus. Die dafür benötigten Mittel sind im Haushaltsplan 2015 bereits eingeplant. Clemens Jobst präsentierte stellvertretend für den erkrankten Kassier Georg Keller den Finanzbericht 2014 mit einem Plus von 1173 Euro. Kassenprüfer Helmut Häring bescheinigte eine sorgfältige Kassenprüfer, die anwesenden Mitglieder entlasteten einstimmig Vorstand und Schatzmeister und genehmigten den Aufbau einer freien Rücklage im Rahmen der gesetzlich festgeschriebenen zehn Prozent.

Clemens Jobst informierte die Ortsvereine über die aktuelle Kennzeichnungspflicht von Lebensmitteln. Bei Festen, Märkten und Veranstaltungen gehören selbst hergestellte Backwaren, Liköre oder Marmeladen immer dann mit Mindesthaltbarkeitsdatum, Verzeichnis der Inhaltsstoffe und Angabe des Herstellers beschriftet, wenn sie verkauft werden. Allergene Stoffe, wie etwa Nüsse, müssen nicht extra ausgewiesen werden. Geschäftsführer Jobst rät allerdings zur freiwilligen Angabe. Im Zweifelsfall können sich die 25 Ortsvereine auch an die Lebensmittelüberwacher am Landratsamt wenden.

Kreisvorsitzender Stefan Jetz dankte den Gästen für ihre Mithilfe beim "Tag der offenen Gartentür 2014". "Ohne Euch könnten wir diese Aktion nicht durchführen", freut sich Jetz über den Rückhalt der rund 8000 Mitglieder im Landkreis.
− kp

28.02.2015
Jahrestreffen der Gartenbauer
Altötting. Die Kennzeichnungspflicht von Lebensmitteln bei Vereinsveranstaltungen ist eines der Themen, mit denen sich der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege am Mittwoch, 4. März, bei seiner Frühjahrsversammlung im Gasthof Zwölf Apostel beschäftigen wird. Ab 19.30 Uhr geht es auch um den Wettbewerb "Unser Friedhof" sowie um das Fest zum 125-Jährigen des Haiminger Ortsvereins.
− red

28.02.2015
Gartler stehen in den Startlöchern

Großer Zulauf beim zweitägigen Gartenseminar des Landratsamtes und des Kreisverbandes für Gartenbau – Anzeiger startet neue Serie

Altötting. "Muss der Ast weg?", fragt Clemens Jobst, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege, in die Runde und rüttelt kräftig an einem von Flechten besetzten Stück Apfelbaum. "Ja", tönt es aus der Runde. "Nein", rufen andere. "Geht beides." In Sachen Baumschnitt herrschte am Mittwochnachmittag offensichtlicher Informationsbedarf. Zwei Tage lang drehte sich für jeweils gut 100 Teilnehmer alles rund um das Thema Garten. Der Kreisverband Gartenbau und das Landratsamt hatten zum 15. Altöttinger Gartenseminar geladen und am Mittwochnachmittag stand Baumschnitt auf dem Programm.

Geräuschlos fällt der Ast zu Boden. "Der kann jetzt weg oder stehen bleiben. In zwei bis drei Jahren aber muss er weg", lautet des Rätsels Lösung, die Clemens Jobst den Kursteilnehmern präsentiert. Eigentlich könne man beim Baumschnitt nicht viel falsch machen, beruhigt er die Teilnehmer. Allzu dichten Bewuchs ausdünnen, damit Licht ins Innere der Baumkrone fällt, Äste nicht einfach nur kürzen, sondern umleiten. Sprich an einer Gabelung kurz hinter einem jungen Trieb abschneiden. Entscheidend sei vielmehr, dass man sich einfach traut, betont Jobst. "Baumschnitt braucht einfach nur ein bisschen Übung." Und genau die bekamen die Kursteilnehmer am Mittwochnachmittag im Obstlehrgarten des Landkreises in der Josef-Neumeier-Straße in Altötting.

"Da habe ich ja bisher alles falsch gemacht", kommentiert Roswitha Härtling die ersten Schnitte. Sämtliche Triebe im Inneren habe sie immer abgeschnitten, berichtet sie Jobst. Der Fachmann hingegen rät, lieber einen jungen Trieb stehen zu lassen. "Man weiß nie, ob man den später nicht noch braucht." Beispielsweise wenn man den Baum eine Verjüngungskur verpassen will.

Auch der Schnitt von Wild- und Ziersträucher stand auf dem Programm, ebenso wie ein theoretischer Teil zum Thema Grundlagen des Obstbaumschnitts. Am Donnerstag ging es vor allem um Stauden, und das Thema Wiese oder Rasen. Alles über die Pflege der Rosen erfuhren die passionierten Gartler und die, die es noch werden wollten, dann am Mittag. Der Klimawandel und dessen Einfluss auf die heimischen Gärten bildete dann das Abschlussthema des zweitägigen Seminars, das seit 2000 einmal jährlich kostenlos für die Landkreisbürger angeboten wird. "Und es werden immer mehr Teilnehmer", freut sich Clemens Jobst über den Zuspruch.

Roswitha Härtling wollte immer schon mal an dem Seminar teilnehmen. "Bislang ging es aber nicht, weil ich arbeiten musste." Die Altersteilzeit macht die Teilnahme nun möglich und nötig, wie sie betont. Schließlich will der 2000 Quadratmeter große Garten daheim fachgerecht gepflegt sein. "Gar nicht so einfach", wie sie unumwunden zugibt. Dafür ist Härtling umso erfreuter über das Gartenseminar. "Das ist eine tolle Sache."
− jo

Schicken Sie uns Ihre Frage!
Der Anzeiger startet in Kürze mit einer Gartenserie rund um die Pflege von Blumen, Sträucher, Bäume und Co. Kreisfachberater Clemens Jobst gibt dann wieder Tipps in Sachen Gartenpflege. Heuer haben die Leser die Möglichkeit, konkrete Fragen rund um das Thema Garten an den Kreisfachberater zu stellen. Eine Auswahl davon wird er dann – je nachdem zu welcher Jahreszeit sie thematisch passen – im Laufe der nächsten Wochen beantworten. Schicken Sie uns Ihre Frage bitte per Email unter dem Stichwort "Gartenserie" an red.altoetting@pnp.de oder per Post an Alt/Neuöttinger Anzeiger, Neuöttinger Straße 62b, 84503 Altötting.

"Baumschnitt braucht nur etwas Übung", ist Clemens Jobst, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege, überzeugt. − Foto: Stummer
"Baumschnitt braucht nur etwas Übung", ist Clemens Jobst, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege, überzeugt. − Foto: Stummer

 

16.02.2015
Gartentage geben Tipps zu Baumschnitt und Rasenpflege
Altötting. Mit dem Winter ist es fürs Erste vorbei. Zeit für alle Hobbygärtner, sich mit dem anstehenden Frühjahr und den notwendigen Arbeiten vertraut zu machen. Passende Gelegenheit bietet dazu das Altöttinger Gartenseminar, das der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege organisiert.

Stattfinden wird es am Mittwoch, 25., und Donnerstag, 26.Februar, wie immer im Altöttinger Gasthof Zwölf Apostel, unweit der Basilika gelegen. Los geht es am 25. Februar um 8.30Uhr mit einigen organisatorischen Infos. Ab 8.45 Uhr soll es dann in die Vollen gehen, zunächst mit einem Vortrag über den richtigen Schnitt bei Wild- und Ziersträuchern, später dann mit den Grundlagen des Obstbaumschnittes. Letzteres kann am Nachmittag bei Schnittübungen im Obstlehrgarten in der Josef-Neumeier-Straße in die Tat umgesetzt werden.

Am 26. Februar stehen dann zunächst allerlei Informationen zu den besten Stauden auf dem Programm, anschließend Tipps und Tricks, wie aus einer Wiese ein Rasen wird. Der Nachmittag gilt den Rosen und dem Einfluss des Klimawandels auf die heimische Pflanzenwelt. Die Teilnahme am Seminar ist kostenlos. Es können auch nur einzelne Vorträge besucht werden. Anmeldung beim Landratsamt unter 08671/502316 oder per E-Mail an clemens.jobst@lra-aoe.de.
− red

28.1.2015
Gartenbauvereine helfen Menschen und Natur

Bayernweiter Friedhofs-Wettbewerb geplant – Seminar für Vereinsvorstände und
Nachwuchskräfte in Graming

Altötting. Ein Seminar für Vereinsvorstände und Nachwuchskräfte des
Bayerischen Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege unter Leitung von
Dr. Lutz Popp fand in Zusammenarbeit mit dem Kreisverband Altötting im
Gasthaus Weißbräu in Graming statt. Im vollbesetzten Saal begrüßte
Kreisvorsitzender Stefan Jetz besonders den neugewählten Präsidenten des
Landesverbandes, Wolfram Vaitl. Zugleich wurde Günter Edelmüller aus Töging
den Seminarteilnehmern vorgestellt, der vor kurzem die Prüfung als
Gartenpfleger abgelegt hatte und nun vom Verbandspräsidenten die
Ernennungsurkunde mit Anstecknadel überreicht bekam.

Der Bayerische Landesverband für Gartenbau und Landespflege ist der größte
Verband der Obst- und Gartenbauvereine in Deutschland. Als zentrales Thema
sehen der Verband und die ortsansässigen Vereine, den Menschen die
vielfältigen Wohlfahrtswirkungen der Gärten und der Landesverschönerung
zugänglich zu machen. In seinen Referaten "Gartenbauvereine helfen Menschen
und Natur" und "Aktuelle Hinweise zur Vereinsführung" bot Seminarleiter Dr.
Lutz Popp den Vereinsvorständen und Nachwuchskräften Hilfen wie Homepage und
Spiele und Materialien wie Plakate und Flyer zu deren Unterstützung für die
Vereinsarbeit an.

Ferner ging der Hauptreferent auf den bayernweiten Wettbewerb 2015 ein, der
unter dem Motto "Unser Friedhof – Ort der Würde, Kultur und Natur" steht.
Anhand von Unterlagen zur Organisation, aber auch z.B. zur Grabbepflanzung zu
diesem Wettbewerb hob Dr. Lutz Popp nochmals die Bedeutung und die Funktion
der Friedhöfe hervor. Da die Teilnahme kostenlos ist, wurden die Mitglieder
der Ortsverbände aufgefordert, die "Träger der Friedhöfe", falls noch nicht
geschehen, zur Teilnahme zu animieren. Die Bewertung der Kommission erfolge im
Mai.

Über Erfahrungen aus der Vereinspraxis berichteten Patrizia Fahböck und
Hermann Demmelhuber vom Gartenbauverein Reischach. Sie zeigten anhand eines
Jahresrückblickes nachahmenswerte Aktivitäten auf. Silke Dreier und Gerhard
Bayerl vom Obst- und Gartenbauverein Tyrlaching referierten in ihrem
Erfahrungsbericht über "Kindergruppe im Gartenbauverein – wie packt man es
an?" Die Naturschutzbeauftragte im Landkreis Altötting, Barbara Jüngling,
informierte vor allem über die Ausbildung zum Gartenpfleger und dessen
Aufgaben. Zugleich warb sie für Interessenten zur Ausbildung, da bis dato nur
vier geprüfte Gartenpfleger im Kreisverband gelistet sind.

Besonders aufmerksam verfolgten die Seminarteilnehmer den Ausführungen von
Kreisfachberater und Geschäftsführer des Kreisverbandes Altötting, Clemens
Jobst zum Thema: "Bedeutung des neuen Pflanzenschutzgesetzes für die
Gartenbauvereine". Vorsicht sei beim Kauf der Produkte geboten. Vor allem beim
Bezug über das Internet bestehe Gefahr, nicht mehr zugelassene Mittel
angeboten zu bekommen. Es dürfen in Deutschland nur zugelassene
Pflanzenschutzmittel angewendet werden, nicht mehr zugelassene
Pflanzenschutzmittel sind ordnungsgemäß und schnellstmöglich zu entsorgen.
− am

Zum Erinnerungsfoto stellten sich: (vorne, v.l.) Barbara Jüngling, Patrizia Fahböck und Silke Dreier sowie (hinten, v.l.) Stefan Jetz, Hermann Demmelhuber, Lutz Popp, Clemens Jobst und Gerhard Bayerl. − F.: Maier
Zum Erinnerungsfoto stellten sich: (vorne, v.l.) Barbara Jüngling, Patrizia
Fahböck und Silke Dreier sowie (hinten, v.l.) Stefan Jetz, Hermann
Demmelhuber, Lutz Popp, Clemens Jobst und Gerhard Bayerl. − F.: Maier

21.01.2015
KREISNACHRICHTEN
Gartler-Seminar am Samstag in Graming
Altötting. Ein Seminar für Vereinsvorsitzende und Nachwuchskräfte des Bayerischen Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege in Zusammenarbeit mit dem Kreisverband Altötting findet am Samstag, 24. Januar, beim Graminger Weißbräu statt. Die Seminarleitung hat Lutz Popp, der nach der Begrüßung ab 9 Uhr unter dem Motto "Gartenbauvereine helfen Mensch und Natur" über aktuelle Themen und Arbeitsprogramme für die Vereinsarbeit informieren und Hilfen und Materialien des Landesverbandes zu deren Umsetzung vorstellen wird. Ab 11 Uhr werden Erfahrungsberichte aus der Vereinspraxis ausgetauscht; Referent hierzu ist Hermann Demmelhuber vom Gartenbauverein Reischach. Gerhard Bayerl aus Tyrlaching berichtet über das Thema "Ein Verein im Wandel der Zeit" und auch über die Kindergruppe im Gartenbauverein. Nach dem gemeinsamen Mittagessen werden ab 13 Uhr Barbara Jüngling, Naturschutzbeauftragte im Landkreis Altötting, über die Aufgaben der Gartenpfleger sowie Kreisgeschäftsführer und Kreisfachberater Clemens Jobst über die Bedeutung des neuen Pflanzenschutzgesetzes für die Gartenbauvereine berichten. Ab 14 Uhr schließlich gibt Seminarleiter Lutz Popp aktuelle Hinweise zur Vereinsführung.

                                                                                                                                               

Hier beginnt die Zusammenfassung der Jahre 2013 bis 2014 in chronologischer Reihenfolge

                                                                                                                                               


29.10.2013
Grünes Gewerbe statt graue Fabrikgebäude

Gartenbau-Kreisverband zeichnet Vorzeigebetriebe für gelungene Begrünungsaktionen aus

Eine ganze Fülle an Ehrungen hatten Vorsitzender Stefan Jetz (2.von rechts) und Kreisfachberater Clemens Jobst (kniend) für die Vorzeigebetriebe und -behörden des Landkreises.  − Foto: Kähsmann
Eine ganze Fülle an Ehrungen hatten Vorsitzender Stefan Jetz (2.von rechts) und Kreisfachberater Clemens Jobst (kniend) für
die Vorzeigebetriebe und -behörden des Landkreises.  − Foto: Kähsmann

 

Hohenwart. Es sind Gewerbebetriebe, Einkaufszentren, Autohäuser, Tankstellen, Banken, Gastronomie- und
Dienstleistungsbetriebe usw., die immer mehr zur optischen Gestaltung des Landkreises beitragen. Der Kreisverband für
Gartenbau und Landespflege Altötting e.V. sprach jetzt zum dritten Mal durch die Aktion "Auch Gewerbe gestalten unsere Städte
und Dörfer" Ehrungen für besonders gelungene Begrünungen aus.

In alphabetischer Reihenfolge der Orte überreichten Kreisverbands-Vorsitzender Stefan Jetz und Clemens Jobst,
Sachgebietsleiter Landschaftspflege im Landratsamt, die Urkunden an die jeweils von den Gartenbau-Ortsverbänden
vorgeschlagenen Betriebe. Altötting: Das Modehaus City Mode bringe mit seinen Pflanztrögen ein wenig Farbe in die
neugestaltete Bahnhofstraße und dies, obwohl die Pflanzen- und Blütenpracht oft durch Vandalismus zerstört wird. Burghausen-
Raitenhaslach: Hier konnte die Stadtgärtnerei die Ehrung entgegennehmen, die entlang der Straßen, Wege und Plätze für ein
Blütenmeer über das ganze Jahr hinweg verantwortlich zeichnet. Burgkirchen: Das Beerenland Hausner stelle durch blühende und
immer gut gepflegte Strauch- und Staudenpflanzen einen Farbklecks innerhalb eines reinen Gewerbegebietes dar. Burgkirchen-
Hirten: Mit üppigem Blumenschmuck am Haus und im Umgriff des Gasthauses Bartsch binde sich das Anwesen hervorragend in die
Kulturlandschaft ein. Garching: Inmitten des Ortes ist es die Spitzweg Apotheke, die durch Ginkobäume, Buchskugeln, Rosen und
Rosenbogen eine mustergültige Anlage entstehen habe lassen. Haiming: Die Schreinerei Hofer erhielt ihren alten
Obstbaumbestand und initiierte die Anlage einer Streuobstwiese, die heuer durch das Ansäen einer Blumenwiese eine weitere
Aufwertung fand. Kirchweidach: Der Erwerb des ehemaligen Krankenhauses, dessen Umbau zum Ärztehaus mit Gestaltung einer
umfangreichen Grünsubstanz und somit die Belebung des Ortes, brachte der Elektroinstallation Maier die Ehrung ein. Marktl: Am
südlichen Ortsausgang entbiete Heizungsbau Brehm allen Besuchern von Marktl durch eine intensive Eingrünung einen
Willkommensgruß. Ein Nutz- und Blumengarten hinter der Eingrünung zeuge weiter für die Liebe zur Natur und zum Gartenbau.
Mehring: Die Firma ATECH habe sich mit Bäumen, Sträuchern, Formgehölzen, Gräsern, Stauden und Rosen optimal in das
Landschaftsbild eingefügt. Neuötting: 1. Der Biergarten des El Loquitos mit schattenspendenden Platanen und der üppige
Blumenschmuck am ganzen Gebäude prägen unter anderem die Platzsituation. 2. Die Freiwillige Feuerwehr gestalte durch
opulenten Blumenschmuck am Feuerwehrgebäude und einer attraktiven Bepflanzung des Vorplatzes das Straßenbild attraktiv.
Perach: Der Steinmetzbetrieb Nuener und die Gärtnerei plus Blumengeschäft Salzinger-Nuener fügen sich durch eine intensive
und landschaftsgerechte eingrünende Bepflanzung nahtlos in die Umgebung ein, hinzu kommt die Kunst des aus Stein Geformten.
Auch die Blumenkästen der Willkommenstafeln am Ortseingang werden vom Betrieb bepflanzt und zur Verfügung gestellt.
Reischach: Als ein Aushängeschild für den Betrieb und zur Freude aller Passanten zeige sich die liebevolle Bepflanzung des
Grundstückes der Schreinerei Reischl. Töging: Inmitten der Stadt liegt das Gasthaus Springer mit einem von großen Bäumen und
Strauchpflanzungen geprägten Biergarten. Blumenschmuck rund um das landwirtschaftliche Anwesen sowie am Gasthaus, alte und
neue Obstbäume mit Insektenhotel hinter dem Gasthaus und der Erhalt des Biotops am ehemaligen E.ON-Gelände würden dazu
beitragen, das ökologische Gleichgewicht der Stadt zu fördern. Unterneukirchen: 1. Ein wellenschlagender Zaun, wunderbarer
Nutzgarten, Bauerngarten, Kunstobjekte und Teiche seien ein äußerst gelungenes Beispiel, Gewerbe und Wohnen zu vereinen – der
Garten der Kunstwerkstatt Josef Kohlmeier. 2. Kerstin’s Blumenwerkstatt habe mit viel Liebe zum Detail einen
Mülltonnenstellplatz zu einem gelungenen Beispiel von Dachbegrünung am neuen Dorfplatz gestaltet. Obwohl an der Werkstatt
kein Platz zur Bepflanzung war, bekomme die Ortsmitte etwas Farbe und einen interessanten Hingucker durch künstlerischen
Umgang mit Pflanzen. Winhöring: 1. Der umfassende Großbaumbestand mache den Garten des Café Kronbergers nicht nur zu einem
romantischen Fleckchen Erde, sondern stelle im Zentrum des Ortes eine grüne Lunge dar, die das Mikroklima und somit die
Lebensqualität positiv beeinflusst. 2. Eine gelungene Symbiose von wohnen und arbeiten stelle das Be-triebsgelände des
Maschinenbaus Marchner dar. Heimische Gehölze und gestalterisch wertvolle und interessante Gartengewächse würden einen
intakten Ortsrand bilden und sich harmonisch in die heranwachsende Wohnbebauung einfügen.

Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde im Gasthof Schwarz von dem Haiminger "Gwachs", wie Stefan Jetz ankündigte, Bettina
Reseneder mit ihrer modernen Zither und Gesang.
 − pk

 


22.11.2013
Ein fleißiger Diener im Garten des Herrn

Br. Kleophas Bernhard starb im 80. Lebensjahr – Als Gärtner und Kräuterpater weit über den Landkreis hinaus bekannt


Br. Kleophas †  − Foto: LFB


Altötting. Lebensfroh, leutselig, den Menschen zugetan: So war Br. Kleophas Bernhard, der weit über Altötting hinaus bekannte Gärtner und "Kräuterpater" aus dem Kapuzinerorden. Zwei Monate vor seinem 80. Geburtstag ist er am vergangenen Samstag während der Konventmesse zusammengebrochen. Er hatte einen Herzinfarkt erlitten und starb zwei Tage später, am Montag, in der Kreisklinik. Fast 61 Jahre gehörte Br. Kleophas dem Orden der Kapuziner an.

Er wurde am 19. Januar 1934 in Münchshöfen bei Viechtach im Bayerischen Wald geboren. Es war das Jahr der Heiligsprechung des Br. Konrad. Und weil seine Eltern bei seiner schweren Geburt den berühmten Kapuzinerbruder um Hilfe angerufen hatten, erhielt er den Vornamen Wolfgang Konrad. So steht es im Totenbrief für Br. Kleophas.

Den ersten Kontakt zu den Kapuzinern fand Wolfgang Konrad Bernhard im Altöttinger Konrad-Kloster, wo ihm der Pförtner vom Leben der Brüder erzählte. Er erlernte in Straubing den Beruf des Gärtners und legte am 30. März 1952 in Landshut die Gesellenprüfung ab. Einen Monat später, am 1. Mai 1952, trat er in Laufen in den Orden ein, wo er am 21. Dezember 1952 eingekleidet wurde. Das Noviziat endete mit der zeitlichen Profess am 22. Dezember 1953. Drei Jahre später legte er die Ewige

Profess in St. Konrad ab.

Zunächst war er kurze Zeit als Kochgehilfe eingesetzt, später auch als 1. Sakristan der Basilika St. Anna. Die meiste Zeit jedoch waren die Klostergärten sein Reich, um Salat und Gemüse, aber auch Blumen und Kräuter für die Klostergemeinschaft zu ziehen – in Eichstätt, Regensburg, Kempten, Burghausen, Salzburg.

Die Voraussetzungen dafür hatte er. 1958 legte Br. Kleophas in Regensburg seine Meisterprüfung ab – mit 24 Jahren als damals jüngster Gärtnermeister von ganz Niederbayern und der Oberpfalz. Seine Einstellung zum Garten drückte er so aus: "Ein Garten, der nur auf Gewinn und Nutzen ausgelegt ist, entspricht nicht meinem Gartenverständnis. Ein bisschen Muse gehöre auch dazu."

Im Oktober 1980 wurde er zum 1. Diözesanobmann der Stefanuskreise in der Diözese Passau gewählt. Die Stefanus-Gemeinschaft ist eine katholische Bildungs- und Freundesgemeinschaft, 1948 von Alfred Lange gegründet. Sie hat das Ziel, junge Erwachsene, Frauen und Männer für

verantwortungsvolle Aufgaben in Kirche und Welt zu befähigen. Neben religiöser Vertiefung und Weiterbildung in Soziallehre und Fragen der Politik, Kultur und Geschichte werden die Mitglieder zur Diskussion und Rede befähigt. Die Redebegabung von Br. Kleophas wurde hier ausgebildet. Außerdem wurde er 1986 in den neugebildeten Ausschuss für Umweltfragen in

der Diözese Passau berufen.

Neben der Gartenarbeit entfaltete er eine rege Vortragsarbeit zu vielen Themen bei Gartenbauvereinen, in Pfarreien, beim Frauenbund und anderen mehr. Für Vorträge, gespickt mit Garten-Fachwissen und Humor, war Br. Kleophas in all den Jahren ein gefragter Gastreferent weit über den Landkreis hinaus. Seine Vortragstätigkeit führte ihn bis nach Gelsenkirchen, wo es eine Br. Konradpfarrei gibt. Mehrmals war er in der ehemaligen DDR in Frankenberg, um die Katholiken in der Konradkirche in Hainichen zu besuchen.

Die Veränderungen in Altötting führten schließlich zur Aufgabe des Gartens beim Konradkloster. Damit hat sich Br. Kleophas nicht leicht getan. Als er sich 2004 nach Salzburg verabschiedete, hieß es: "Wir geben eine Rarität her." Dort hat er den Klostergarten hoch über den Dächern der Mozartstadt versorgt. Schließlich schränkten gesundheitliche Probleme sein Wirken zusehends ein. Es war immer sein Wunsch gewesen, in seinem geliebten Altötting, im Kreise seiner Brüder sterben zu dürfen; dies wurde ihm erfüllt.
 − ecs
Der Sterberosenkranz wird am heutigen Freitag um 17 Uhr in der Kirche St. Magdalena gebetet. Am Samstag, 23. November, findet um 10 Uhr in der Kirche St. Magdalena das hl. Requiem und anschließend auf dem Kapuzinerfriedhof neben der Basilika die Beerdigung statt.

Sterbebild Vorder- und Rückseite

 

 

08.02.2014
Gartenbauer laden zu zweitägigem Seminar
Altötting. Zwei Tage lang steht der Altöttinger Gasthof "Zwölf Apostel" Mitte Februar im Zeichen des Gartens. Beim Gartenseminar des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege und des Landratsamtes geht es heuer unter anderem um das richtige Schneiden von Sträuchern und Obstbäumen. Los geht es am Dienstag, 18. Februar, 8.30 Uhr. Nach einer Einführung stehen Gärten und Anlagen aus Kies und Schotter auf dem Programm, später die Erde als Grundlage für Pflanzenwachstum. Am Nachmittag beschäftigen sich die Teilnehmer mit Schattenblühern und blütenbesuchenden Insekten. Am Mittwoch geht es um die richtige Pflege von Bäumen und Sträuchern. Anmeldung unter 08671/502 316 oder per E-Mail an clemens.jobst@lra-aoe.de. Die Teilnahme am Seminar ist kostenlos. Laut Veranstalter kann auch nur an einzelnen Referaten teilgenommen werden.
 − red

 

17.02.2014
KREISNACHRICHTEN
Zweitägiges Gartenseminarstartet morgen
Altötting. Zwei Tage lang steht der Gasthof "Zwölf Apostel" ab morgen im Zeichen des Gartens. Beim Gartenseminar des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege und des Landratsamtes geht es unter anderem um das richtige Schneiden von Sträuchern und Obstbäumen. Los geht es am morgigen Dienstag um 8.30 Uhr. Anmeldungen werden un-ter 08671/502 316 oder per E-Mail unter clemens.jobst@lra-aoe.de entgegengenommen. Die Teilnahme am Seminar ist kostenlos. Laut Veranstalter kann auch nur an einzelnen Referaten teilgenommen werden.

 

22.02.2014
Gartler stürmen Gartentage
Zweitägiges Seminar verzeichnet mehr als 100 Teilnehmer
Altötting. Gartenarbeit ist beliebt, Seminare zu diesem Thema sind gefragt – das zeigten jetzt einmal mehr die vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege und dem Landratsamt organisierten Gartentage. Mehr als 100 Hobby- und Berufsgärtner ließen sich zwei Tage lang von Experten inspirieren.

Eröffnet wurden die bereits zum 14. Mal abgehaltenen Gartentage von Kreisvorsitzendem und stv. Landrat Stefan Jetz im Gasthaus Zwölf Apostel. Auf den momentanen Modetrend "Gärten und öffentliche Anlagen aus Kies und Schotter – schön und pflegeleicht?" ging Kreisfachberater und Gartentage-Leiter Clemens Jobst gleich zu Beginn ein, wobei er Sinn und Unsinn bei der Gestaltung und Pflege veranschaulichte. Gerade der Pflegeaufwand werde anfänglich unterschätzt. Gleiches gelte für die negative Beeinflussung der Bodenfeuchtigkeit, des Grundwasserspiegels und die Veränderung des Kleinklimas.

Über "Die Erde – Grundlagen für Pflanzenwachstum" referierte Dr. Erika Kainhofer von der Scotts-Fachberatung in Salzburg. Sie gab Einblick in die Herstellung verschiedener Arten an Erden und deren Verwendungsmöglichkeiten, aber auch in die Eigenschaften, die gute Erden für die Pflanzen erfüllen müssen. Die anschließende Diskussion zeigte, dass man auch gute Erde ohne oder nur mit sehr geringem Torfanteil herstellen kann, wobei qualitativ hochwertige Erden ihren Preis haben.

Peter Gasteiger von der Klostergärtnerei Gars entführte das Publikum in die reichhaltige und bunte Welt der Schattenblüher, die "Farbtupfer der Seele" und Überlebensraum kleiner Insekten sind. Er überzeugte die Zuhörer, dass auch in schwierigen, schattigen Lagen bunte Blütenprachten gedeihen können, die dem Gemüt des Gartenbesitzers gut tun.

Naturwabenimker Udo Pollack aus Perach und Kräuterpädagogin Christine Ebner aus Reischach referierten zusammen über das Thema "Gemeinsam sind wir stark – wie können wir das Überleben unserer blütenbesuchenden Insekten sichern". Anschaulich stellten sie die Pyramide der Lebewesen vor. An oberster Spitze steht der Mensch, gefolgt von den Groß- und Kleintieren, bis zur Basis der Insekten und Mikroorganismen. Wie bei einer Pyramide könne die Spitze ohne die Basis nicht existieren, so ihre Aussage. Durch natürliche, blühende Refugien könne jeder Gartenbesitzer dazu beitragen, die Lebensräume von Insekten, etwa Bienen, zu verbessern. Wichtig sei eine Vernetzung innerhalb der Siedlungen und in der Landschaft, damit die Insekten ungehindert auf Futtersuche gehen können und nicht auf kleine Räume angewiesen sind, die ihnen zu wenig Nahrung bieten.

Der zweite Tag stand ganz unter dem Motto von Bäumen und Sträuchern. Clemens Jobst referierte über deren wirtschaftlichen Wert und warum eine fachlich richtige Pflege auch finanziell Sinn macht. Viele Zuhörer staunten, welche "Schätze" sie in ihren Gärten wortwörtlich im Laufe der Jahre heranziehen und dass der Baum im Falle eines erforderlichen Fachgutachtens nicht nur ideellen Wert hat.

Zudem führte Jobst in die Grundlagen des Obstbaumschnittes ein, speziell auf den Pflanzungs-, Erziehungs-, Überwachungs- und Verjüngungsschnitt. Am Nachmittag folgte der praktische Teil für die Teilnehmer, die im Obstlehrgarten des Landkreises das Erlernte üben konnten. Wegen der großen Personenzahl wurde Jobst von den Gartenpflegern des Kreisverbandes, Barbara Jüngling und Günter Edelmüller, unterstützt.
 − red
Nicht nur Theorie wurde bei den Gartentagen vermittelt. Im Obstlehrgarten konnten sich die Teilnehmer auch ganz praktisch am richtigen Baumschnitt versuchen.  − Foto: ANA
Nicht nur Theorie wurde bei den Gartentagen vermittelt. Im Obstlehrgarten konnten sich die Teilnehmer auch ganz praktisch am richtigen Baumschnitt versuchen.  − Foto: ANA

11.3.2014
Kreis-Gartler wählen neue Vorstandschaft
Altötting. Die Neuwahl der Vorstandschaft steht im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege am morgigen Mittwoch, 12. März, ab 19.30 Uhr im Gasthof Zwölf Apostel in Altötting. Zuvor werden die Vorstandsmitglieder um Stefan Jetz über die Aktivitäten des vergangenen Jahres berichten. Ebenfalls ein Thema der Jahreshauptversammlung ist die Teilnahme am Tag der offenen Gartentür.

14.3.2014
Gartler bleiben bei bewährter Spitze

Vorstandschaft weitgehend gleich – Tag der offenen Gartentür am 29. Juni

Altötting. Ein Rückblick auf die vergangenen Jahre, die Wahl der Vorstandschaft sowie ein Ausblick auf die Projekte der nächsten Monate waren die Hauptthemen der Frühjahrsversammlung des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege Altötting am Mittwoch im Gasthof "Zwölf Apostel".

Vorsitzender Stefan Jetz blickte eingangs auf die vier Jahre seiner Verbandsführung zurück, seit er sein Amt vom heutigen Ehrenvorsitzenden Richard Antwerpen übernommen hat. Zu den Tätigkeiten des Kreisverbands zählte Jetz unter anderem die jährlichen "Altöttinger Gartentage", die sich als "Gartenseminar für Jedermann" ausdrücklich auch an Nichtmitglieder richten und mit je rund 100 Teilnehmern gut besucht würden. Besonders der Baumschneidekurs erfreue sich stets großer Beliebtheit. Neben vielen anderen Aktivitäten seien aus den vergangenen Jahren die Aktionswoche auf der Landesgartenschau in Rosenheim 2010 und der von 340 Nachwuchsgartlern besuchte Kindertag 2011 in Erinnerung geblieben.

Zu den Höhepunkten des vergangenen Jahres zählte Jetz neben einer Obstausstellung im Landratsamt die Aktion "Auch Gewerbe gestalten unsere Städte und Dörfer". Unter diesem Motto wurden Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe ausgezeichnet, die sich in herausragender Weise um die Grünordnung und Ortsverschönerung verdient gemacht haben. Der Kreisverband wollte damit jene würdigen, die sich dem einförmigen Anblick vieler Gewerbegebiete entgegenstellen. Erinnert wurde auch an die jährlichen Informationsfahrten für die Aktiven der Gartenbauvereine.

Nach der Vorstellung des Kassenberichts wurde unter der Leitung von 2. Bürgermeister Wolfgang Sellner ein neuer Vorstand gewählt. Dabei wurde die bisherige Mannschaft größtenteils einstimmig im Amt bestätigt – lediglich bei der Wiederwahl des 2. Vorstands Lothar Liebwein gab es einige Gegenstimmen. Neuer Beirat für Kinder und Jugend wurde Peter Klinger, der die aus Zeitgründen nicht mehr angetretene Petra Haunberger ablöst. Noch vor der Wahl stellte der Töginger Klinger klar: "Wer mich wählt, muss davon ausgehen, dass Null Euro für die Jugendarbeit nicht mehr g’langt."

Zum Ende der Veranstaltung stellte der wiedergewählte Geschäftsführer Clemens Jobst die Projekte des laufenden Jahres vor. So wird – wie alle drei Jahre – heuer wieder der Tag der offenen Gartentür im Landkreis Altötting statt-finden – und zwar am 29. Juni. In den Gemeinden Burgkirchen an der Alz, Neuötting, Marktl und Stammham werden dann insgesamt sieben Gärten ihre Tore für Besucher öffnen. Die diesjährige Informationsreise des Kreisverbandes geht nach Cornwall. Außerdem wurde das neue "Gartenblattl" präsentiert, die Zeitschrift des Kreisverbandes.
− tom
Die wiedergewählte Vorstandschaft und der neue Beirat für Kinder und Jugend: (von links) Gabriele Hofer, Peter Klinger, Stefan Jetz, Brigitte Koreck, Georg Keller und Clemens Jobst. − Foto: Stelzl
Die wiedergewählte Vorstandschaft und der neue Beirat für Kinder und Jugend: (von links) Gabriele Hofer, Peter Klinger, Stefan Jetz, Brigitte Koreck, Georg Keller und Clemens Jobst. − Foto: Stelzl

 

19.05.2014
Zwischen Taglilien und Weinreben

Sieben Gärten im Landkreis öffnen am Sonntag, 29. Juni, ihre Türen

Wolfgang Hofenauer ist stolz auf seinen Weinberg, auch wenn heuer aufgrund des Spätfrosts am 17. April viele junge Triebe erfroren sind. Bis zum Tag der offenen Gartentür werden aber die meisten Stöcke wieder ausgetrieben haben, und Hofenauer wird auch darüber informieren, wie aus den Marktler Trauben Wein gekeltert wird. − Foto: M. Kleiner

Wolfgang Hofenauer ist stolz auf seinen Weinberg, auch wenn heuer aufgrund des Spätfrosts am 17. April viele junge Triebe erfroren sind. Bis zum Tag der offenen Gartentür werden aber die meisten Stöcke wieder ausgetrieben haben, und Hofenauer wird auch darüber informieren, wie aus den Marktler Trauben Wein gekeltert wird. − Foto: M. Kleiner

Altötting. Dass die Privatgärten im Landkreis zum Erscheinungsbild von Stadt und Land einen nicht zu überschätzenden Beitrag leisten, ist bekannt. Dass es aber auch Spezialitäten zu bestaunen – und bisweilen gar zu schmecken – gibt, das wird beim Tag der offenen Gartentür am Sonntag, 29. Juni, unter Beweis gestellt.

Sieben Gartenbesitzer beteiligen sich, in Marktl gleich drei. Gundi und Alois Aigner, Am Kreuzberg 1, gewähren Einblicke in ihren vor 20 Jahren angelegten ländlichen Hausgarten mit Teich in Anlehnung an den Hang-Laubmischwald. Erhard Schlott, Ludwig-Edmaier-Straße 5, wird seine Taglilienzucht präsentieren. 650 verschiedene Sorten kann man hier in hoffentlich voller Blüte bewundern. Petra und Wolfgang Hofenauer, Am Kreuzberg 17, schließlich bitten in ihren Weinberg. In Terrassenbauweise ist hier ein Sortengarten entstanden mit Riesling, Johanniter, Zweigelt, Merlot, Silvaner und mehr an 90 Reben. Der jährliche Ertrag ist nicht groß, aber begehrt.

Ebenfalls ein süffiger Programmpunkt bietet sich in der Gemeinde Burgkirchen. Die vielfach ausgezeichneten Obstveredeler Edith und Ludwig Westenthanner, Barbermühlweg 2, öffnen ihren Streu- und Intensivobstgarten, in dem die Früchte unter anderem für die bekannten Obstbrände gedeihen.

In Neuötting werden zwei Gärten ihre Pforten aufmachen: Klara und Bruno Rabenseifner, Bahnhofstraße 31, zeigen ihren Siedlungsgarten mit altem Baumbestand, großem Gemüsegarten und Backofen, in dem am 29. Juni Pizza und Brot gebacken werden. Elisabeth Hauser, Altöttinger Straße 17A, gewährt Einblicke in ihren Künstlergarten, der mit vielen Exponaten, unter anderem aus Stahl, bestückt ist und einen schönen Blick auf die alte Handelsstadt Neuötting freigibt. Die Siebten im Bunde sind schließlich Brigitte und Josef Straßer, Hauptstraße 49 in Stammham, die sich gärtnerisch ausschließlich winterharten Stauden wie Pfingstrosen, Taglilien und Storchenschnabel verschrieben haben.

Der Tag der offenen Gartentür wird veranstaltet vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege. In Absprache mit den umliegenden Landkreisen findet er im dreijährigen Rhythmus statt. Kreisvorsitzender Stefan Jetz freut sich mit den Bürgern des Landkreises darauf, "neue Gartenwelten und grüne Oasen hautnah entdecken und erleben" zu dürfen.
− ecs

 

27.05.2014
Burgfrieden: Vergleich ist vom Tisch

Eine Wohnungseigentümerin hat Widerspruch eingelegt – Ihr Anwalt sieht gute Chancen auf Erhalt der Blumenbeete

Die meisten Bewohner im Burgfrieden leben seit Jahrzehnten hier. Wen wundert das angesichts der herrlichen Aussicht. Hier der Blick von einem Balkon im obersten Stockwerk über den Botanischen Garten hinweg auf die Altstadt. − Fotos: Wetzl

Die meisten Bewohner im Burgfrieden leben seit Jahrzehnten hier. Wen wundert das angesichts der herrlichen Aussicht. Hier der Blick von einem Balkon im obersten Stockwerk über den Botanischen Garten hinweg auf die Altstadt. − Fotos: Wetzl

 

Burghausen. Der vor dem Amtsgericht geschlossene Vergleich zwischen der Eigentümergemeinschaft am Burgfrieden und einer Miteigentümerin auf Beseitigung der Blumenbeete ist vom Tisch – zumindest in dieser Form. Eine weitere Eigentümerin, die ihre Erdgeschosswohnung vermietet und davor ein Blumenbeet hat, ist von sich aus tätig geworden und hat den Burghauser Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht Markus Haydn beauftragt, tätig zu werden, um die Beete zu erhalten. Haydn hat nun Widerspruch gegen den von der Altöttinger Richterin formulierten Vergleichsvorschlag eingelegt.

Ein Widerspruch macht Vergleich unwirksam
Wie berichtet, läuft die Widerspruchsfrist zwar erst Ende September ab. Der Widerspruch eines Eigentümers reicht nach den Worten Haydns aus, um den Vergleich unwirksam zu machen. Die Eigentümergemeinschaft könne natürlich bei ihrer jährlichen Zusammenkunft in wenigen Wochen trotzdem darüber abstimmen und vor allem eine Linie für einen eventuell neuen Vergleich formulieren. Unverständlich nennt der Anwalt die Aufforderung der Waldkraiburger Hausverwaltung, die Gärten schon vor Fristende zu beseitigen. Die Hausverwaltung will sich angesichts des schwebenden Verfahrens dazu nicht äußern. Bewohner deuteten das als eine Aktion des guten Willens. Anwalt Haydn sieht darin dagegen eher den Versuch, vollendete Tatsachen schaffen zu wollen.

Maria Riedhofer freut sich, dass die Chancen auf Erhalt der mit Liebe gepflegten Blumenbeete offensichtlich doch größer sind als zunächst befürchtet.

Maria Riedhofer freut sich, dass die Chancen auf Erhalt der mit Liebe gepflegten Blumenbeete offensichtlich doch größer sind als zunächst befürchtet.


Aller Wahrscheinlichkeit nach wird es nun doch zu einem Rechtsstreit kommen, bei dem alle Seiten viel zu verlieren haben. Denn den Streitwert des Gesamtvergleichs hat das Gericht mit 120000 Euro angesetzt. Entsprechend hoch fallen Gerichts- und Anwaltskosten aus. Allerdings machen darin die Beete nur einen kleinen Teil aus. Wie berichtet, ist auch Bürgermeister Hans Steindl mit seinem Vermittlungsversuch an der harten Haltung der Klägerin gescheitert.

Markus Haydn sieht gute Chancen, die von der Klägerin beanstandeten Blumenbeete vor den Terrassen der Erdgeschosswohnungen erhalten zu können. Er erläutert die Rechtslage so: Die Beete sind auf Gemeinschaftseigentum angelegt. Eigentlich ist so etwas nur möglich, wenn die Flächen ein Sondernutzungsrecht erhalten, dem wiederum alle Eigentümer zustimmen müssen.

Doch zwei entscheidende Faktoren sprechen hier für die Eigentümergemeinschaft und den Erhalt der Beete. Einmal sind die Anpflanzungen vor 40 Jahren erfolgt. Auch die Klägerin lebt schon lange im Haus und hat sich in der Vergangenheit nie über die Beete beklagt. Wenn sie jetzt die Beseitigung verlange, so gelte einmal der Vertrauensschutz gegenüber den Beetbetreibern und zum anderen stelle sich die Frage, ob nach so vielen Jahren ihr Anspruch nicht verwirkt sei.

Haydn berichtet von einem ähnlich gelagerten Fall vor einem guten Jahr am Amtsgericht Altötting. Da sei es um Burghauser Wohnungen gegangen, die in den 80er Jahren in Eigentumswohnungen umgewandelt wurden. Mieter kauften die Wohnungen und dazu einen Stellplatz. Für den bestand aber kein Sondernutzungsrecht und damit auch kein Eintrag im Grundbuch. Ein Kläger bestand darauf, dass die Parkplätze nicht nur dem Käufer, sondern allen Nutzern offen stehen müssten. Haydn: "Auch hier sah das Gericht den Vertrauensschutz und stufte die Forderung als verwirkt ein. Die Klage wurde abgewiesen."

Die Eigentümergemeinschaft hat sich zudem an stellvertretenden Landrat Stefan Jetz in seiner Eigenschaft als Kreisvorsitzender der Gartenbauvereine gewandt. Jetz habe seine Unterstützung zugesichert.
− rw

 

14.06.2014
Zu Gast im Blumenmeer

Am 29. Juni ist "Tag der offenen Gartentür" – Anzeiger stellt alle Teilnehmer vor

Die vielfältige Gartenkultur im Landkreis können Besucher am Sonntag, 29. Juni, von 10 bis 17 Uhr bei sieben Familien kennenlernen, die zum "Tag der offenen Gartentür" einladen. Veranstaltet vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege, ist diese Einladung eine gute Gelegenheit zum Austausch unter Hobbygärtnern, zum Fachsimpeln und zur Weitergabe des Pflanzenwissens. Im Vorfeld stellt die Heimatzeitung die teilnehmenden Gärten vor. Den Anfang macht dabei Josef Straßer, dessen grüne Oase zwar genaugenommen in Stammham zu finden ist, "gefühlt" aber in Marktl liegt, weil hier im Bahnhofsgebiet die beiden Orte ineinander übergehen, die nördliche Straßenseite gehört zu Marktl, die südliche zu Stammham.

Stammham. Im großflächigen Hausgarten von Brigitte und Josef Straßer in der Hauptstraße 49 schüttet die Natur ihr Füllhorn aus. Auf mehreren tausend Quadratmetern finden sich liebevoll gestaltete, unterschiedlich große Pflanzinseln mit Bäumen und ausschließlich winterharten Stauden. Der Schwerpunkt liegt bei Pfingstrosen und Iris in allen Arten und Farben sowie Taglilien und Storchschnäbel mit einem reichen Schatz an Kleinodien.

Die Besucher erwartet am 29. Juni beim Tag der offenen Gartentür von 10 bis 17 Uhr eine Fülle an Sommerblumen, Rosen, Kletterpflanzen, Schattenstaudenbeete, Obstbäume, Strauch-Raritäten wie ein 30 Jahre alter baumhoher Feuerdorn und ein kleiner Naturteich.

Josef Straßer hat sich bewusst den einheimischen winterharten Blütenstauden verschrieben, die sich in zahlreichen beschaulichen Nischen und Ecken ausbreiten können. Und er hat mit großem Gärtnerwissen auch ein kleines Paradies für Vögel und Insekten geschaffen und liebt es, Kleiber und Grünspecht und andere gefiederte Gäste zu beobachten. Natürlich ist bei dem passionierten Imker auch ein Bienenstand am Rande des Gartens zu finden.

Seine Frau Brigitte kümmert sich mehr um den Gemüsegarten sowie die Beeren und das Obst, die sie auch verwertet.

Die Liebe zum Garten ist an die Kinder vererbt worden, die auf dem großen Grundstück ihre Häuser gebaut haben. Tochter Angela Rose ist eine große Blumen- und Tierfreundin und gerade dabei, den Garten wieder zu erweitern. Die ganze Familie schaut täglich nach, was aufgeht und blüht und freut sich an Farben und Düften: Von Winterlingen und Schneeglöckchen bis zu Chrysanthemen und späten Rosen ist immer etwas zu finden.

Beim Tag der offenen Gartentür wird von den opulenten Pfingstrosenblüten vermutlich nicht mehr viel übrig sein, dafür zeigen sich dann Rittersporn, Phlox und Strauchrosen im schönsten Kleid, "irgendwas blüht immer".

Für das leibliche Wohl der Gäste sorgt der TSV (Angela Rose ist 2. Vorsitzende) mit Kaffee und Kuchen und Brotzeitenverkauf.

Den Garten findet man von der Marktler Innbrücke her kommend, vorbei am Edeka-Markt nach dem Ortsschild Stammham (noch vor dem Bahnhof), die erste Einfahrt rechts.

Noch steht das Iris- und Pfingstrosenbeet in voller Blüte. Bis zum 29. Juni wird davon zwar nicht mehr viel übrig sein, dafür aber erwarten Josef Straßer und seine Tochter Angela Rose dann Rittersporn, Phlox und Strauchrosen. − Foto: Alfred Kleiner
Noch steht das Iris- und Pfingstrosenbeet in voller Blüte. Bis zum 29. Juni wird davon zwar nicht mehr viel übrig sein, dafür aber erwarten Josef Straßer und seine Tochter Angela Rose dann Rittersporn, Phlox und Strauchrosen. − Foto: Alfred Kleiner


17.06.2014
Der Winzer lädt in seinen Weinberg ein
Themenführungen beim Tag der offenen Gartentür am 29. Juni
von Monika Kleiner

 

Bis zum Besichtigungstag werden die Reben von Wolfgang Hofenauer noch ein Stück gewachsen sein. − Foto: A. Kleiner

Bis zum Besichtigungstag werden die Reben von Wolfgang Hofenauer noch ein Stück gewachsen sein. − Foto: A. Kleiner


Die vielfältige Gartenkultur im Landkreis können Besucher am Sonntag, 29. Juni, von 10 bis 17 Uhr bei sieben Familien kennenlernen, die zum "Tag der offenen Gartentür" einladen. Veranstaltet vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege, ist diese Einladung eine gute Gelegenheit zum Austausch unter Hobbygärtnern, zum Fachsimpeln und zur Weitergabe des Pflanzenwissens. Im Vorfeld stellt die Heimatzeitung die teilnehmenden Gärten vor. Heute: Wolfgang Hofenauer und sein Weinhang in Marktl.

Marktl. Weinanbau in Marktl, ist das klimatisch überhaupt möglich? Wer daran zweifelt, sollte Petra und Wolfgang Hofenauer besuchen, Am Kreuzberg 17, am Fuß des Bruckbergs an einem heißen Sommerabend.

Vom stattlichen Wohnhaus und Garten führt ein Stufenaufgang in den windgeschützten Weinberg und hier ist es gleich nochmal fünf Grad wärmer. Der Wein mag das mediterrane Klima.

Hobby-Winzer Wolfgang Hofenauer hat hier ein Naturidyll in Terrassenbauweise mit Jura-Kalksandstein geschaffen und einen Weinberg mit zirka hundert Stöcken und den Sorten Riesling, Johanniter, Zweigelt, Merlot, Cabernet Sauvignon, Baron, Silvaner und Regent angelegt. In Themenführungen erläutert er am Tag der offenen Gartentür, 29. Juni, alle eineinhalb Stunden (Beginn 10, 11.30, 13, 14.30, 16 Uhr) seine ökologische Anbauweise und demonstriert die verschiedenen Schnittsysteme am Drahtrahmen, als Hochstamm und Kordon.

Der liebevoll angelegte und mit Rosen und anderen Blüten geschmückte Weinberg bietet auch viel fürs Auge. Auf den Terrassen hält sich an guten Tagen die Sonne zwölf bis dreizehn Stunden und so experimentiert er auch mit Wärme liebenden Bäumen wie Pfirsich, Feigen und einem Mandelbäumchen.

Wie Hofenauer an den Reben zeigt, hat heuer allerdings der Spätfrost am 17. April viele Triebe erfrieren lassen, einige späte Sorten, die noch nicht ausgetrieben hatten, stehen gut da; bei den anderen muss er starke Verluste hinnehmen.

Wie kommt er zum Weinanbau? Im Mittelalter wurde seinen Worten nach in Altbayern dreimal so viel Wein angebaut. Nach dem Hausbau vor 20 Jahren stand er vor der Frage, wie er den Hang zum angrenzenden Wald nützen könnte. "Ein Zwetschgenbaum ist auf dem sandig-kiesigen Boden gleich vertrocknet, da kam mir der Wein in den Sinn."

Im Lauf der Jahre hat er viel Lehrgeld zahlen müssen aber auch großes Wissen erworben. Urlaube führten meist in Weinbaugebiete in Italien, Spanien und Portugal, er kam sogar bis nach Japan, Korea und Kanada. Außerdem verschlang er viel Literatur über passende Sorten, den richtigen Schnitt, die Lese und das Keltern. Auch heute pflanzt er immer eine Versuchsreihe. Pilzkrankheiten und Schädlinge werden biologisch bekämpft, das Wild am Waldrand durch einen Zaun abgehalten, die reifen Trauben durch ein Netz geschützt und die Wühlmäuse durch Drahtkörbe um die Wurzelballen ferngehalten. Schlangen und Eidechsen haben Zutritt, die sind nützlich.

"Qualität wird am Rebstock erzeugt und nicht in der Presse", sagt Hofenauer, stellt aber auch an die Verarbeitung – "unfiltriert und mit natürlicher Spontanvergärung" – hohe Ansprüche. Den Wein lagert er im Keller in Glasballons. In einem guten Jahr könnte er 300 Flaschen abfüllen, aufgrund der Versuche mit neuen Sorten, die noch nicht viel tragen, wird es aber im Durchschnitt nur etwa die Hälfte. Dass der edle Tropfen mundet, beweist der Weinbauer mit einem gekühlten Rose, der an dem Sommerabend herrlich erfrischt.

Der Weg zum Weinberg: Vom Zentrum (oder von der Peracher Straße) über die Schul- und Bruckbergstraße in Richtung Marktlberg, kurz nach der Bahnüberführung rechts in die Lindenstraße und die erste Straße links (Am Kreuzberg) einbiegen und bis zum nördlichen Rand fahren.


19.06.2014
Grüne Oase an der Hauptstraße

Wer bei den Rabenseifners einen kleinen Hinterhof-Garten erwartet, wird am 29. Juni überrascht werden

von Petra Kähsmann

Mit Steinen aus der alten Winhöringer Friedhofsmauer haben Klara und Bruno Rabenseifner den Brotbackofen auf alt getrimmt. − F.: Kähsmann
Mit Steinen aus der alten Winhöringer Friedhofsmauer haben Klara und Bruno Rabenseifner den Brotbackofen auf alt getrimmt. − F.: Kähsmann

Die Gartenkultur im Landkreis können Besucher am Sonntag, 29. Juni, von 10 bis 17 Uhr bei sieben Familien kennenlernen, die zum "Tag der offenen Gartentür" einladen. Im Vorfeld stellt die Heimatzeitung die teilnehmenden Gärten vor. Heute: Das Anwesen von Familie Rabenseifner in Neuötting.

Neuötting. Eine Überraschung erwartet all jene, die durch das Gartentor der Familie Rabenseifner in der Bahnhofstr. 31 treten. Glaubt man in einen kleinen "Hinterhof-Garten" zu kommen, wird man schnell eines Besseren belehrt. Direkt an der vielbefahrenen Hauptdurchgangsstraße erstrecken sich gute 1000 Quadratmeter einer vielfältigen Gartenanlage.

Üppiges Grün und desgleichen an Blütenpracht in mannigfaltigen Variationen, dazu die unterschiedlichsten Sequenzen des Gartenbaus erwarten den Besucher. Da sind zum einen die Obstbäume mit Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Pfirsichen, Feigen und Kiwis sowie zwei Gewächshäuser, wobei eines Tomaten vorbehalten ist. Dazu kommt ein Gemüsebeet mit allem was das Herz begehrt und gar noch ein kleiner Bauerngarten, der mit Kartoffel, Mais und Topinambur aufwartet.

"Wir sind regelrechte Selbstversorger," freuen sich Klara und Bruno Rabenseifner über ihre "ruhige Insel" inmitten der Stadt. Natürlich spielt nicht nur die Versorgung eine Rolle im Garten der Familie. Da gibt es neben herrlich blühenden und dekorierten Blumeninseln auch noch die eine oder andere Eigenheit. So findet man etwa alte 1000-Liter-Weinfässer, die noch bearbeitet werden müssen und dann als Ziergegenstand oder Badezuber dienen sollen. An einem der beiden Eingänge empfängt ein 65 Zentner schwerer Findling mit dem Freistaat-Bayern-Schild die Besucher. Dieser im Boden fest verankerte Stein ist ein Geburtstagsgeschenk des Hausherrn. Und das "Brunos-Biergarten-Schild" am Gartenhaus zeugt von einer gewissen Gemütlichkeit und Gastfreundschaft.

Diese bekommen auch die Besucher am "Tag der offenen Gartentüre" zu spüren. Dann nämlich, wenn es aus dem selbst gebauten Backofen herrlich nach Pizza duftet, die es neben selbst gebackenem Brot und Getränken zu erwerben gibt. Den Backofen hat Bruno Rabenseifner auf alt getrimmt und zum Bau teilweise Mauersteine der abgerissenen Winhöringer Friedhofsmauer verwendet. Die gusseiserne, mit Bayernlöwen verzierte Ofentür, ist ein weiteres Indiz für die Einzigartigkeit des kleinen Bauwerks.

Davor lockert ein kleiner Teich, dicht bewachsen mit Seerosen, Schilf und Gräsern die Grasfläche auf. Darin tummeln sich echte und Keramikfische. Ein kleiner Bachlauf und das ausgeklügelte Wintersystem des Hausherren sorgen für das Wohlbefinden der Goldfische. Einen südlichen Touch erhält das Arrangement durch Bambus und Palmen.

Eine Vielzahl der Gewächse stammen aus eigener Anzucht. Als richtiges Hobby hat sich dabei für Klara Rabenseifner die Buchszucht herauskristallisiert. Die vielen Bäumchen werden von ihr liebevoll gepflegt und in unterschiedliche Formen gebracht. Was es sonst noch alles zu entdecken gibt, können die Besucher am Sonntag, 29. Juni, herausfinden.

Der Garten befindet sich stadtauswärts Richtung Innbrücke auf Höhe des Möbelhauses Fischer. Gegenüber führt eine Brücke über den Möhrenbach. Ist diese überquert wendet man sich nach links und hat praktisch das Ziel erreicht.

 

21.06.2014
Verwunschene Eckerl

Unweit des Marktler Bruckbergs haben Gundi und Alois Aigner ein Refugium für Flora und Fauna geschaffen

Gundi und Alois Aigner in ihrem kleinen grünen Paradies. − Foto: Alfred Kleiner
Gundi und Alois Aigner in ihrem kleinen grünen Paradies. − Foto: Alfred Kleiner


Die vielfältige Gartenkultur im Landkreis können Besucher am Sonntag, 29. Juni, von 10 bis 17 Uhr bei sieben Familien kennenlernen, die zum "Tag der offenen Gartentür" einladen. Veranstaltet vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege, ist diese Einladung eine gute Gelegenheit zum Austausch unter Hobbygärtnern, zum Fachsimpeln und zur Weitergabe des Pflanzenwissens. Im Vorfeld stellt die Heimatzeitung die teilnehmenden Gärten vor. Heute: Das Anwesen von Familie Aigner in Marktl.

Marktl. Der über 20 Jahre alte ländliche Hausgarten von Gundi und Alois Aigner, Am Kreuzberg 1, ist in Anlehnung an den nördlich angrenzenden Hang-Laubmischwald bepflanzt und am westlichen Rand der Bruckbergsiedlung zu finden. Das Paar hat hier eine grüne Oase mit lauschigen Sitzplätzen, Nischen und Ecken inmitten üppiger Pflanzen geschaffen. Der naturnahe nicht allzu große Garten bietet dem Besucher eine erstaunliche Vielfalt. Jedes Fleckerl ist genützt, schon am Zugang laden Hortensien, ein Rosenspalier, Buchs, Sträucher und Blütenstauden zum Betreten ein.

Auf dem Idyll findet alles Platz: eine Teichanlage umrandet von Funkien, Lupinen und anderen Blumen, lauschige Sitzplätze mit Pergola und Überdachung, ein Nutzgartenbereich mit Gemüsebeeten, Gewächshäusern und Obstspalier.

Zum Bedauern der Besitzer hat dem sonst so üppig tragenden Aprikosenbaum der Spätfrost Mitte April geschadet, so dass heuer nur an einem Ast Früchte zu entdecken sind. In einer Gartenecke hat Gundi Aigner Beerensträucher angesiedelt, Rosenbüsche leuchten aus dem Erika-Unterwuchs. Viele Blumen sind selber aufgegangen und schmücken die zusammengewachsenen Bereiche als Farbtupfer. Ein knorriger, fruchtbarer Weinstock, Hauswurz in Tontöpfen, Kräuterbüsche, der Garten ist eine kleine Wundertüte.

Gundi Aigner läuft nicht jedem Unkraut hinterher und so finden hier auch heimische Tierarten wie Eidechsen, Blindschleichen, Käfer und Fluginsekten einen Lebensraum. Da sie gerne etwas Neues ausprobiert, ist sie froh über die Unterstützung durch ihren Ehemann Alois, der bereitwillig immer wieder mal Sträucher umsetzt, bauliche Änderungen anpackt, Wege verlegt und sich handwerklich überall helfen kann.

Im Lauf von zwei Jahrzehnten haben sie viel Erfahrung gesammelt – "es braucht alles seine passende Ecke" – und die schönsten Fleckerl sind von der Straße aus gar nicht zu sehen. So der Teich mit Seerosen und Goldfischen, die laut Gundi Aigner "wie verrückt züchten".

Hier ist eine eigene kleine grüne Welt entstanden, die eigentlich pflegeleicht ist. Trotzdem "wird man nie fertig, wenn man auf der Terrasse sitzt, sieht man hier was und da was und packt wieder an", sagt die Gartenliebhaberin. Beide haben aber einfach Freude an jedem Pflänzchen, sonst würden sie sich die Mühe nicht machen.

Der Weg zum Garten, Am Kreuzberg 1: Vom Zentrum (oder von der Peracher Straße vorbei am Friedhof) über die Schulstraße und Bruckbergstraße in Richtung Bruckberg kurz nach der Bahnüberführung rechts in die Lindenstraße, die erste Straße links und das erste Haus auf der linken Seite.


24.06.2014
Eine Oase der Fantasie und Kunst

Elisabeth Hauser hat mitten in Neuötting einen 2000 Quadratmeter großen Park angelegt

von Petra Kähsmann

Komödie der Tiere: Elisabeth Hauser vor ihrer Hommage an Paul Klee. − Foto: Kähsmann
Komödie der Tiere: Elisabeth Hauser vor ihrer Hommage an Paul Klee. − Foto: Kähsmann

Die vielfältige Gartenkultur im Landkreis können Besucher am Sonntag, 29. Juni, von 10 bis 17 Uhr bei sieben Familien kennenlernen, die zum "Tag der offenen Gartentür" einladen. Veranstaltet vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege, ist diese Einladung eine gute Gelegenheit zum Austausch unter Hobbygärtnern, zum Fachsimpeln und zur Weitergabe des Pflanzenwissens. Im Vorfeld stellt die Heimatzeitung die teilnehmenden Gärten vor. Heute: das Anwesen von Elisabeth Hauser in Neuötting.

Neuötting. Über den Dächern der Innstadt öffnet ein ganz besonderer Garten seine Tore – die "grüne Oase" von Elisabeth Hauser zeichnet sich nicht nur durch ihre florale Gestaltung aus, sie entführt in eine Welt der Fantasie und der Kunst. Dazu offenbart sie wunderschöne Ausblicke auf die Kirchen der alten Handelsstadt.

Viel Energie fordert der über 2000 Quadratmeter große Garten seiner Besitzerin ab. "Eine Stunde am Tag ist nichts", sagt Elisabeth Hauser, "an vielen Tagen bin ich bis zum Dunkelwerden draußen". Warum dies so ist, wird dem Besucher schnell klar. Es ist die Landschaftsform des Gartens, die neben Ebenen Hänge in verschiedenen Steilheitsgraden aufweist. Mit viel Liebe und Gespür für Farben und die Natur hat sie daraus das Beste gemacht und lässt schon mal die heimischen Gewächse mit wenigen korrigierenden Maßnahmen in ihrem Wachstum gewähren. An anderer Stelle wirkt der Garten parkähnlich, wo sich in verschieden gestalteten Rabatten eine wahre Blütenpracht entfaltet. "Jetzt blüht vieles üppig und schön. Doch wie es am Tag der offenen Gartentür aussieht, kann ich nicht sagen", zweifelt Elisabeth Hauser.

Weiße Astilben, Rosen in vielen Farben, Farne, Frauenmantel, Jasmin, Funkien, Storchenschnabel, Lavendel, Taglilien und Annabel-Hortensien sind nur einige der dekorativen Gewächse. Die Hänge säumen heimische Sträucher und Bäume, Efeu bedeckt den Boden, eine Hangwiese ist durchsetzt mit Obstbäumen. Hier oder dort stehen Brunnen und Wassertröge mit Seerosen, Rohrkolben und der einen oder anderen Schilfart.

Doch Elisabeth Hauser wäre nicht die Künstlerin, die sie ist, würde ihr Garten nicht durch Skulpturen einen besonderen Glanz erhalten. Die meisten entstanden bei den Stahlsymposien in Riedersbach. Und so mischen sich unter die realen auch Seerosen aus Metall. Da wird hier das Märchen vom "hässlichen Entlein" erzählt und grüßen dort von Picasso beeinflusste Köpfe, afrikanische Gesichter, ein abstrahierter Läufer oder verschiedenartige Frauengestalten. Schmetterlinge, Fische, ein Skorpion, Hunde und so manch Getier tummeln sich ebenfalls zwischen der üppigen Flora wie ein Gnom und ein Herzschelm. Und ja, auch ihr Riedersbacher Erstlingswerk – ein Herzerl – ist zu bewundern.

Ein weiteres Material ihres Schaffens ist Glasfaser mit Polyesterharz. Daraus entstand für die Landesgartenschau in Burghausen die bunte Fantasie "Symbiose", die einen Teil des Gartens dominiert, und auch ein großer, weißer Kopf gleichen Materials sieht dem Besucher, der die Schätze des Gartens erforscht, entgegen.

Der Eingang des Gartens (Altöttinger Straße 17 a) liegt vom Stadtplatz her kommend in Richtung Altötting gegenüber des Seban Dönhuber-Hauses am Fuße des Faltermeier Berges.


26.06.2014
Zu Besuch beim Taglilien-Züchter

Tag der offenen Gartentür: Erhard Schlott aus Marktl hat sich ganz der farbenprächtigen "Blume des faulen Gärtners" gewidmet

von Monika Kleiner

Erhard Schlott inmitten seiner bunten Taglilienpracht. − Foto: Alfred Kleiner

Erhard Schlott inmitten seiner bunten Taglilienpracht. − Foto: Alfred Kleiner


Die vielfältige Gartenkultur im Landkreis können Besucher am Sonntag, 29. Juni, von 10 bis 17 Uhr bei sieben Familien kennenlernen, die zum "Tag der offenen Gartentür" einladen. Veranstaltet vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege, ist diese Einladung eine gute Gelegenheit zum Austausch unter Hobbygärtnern, zum Fachsimpeln und zur Weitergabe des Pflanzenwissens. Im Vorfeld stellt die Heimatzeitung die teilnehmenden Gärten vor. Heute: Erhard Schlott und seine Taglilienzucht in Marktl.

Marktl. Das Gärtnerherz von Erhard Schlott in der Ludwig-Edmaier-Straße 5 schlägt für die Taglilien (Hemerocallis). Unweit seines Wohnhauses hat er eine Fläche von rund 450 Quadratmetern am Rand der Siedlung gepachtet und sich der Züchtung der beliebten winterharten und langlebigen Stauden verschrieben.

Beim Tag der offenen Gartentür am Sonntag, 29. Juni, können die Besucher von 10 bis 17 Uhr eintauchen in eine sinnliche Welt voller Blütenpracht und Farbe. Sie finden hier die unterschiedlichsten Taglilien: amerikanische, europäische und eigene Züchtungen, Wildsorten – insgesamt rund tausend Pflanzen. Terminlich passt es wunderbar: Am 29. Juni können die Gäste die ganze Fläche in voller Blüte bewundern und mit dem Besitzer über Anzucht und Vermehrung fachsimpeln und so neue Ideen und Anregungen für den eigenen Garten finden.

Die Blütezeit der prächtigen Taglilien erstreckt sich von Ende Mai bis Anfang Oktober. Mit ihren leuchtenden Farben lassen sie jeden Garten erstrahlen. Erhard Schlott kann außer Blau fast alle Blütenfarben bieten, manche mit "Augen", andere am Rand gerüscht, die Möglichkeiten sind schier unerschöpflich. Fast liebkosend fährt er mit seinen Fingern über die rosa, sonnengelb, rot und lila leuchtenden Blumen, zupft hie und da ein gelb gewordenes Blatt oder eine verwelkte Blüte ab. Die Gärtnerliebe zu den Schönheiten ist ihm ins Gesicht geschrieben.

Jede Blüte hält zwar nur einen Tag, daher ihr Name, aber sie öffnen sich nacheinander, so dass eine Pflanze mit bis zu 15 einzelnen Blüten an einem Stängel auf eine Blühdauer von etwa vier bis sechs Wochen kommt. Viele Sorten und viele Wildformen versprühen auch einen herrlichen Duft.

Vor gut 15 Jahren hat Erhard Schlott die erste Taglilie im Garten gepflanzt – der Anfang einer großen Liebe. Die unkomplizierte Staude ist immer mehr zu einer richtigen Leidenschaft geworden. Vor etwa fünf Jahren hat er mit dem Züchten und Vermehren angefangen. Er überlässt es mehr dem Zufall und freut sich daran, was rauskommt: "Wenn ich im Moment raus gehe, sieht es jeden Tag anders aus", sagt er. Schlott ist immer wieder fasziniert von den Möglichkeiten und der Sortenvielfalt und er ist stets im Austausch mit anderen Züchtern, so kommt er gleich an die Samen von interessanten Neuerscheinungen.

Bei der Größe des Taglilienfeldes gibt es immer was zu tun, obwohl die Stauden nicht anspruchsvoll sind, sondern winterhart, schneckenresistent und langlebig. Im Sommer muss er ausreichend gießen. Sonst gibt Erhard Schlott dem bekannten Gärtner Karl Förster recht, der die Taglilie als "Blume des faulen Gärtners" bezeichnete. Ein Gewächshaus, ein Hochbeet und ein Insektenhotel runden den Schaugarten ab.

Zu finden ist das Taglilienreich zirka 400 Meter vom Zentrum über die Schulstraße (oder die Peracher Straße) und die Bruckbergstraße in Richtung Marktlberg kurz vor der Bahnüberführung auf der linken Seite in die Ludwig-Edmaier-Straße einbiegen, bis zu deren Ende fahren, links einbiegen.


28.06.2014
Über Streuobstwiesen schlendern

Tag der offenen Gartentür: Obstbäume auf vier Hektar bei Familie Westenthanner in Grasset

von Rosi Spielhofer

Andrea Westenthanner in der Spindelbusch-Anlage. Manche Reihen sind übersät mit Früchten, andere tragen heuer gar kein Obst. − Foto: Spielhofer
Andrea Westenthanner in der Spindelbusch-Anlage. Manche Reihen sind übersät mit Früchten, andere tragen heuer gar kein Obst. − Foto: Spielhofer

Die vielfältige Gartenkultur im Landkreis können Besucher am Sonntag, 29. Juni, von 10 bis 17 Uhr bei sieben Familien kennenlernen, die zum "Tag der offenen Gartentür" einladen. Veranstaltet vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege, ist diese Einladung eine gute Gelegenheit zum Austausch unter Hobbygärtnern, zum Fachsimpeln und zur Weitergabe des Pflanzenwissens. Im Vorfeld stellt die Heimatzeitung die teilnehmenden Gärten vor. Heute: Familie Westenthanner und ihre Obstbaumplantage.

Burgkirchen. Obstbäume so weit das Auge reicht auf einem Areal von vier Hektar. In den Obstgärten von Familie Westenthanner in Grasset können die Besucher am kommenden Sonntag über Streuobstwiesen schlendern oder zwischen Spindelbusch-Anlagen spazieren gehen und gleichzeitig Fachinformationen rund um den Obstbau erhalten.

Bei einem kleinen Rundgang erzählt Andrea Westenthanner über den Familienbetrieb mit Obstbau und Brennerei. Der ländliche Obstgarten ist geprägt durch Streuobstanlagen mit 240 Hochstämmen, im Jahr 2007 gepflanzt, sowie mit einem etwa 80 Jahre alten Bestand aus 90 Halb- und Hochstämmen. Der Ertrag aus dieser extensiven Bewirtschaftung geht in die hauseigene Most- und Saftproduktion. Intensiv bewirtschaftet werden 2400 Spindelbuschbäume verschiedenster Obstarten und Sorten. Es gibt etwa 50 Apfelsorten, wie beispielsweise Topaz, Gala, Elstar und die alte Sorte Wiltshire.

Bei der Ernte hilft mit vereinten Kräften der Freundeskreis, das Tafelobst wird gleich als Frischware verkauft oder eingelagert. Der Ertrag im Obstbau ist stark von der Witterung abhängig und wegen einiger frostiger Nächte während der Blüte "gibt es heuer keine Pfirsiche oder Aprikosen", bedauert Andrea Westenthanner. Der Nachtfrost hat sich auch auf andere Sorten ausgewirkt. So sind manche Spindelbusch-Reihen übersät mit Früchten, andere dagegen tragen heuer gar kein Obst.

Auch die weitum bekannte Brennerei ist am Sonntag geöffnet. Hier werden in der Hauptsache Obstbrände, aber auch Liköre hergestellt. Ein Brennvorgang mit 120 Litern Maische in der Brennanlage dauert drei Stunden. Der aufstrebende Familienbetrieb in Grasset entwickelt sich stetig weiter mit entsprechenden Ausbildungen. So hat Andrea Westenthanner, Bayerns einzige landwirtschaftliche Brennmeisterin, heuer im März eine vierwöchige Sommelier-Ausbildung an der Hochschule Weihenstephan absolviert.

In diesem etwas anderen ländlichen Garten in Grasset informieren Schautafeln über den Obstbau und bei Bedarf werden Gruppenführungen angeboten. Anfahrt: In Burgkirchen nach Gendorf in die Mozartstraße, diese ganz durchfahren in den Kirschbaumweg und in die Wührermühlstraße bis zum Barbermühlweg 2.
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Ein paar Fotos vom Tag der offenen Gartentür:

Die Katze von Brigitte und Josef Straßer

Die Kreisverbands-Vorstandschaft mit Bezirksverbandvorsitzendem Wolfram Vaitl-Gloo (7. von rechts)

Wolfgang Hofenauer

Klara und Bruno Rabenseifner

Der Gartenbauverein Neuötting

Bei Elisabeth Hauser


Andrea Westenthanner führt durch die Anlage

30.06.2014
Trotz Regen kein verwässerter Tag der offenen Gartentür

Ausgerechnet beim Schautag der Gartler kommt der lang ersehnte Regen – Besucherinteresse in Marktl, Stammham, Neuötting und Burgkirchen

Viele Ideen für die Gartengestaltung gab es bei den Rabenseifners in Neuötting. − Foto: Lambach
Viele Ideen für die Gartengestaltung gab es bei den Rabenseifners in Neuötting. − Foto: Lambach

Zwiegespalten waren am gestrigen Sonntag jene Familien in Marktl, Stammham, Neuötting und Burgkirchen, die ihre Gartentüren geöffnet hatten: Einerseits wünschten sie sich sehnlich Regen für die dürstende Natur, andererseits hätten sie ihre Pflanzen- und Blütenpracht den Besuchern lieber bei sonnigem Wetter präsentiert. Über Besuchermangel konnten sie sich aber nicht beklagen, besonders am Nachmittag, als zeitweise die Schirme geschlossen werden konnten.

Der Schwerpunkt lag heuer im Inntal, allein in Marktl hatten drei Gärten geöffnet; alle teilnehmenden Gärten hatte die Heimatzeitung bereits groß vorgestellt: Den ländliche Hausgarten von Gundi und Alois Aigner, Am Kreuzberg 1, wo schon ab 10 Uhr dichtes Gedränge herrschte, das Taglilienreich von Erhard Schlott, Ludwig-Edmaier-Straße 5, der auch viele Fragen der nicht abreißenden Besucherschar zur in schöner Blüte stehenden Sortenvielfalt gab, sowie den Weinberg von Petra und Wolfgang Hofenauer, Am Kreuzberg 17, die ihre rund 100 Stöcke präsentierten und Einblick in die ökologische Anbauweise und verschiedene Schnittsysteme gaben.


Im großflächigen Hausgarten von Brigitte und Josef Straßer, Stammham/Am Bahnhof, Hauptstraße 49, fanden die Besucher nicht nur einen reichen Schatz an Pflanzinseln mit Rosen, Kletterpflanzen, Schattenstaudenbeeten, Obstbäumen, Strauch-Raritäten und winterharten Stauden, sondern auch ein großes Angebot für das leibliche Wohl, weil hier der TSV Kaffee, Kuchen und Grillspezialitäten verkaufte.

Klara und Bruno Rabenseifner in der Neuöttinger Bahnhofstraße präsentierten einen gleichermaßen nützlichen wie schönen Garten: Sie hat ein Faible für Buchs, zieht auch aus dem kleinsten Asterl eine neue Pflanze, er mag lieber das Gemüse. Kartoffeln, Tomaten, Zucchini, Mais, Paprika oder Topinambur – der etwa 1100 Quadratmeter große Garten ist zwar nicht sehr breit, aber ganz, ganz lang. Überall wächst und gedeiht es. Dabei legen die Rabenseifners weniger Wert auf exotische Schönheiten als auf einfache Pflanzen, viele davon selbst gezogen. Ein Anziehungspunkt war bei den Rabenseifners auch der Pizzaofen.

Auf dem Westenthanner-Anwesen in Grasset belehrten Informationstafeln über den Obstbau. − Foto: Gerlitz
Auf dem Westenthanner-Anwesen in Grasset belehrten Informationstafeln über den Obstbau. − Foto: Gerlitz

Im großflächigen Hausgarten von Brigitte und Josef Straßer, Stammham/Am Bahnhof, Hauptstraße 49, fanden die Besucher nicht nur einen reichen Schatz an Pflanzinseln mit Rosen, Kletterpflanzen, Schattenstaudenbeeten, Obstbäumen, Strauch-Raritäten und winterharten Stauden, sondern auch ein großes Angebot für das leibliche Wohl, weil hier der TSV Kaffee, Kuchen und Grillspezialitäten verkaufte.

Klara und Bruno Rabenseifner in der Neuöttinger Bahnhofstraße präsentierten einen gleichermaßen nützlichen wie schönen Garten: Sie hat ein Faible für Buchs, zieht auch aus dem kleinsten Asterl eine neue Pflanze, er mag lieber das Gemüse. Kartoffeln, Tomaten, Zucchini, Mais, Paprika oder Topinambur – der etwa 1100 Quadratmeter große Garten ist zwar nicht sehr breit, aber ganz, ganz lang. Überall wächst und gedeiht es. Dabei legen die Rabenseifners weniger Wert auf exotische Schönheiten als auf einfache Pflanzen, viele davon selbst gezogen. Ein Anziehungspunkt war bei den Rabenseifners auch der Pizzaofen.

Taglilien sind auch im Regen schön – das konnte man in Marktl erleben. − Foto: Kleiner
Taglilien sind auch im Regen schön – das konnte man in Marktl erleben. − Foto: Kleiner

Stetes Kommen und Gehen herrschte auch auf dem vier Hektar großen Anwesen der Familie Westenthanner in Grasset (Gemeinde Burgkirchen/Alz). In diesem besonderen ländlichen Garten erklärten Schautafeln den Obstbau und auf Nachfrage führte Andrea Westenthanner Gruppen durch die Schnapsbrennerei. Der Obstgarten ist geprägt durch Streuobstanlagen mit 240 Hochstämmen, im Jahr 2007 gepflanzt, sowie von einem etwa 80 Jahre alten Bestand aus 90 Halb- und Hochstämmen. Dazu kommen 2400 Spindelbuschbäume verschiedener Obstarten.
− mk/ina/ge


6.8.2014
Biker abseits aller Klischees

Das Ehepaar Jobst aus Töging fährt mit Leidenschaft Harley – von Vorurteilen halten sie nicht viel

von Lena Huttner

84 PS hat die Ultra Classic e-Glide von Marianne und Clemens Jobst. Klar dass bei so einer Maschine die schwarze "Member-for-Life"-Kutte nicht fehlen darf. − Foto: Huttner
84 PS hat die Ultra Classic e-Glide von Marianne und Clemens Jobst. Klar dass bei so einer Maschine die schwarze "Member-for-Life"-Kutte nicht fehlen darf. − Foto: Huttner


Töging. Harley-Fahrer sind Rocker, die meisten in einer Gang und die ist ganz bestimmt kriminell: Wer das Ehepaar Jobst aus Töging kennen lernt, merkt, wie sehr man sich auch irren kann. Die beiden 61-jährigen entsprechen so gar nicht dem überstrapazierten Klischee der harten Biker – und das trotz Kutten und schwerer Maschine. Bei dieser handelt es sich übrigens um eine Harley Davidson Ultra Classic E-glide. 84 PS hat das gute Stück, bei einem Gewicht von 450 Kilo. Neben diesem Schmuckstück besitzen die Jobsts noch eine zweite Maschine aus dem Hause Harley Davidson: eine Softtail Heritage Classic.

Die Liebe zum Motorrad fahren hat Clemens Jobst vor gut 17 Jahren entdeckt. "Damals dachte ich mir, wenn ich es jetzt nicht mache, dann nie", erzählt er. Zwar hat Jobst seinen Motorrad-Führerschein seit dem 18. Lebensjahr, genutzt hat er ihn dennoch lange nicht. Die Reaktion seiner Frau auf sein erwachtes Interesse an schweren Maschinen war zwar zunächst wenig enthusiastisch, aber dennoch verständnisvoll. "Solange er versprochen hat, dass er vorsichtig fährt, hatte ich nichts dagegen", erinnert sich Marianne Jobst. Auf dem ersten Motorrad, einer Virago 535 von Yamaha, fuhr sie allerdings nur ungern mit.

Mit dem Kauf der ersten Harley änderte sich das allerdings. Zumal Marianne Jobst die treibende Kraft für diesen Kauf war: "Mir hat die Maschine zwar gut gefallen, aber meine Frau hat letztendlich entschieden, sie zu kaufen", erläutert Clemens Jobst. Seit einigen Jahren ist das Ehepaar auch Mitglied beim "Niederbayern Chapter", einer Bikergruppe für Harley-Liebhaber. Da darf natürlich auch die schwarzlederne "Member-for-Life"-Kutte nicht fehlen. Bedrohlich oder gar kriminell wirken die Jobsts in ihrer Motorrad-Kluft nicht. Spätestens der Teddybär, der als ständiger Begleiter hinten auf der Harley seinen Platz hat, relativiert den Eindruck der knallharten Biker. Angefeindet worden ist das Ehepaar erfreulicherweise noch nie. "Es ist immer ganz lustig, wenn wir den Helm abnehmen und die Leute sehen, dass wir ganz normale Menschen sind", erzählt der 61-jährige und lächelt verschmitzt.

Sowohl mit ihrem Chapter als auch zu zweit sind die Jobst viel auf ihren Harleys unterwegs. Marianne Jobst bleibt allerdings Beifahrerin. Das Paar war schon in Norwegen, Irland und Schottland, nach Südtirol fahren sie regelmäßig. Die berüchtigte Route 66 reizt die beiden allerdings nicht. "Es gibt auf der Welt so viele schöne Strecken. Abgesehen davon existiert die ursprüngliche Route 66 gar nicht mehr", erklärt Clemens Jobst.

Einen Unfall hatte das Paar bisher. Mit einem Schlüsselbein- beziehungsweise Handgelenkbruch ging der aber sehr glimpflich aus. "Auf die richtige Schutzkleidung kommt es an", sind sich beide einig. "Mir wird es ganz anders, wenn ich Roller- oder Motorradfahrer in kurzen Hosen und mit offenem Helm sehe", verdeutlicht Clemens Jobst.

Angst habe er eigentlich nur vor gedankenlosen und unaufmerksamen Autofahrern, sagt der 61-jährige. "Wenn einer keinen Abstand hält und ich hinfalle, überfährt er mich", verdeutlicht er. Auch gegen manche Motorrad-Kollegen haben die Jobsts Einwände. "Man muss nicht mit Tempo 300 über die Landstraße brettern, dafür gibt es Rennpisten, wo keine Dritten zu Schaden kommen können. Raser gehören nicht auf die Straße".

Das Ehepaar Jobst hat keine besonderen Routen, die noch abgefahren werden müssen. "Ich wünsche mir, möglichst lange Motorrad fahren zu können", sagt Clemens Jobst. "Und wenn ich die Maschine irgendwann nicht mehr halten kann, kaufe ich ein Dreirad".

24.9.2014

Abschlussfeier Teilnehmer am Tag der offenen Gartentür 2014 im Gasthaus Hummel in Marktl.

 

 

 

 

29.09.2014
Reminiszenz an einen schönen Tag

"Offene Gartentür" kam sehr gut an – Ehrenurkunden für die Gastgeber

Marktl. Familien aus Marktl, Stammham, Neuötting und Burgkirchen, die Ende Juni beim Tag der offenen Gartentür den Besuchern einen "Blick über den Gartenzaun" geboten hatten, wurden jetzt vom Veranstalter, dem Kreisverband für Gartenbau und Landespflege, nachträglich geehrt. Im Gasthaus Hummel an der Ortsgrenze zwischen Marktl und Stammham gab es Dankesworte, Ehrenurkunden und ein Essen für die Gastgeber-Familien.

Der Schwerpunkt war diesmal im Inntal gelegen. Allein in Marktl fanden Gartenfreunde drei Ziele, den ländlichen Hausgarten von Gundi und Alois Aigner, die Taglilienzucht von Erhard Schlott und den Weinberg von Petra und Wolfgang Hofenauer. In Stammham war der großflächige Hausgarten von Brigitte und Josef Straßer geöffnet. Zwei Stationen gab es in Neuötting: den Künstlergarten von Elisabeth Hauser sowie den Siedlungsgarten mit Gemüseanbau und Backofen von Klara und Bruno Rabenseifner. In Burgkirchen-Grasset luden Edith und Ludwig Westenthanner in den Obstgarten und die Schnapsbrennerei ein.

In Absprache mit den umliegenden Landkreisen veranstaltet der Kreisverband im Dreijahresrhythmus einen Tag der offenen Gartentür. Ziel ist laut Kreisvorsitzendem Stefan Jetz, neue Gartenwelten und grüne Oasen zu entdecken und zu erleben. Beim jetzigen Treffen mit Rückschau sprachen alle von einer schönen Erfahrung und vielen interessierten und rücksichtsvollen Besuchern, obwohl das Wetter gar nicht mitgespielt und es fast den ganzen Tag geregnet hatte.

Der Kreisvorsitzende erinnerte an die lange Tradition der Gartentage und dankte den Gastgebern für die Mühen. Der Mensch habe schon immer gerne einen "Blick über den Gartenzaun" geworfen und auch diesmal war laut Jetz die Resonanz – trotz des Regenwetters – sehr positiv und die Besucher aus weitem Umkreis freuten sich über die Vielfalt und Fülle der Gärten und den gegenseitigen Austausch. In drei Jahren sei eine Fortsetzung der Veranstaltungsreihe geplant, kündigte er an und überreichte den Gartenbesitzern Urkunden vom Bezirksverband Oberbayern, die auch vom Regierungspräsidenten Christoph Hillenbrand unterschrieben sind.
− mk
Kreisvorsitzender Stefan Jetz (rechts) mit den Gastgebern des diesjährigen Gartentags. − Foto: Kleiner
Kreisvorsitzender Stefan Jetz (rechts) mit den Gastgebern des diesjährigen Gartentags. − Foto: Kleiner

 

08.11.2014
KREISNACHRICHTEN
Gartenbauer treffen sich am Mittwoch
Altötting. Unter anderem der landesweite Wettbewerb "Unser Friedhof – Ort der Würde, Kultur und Natur", steht am Mittwoch, 12. November, auf der Tagesordnung der Jahreshauptversammlung des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege. Ab 19.30 Uhr geht es im Gasthof "Zwölf Apostel" auch um ein Seminar für Vereinsvorsitzende sowie um die geplante Inforeise 2015.

15.11.2014
Kritik an Beitragserhöhung – Lob für Tag der offenen Gartentür


Gartler monieren Art und Weise der Anpassung durch den Landesverband

Trotz Regens hatte der "Tag der offenen Gartentür" zahlreiche Besucher angelockt. Lob gab es dafür jetzt bei der Herbstversammlung. − F.: mk
Trotz Regens hatte der "Tag der offenen Gartentür" zahlreiche Besucher angelockt. Lob gab es dafür jetzt bei der Herbstversammlung. − F.: mk

Altötting. 16 Jahre liegt die letzte Erhöhung zurück. Jetzt will der Landesverband für Gartenbau und Landespflege seine Mitgliedsbeiträge aufstocken – um 69 Cent zum 1. Januar 2016 hin. Bei der Herbstversammlung des Kreisverbandes im Gasthof "Zwölf Apostel" gab es deswegen einigen Widerspruch.

Moniert wurde die Art der Beitragserhöhung − dass diese ohne vorherige Absprache mit den Bezirks- und Kreisverbänden erfolgt sei. Kreisvorsitzender Stefan Jetz erklärte dazu, dass auch die Delegierten bei der Landesverbandstagung in Deggendorf vor "vollendete Tatsachen" gestellt worden seien. Dennoch verteidigte er die Beitragsanpassung.

Begeistert zeigte sich Jetz vom "Tag der offenen Gartentür". Anhand einer Diaserie blickte er auf die jüngste Auflage zurück und lobte die Mitglieder die in Marktl, Stammham und Neuötting ihre Gärten geöffnet hatten.

Geschäftsführer Clemens Jobst ging auf die Ausschreibung zum bayernweiten Wettbewerb 2015 ein, der unter dem Motto "Unser Friedhof − Ort der Würde, Kultur und Natur" steht. Ziel des Wettbewerbes sei es, das Bewusstsein für gut gestaltete Friedhöfe zu schärfen, so Jobst. Die Bewertung erfolge durch eine Kommission im Mai. Für Jobst ist die kostenlose Teilnahme am Wettbewerb sinnvoll. Er forderte deshalb die Mitglieder auf, die "Träger der Friedhöfe" in den einzelnen Ortsverbänden zur Teilnahme zu animieren.

Ferner wird im nächsten Jahr ein "Seminar für Vereinsvorstände und Nachwuchskräfte" des Bayerischen Landesverbandes in Altötting stattfinden. Damit sollen junge potenzielle Nachfolger für die einzelnen Ortsvereine gefunden werden. Der frisch gewählte Landesverbandspräsident Wolfram Vaitl habe bereits sein Kommen zugesagt.

Mittels Powerpoint-Präsentation blickte Clemens Jobst auf die Informationsreise des Kreisverbandes nach England zurück. Zugleich gab er eine Vorschau auf die nächste Fahrt, die nach Andalusien führen wird. Einige Plätze seien noch frei.

Im Anschluss stellte Stefan Jetz die Frage, ob die Broschüre "Vereinsgartenblattl" statt wie bislang jährlich künftig nur noch alle zwei Jahre erscheinen sollte – oder die Ortsvereine alternativ einen kleinen Obolus von 50 Cent als Unkostenbeitrag beisteuern könnten? Nach einigen "Für und Wider" bei den Wortmeldungen regte Stefan Jetz an, das Thema bei der nächsten Sitzung mit der Vorstandschaft nochmals eingehend zu diskutieren. Mit einer Vorschau auf die bevorstehenden Termine und Veranstaltungen für 2015 schloss die Veranstaltung.
− am